Ratgeber

Hilfe für Ruheständler Rentenkasse unterstützt bei der Steuer

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Beim Ausfüllen der Steuererklärung hilft eine kostenlose Bescheinigung der Rentenversicherung.

(Foto: imago/Schöning)

Der Ruhestand schützt nicht per se vor Arbeit und auch nicht vor dem Finanzamt. So sind bereits gut fünf Millionen Rentner steuerpflichtig. Tendenz steigend. Damit das Ausfüllen der Formulare leichter von der Hand geht, kann von der Rentenversicherung eine Bescheinigung angefordert werden.

Immer mehr Rentner sind mittlerweile verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Dies ist immer dann der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. Für 2019 liegt dieser für Alleinstehende bei 9168 Euro und für Ehepartner zusammen gilt der doppelte Wert. Allerdings kommt es nicht nur auf die Höhe der Rente an, sondern auch darauf, wann jemand in den Ruhestand gegangen ist. Denn Renten werden erst seit 2005 teilweise besteuert.

War vor 13 Jahren noch die Hälfte der damals bezogenen Rente steuerfrei, unterliegen im Jahr 2019 bereits 78 Prozent der Altersbezüge der Steuerpflicht. Denn Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2020 liegt er somit bei 80 Prozent der Jahresbruttorente. Danach erhöht er sich für Neurentner jeweils nur noch um einen Prozentpunkt. Alle Renten, die im Jahr 2040 oder später beginnen, sind dann zu 100 Prozent zu versteuern.

Die gute Nachricht lautet, dass der Rentenfreibetrag auch in den Folgejahren unverändert bleibt. Beim Senior, der seit 2005 Rente bezieht, bleiben also auch im Jahr 2019 50 Prozent der Rentenzahlung von 2005 immer steuerfrei. Der Freibetrag bezieht sich dabei auf den konkreten Geldbetrag und nicht auf einen Anteil der jeweiligen Rente. Zukünftige Rentenerhöhungen müssen also voll versteuert werden. 

"Anlage R" und "Anlage Vorsorgeaufwand" beifügen

Wer unsicher ist, ob er eine Einkommensteuererklärung machen muss, sollte sich Hilfe suchen, zum Beispiel bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater.

Damit das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil der gesetzlichen Rente korrekt ermitteln kann, müssen Rentner ihrer Steuererklärung die ausgefüllten Vordrucke "Anlage R" und "Anlage Vorsorgeaufwand" beifügen. Hierbei hilft ihnen eine kostenlose Bescheinigung der Rentenversicherung, die sogenannte "Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt", wie die Deutsche Rentenversicherung Bund mitteilt.

Die Mitteilung enthält alle steuerrechtlich relevanten Beträge mit Hinweisen, in welchen Zeilen der Steuervordrucke die Werte einzutragen sind. Wer sie einmal beantragt hat, bekommt sie in den Folgejahren automatisch zugeschickt.

Wenn diese Bescheinigung erstmalig benötigt wird, kann sie per Brief, Fax oder im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de/Steuerbescheinigung angefordert werden. Möglich ist auch ein Anruf beim gebührenfreien Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Nummer 0800/ 1000 4800.

Wichtig zu beachten: Bei der Anforderung ist die persönliche Rentenversicherungsnummer anzugeben. Wer die Bescheinigung für eine Hinterbliebenenrente benötigt, gibt die Versicherungsnummer des Verstorbenen an.

Quelle: ntv.de, awi