Ratgeber

Krankenversicherung im Ausland Sehr guten Schutz gibt es ab 8 Euro

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"Finanztest" rät zum Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung.

(Foto: imago stock&people)

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Manchmal leider nicht nur Gutes. Damit eine Erkrankung im Ausland nicht zum Fiasko wird, schützen Auslandsreise-Krankenversicherungen. Warentest hat sie geprüft - die Policen werden immer besser.

Wer während seines Urlaubs oder einer Reise erkrankt oder sich verletzt, ist mitunter doppelt gestraft. Denn neben der Unpässlichkeit kommen auf den Patienten in manchen Fällen auch hohe Behandlungskosten zu. Vor denen schützt eine Auslandsreise-Krankenversicherung - und die muss nicht teuer sein.

"Finanztest" hat 97 Tarife von 43 Anbietern geprüft. Ergebnis: Die Angebote sind in den letzten Jahren immer besser geworden. Urlauber profitieren von zunehmend verbraucherfreundlichen Policen. Es kann deshalb sinnvoll sein, einen alten Vertrag zu kündigen und einen neuen abzuschließen. Neue Tarife bieten oft bessere Konditionen im Hinblick auf eine Covid-19-Erkrankung. Versicherte können den alten Vertrag schriftlich kündigen und einen besseren beim bisherigen oder einem neuen Anbieter wählen. Laufen beide Versicherungen noch eine Weile parallel, schadet das nicht.

"Die meisten Versicherer zahlen bei Corona-Infektion, nicht jedoch bei Quarantäne", so die "Finanztest"-Expertin Birgit Brümmel. Von der Auslandskrankenversicherung gibt es dafür kein Geld. Zusätzliche Unterkunfts- und Flugkosten übernimmt eventuell eine Reiserücktrittsversicherung, wenn ein Quarantäneschutz dabei ist.

Auslandskrankenversicherte ist sinnvoll

Im Test schnitten mehr als die Hälfte der Angebote für Singles und Familien "sehr gut" ab. So bekommen Urlauber für wenig Geld eine solide Auslandskrankenversicherung, die Reisen mit der Dauer von 42 bis zu 70 Tagen abdecken. Bereits für weniger als 8 Euro im Jahr sind Alleinreisende "sehr gut" versichert. Für Familien ist solch ein Schutz für unter 20 Euro zu haben. Zuschläge für Menschen ab 65 sind üblich. Ab zwei Personen lohnt meist ein Familientarif.

Neben der Übernahme von Gesundheitsleistungen wurde auch die Erstattung von Kosten für den Krankenrücktransport geprüft. Denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nicht alle Kosten im Ausland - sie zahlt nur ambulante oder stationäre Behandlungen innerhalb der Europäischen Union und in Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Übersteigen die Kosten die Krankenkassensätze des Reiselandes, werden diese nicht übernommen und der Erkrankte bleibt auf ihnen sitzen.

Das Zusatzangebot vieler Kreditkarten kann hingegen oftmals nicht überzeugen. Deshalb raten sowohl Verbraucherschützer als auch "Finanztest" zum Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung. Denn Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte auf Reisen können ansonsten leicht einige 1000 Euro kosten.

Vor dem Urlaub abschließen

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Wichtig: Die Police ­­muss immer vor Beginn der Reise abgeschlossen werden. Kleinere Behand­lungen bezahlen Versicherte zunächst selbst. Das Geld gibt es später von der Versicherung zurück. Auf den Rechnungen sollten Name, Angaben über Diagnose, Therapie und Arznei­mittel stehen. Insbesondere bei größeren Blessuren und damit einhergehenden Kosten sollte die Versicherung zeitnah aus dem Ausland informiert werden. Chronisch Kranke sollten ihr Leiden keinesfalls verschweigen, sondern vorab eine individuelle Vereinbarung mit dem Versicherer anstreben.

Den günstigsten, "sehr guten" Jahrestarif für Singles bietet der Axa "Singletravel" für 7,92 Euro. Senioren, die älter als 65 Jahre sind, fahren am besten mit dem Debeka "AR" (8 Euro). Ein älteres Paar zahlt für zwei Einzeltarife 16 Euro. Das preiswerteste, sehr gute Angebot für junge Familien: Münchener Verein "Tarif 502" für 18,60 Euro. Die drei Tarife bezahlen auch bei Covid-19.

Quelle: ntv.de, awi

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