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Insolvenz deutscher Thomas Cook So bekommen Pauschalurlauber Geld zurück

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Wer bereits im Urlaub ist, hat Anspruch auch vor Ort im Hotel bleiben zu können, bis der Rücktransport organisiert ist.

(Foto: AP)

Nun ist klar: Auch der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook kann sich dem Sog des Mutterkonzerns nicht entziehen und meldet Insolvenz an. Welche Rechte betroffene Kunden haben, lesen Sie hier.

Nach der Pleite des britischen Reiseunternehmens Thomas Cook haben auch die deutschen Töchter Insolvenz angemeldet. Etwa 140.000 Urlauber sind aktuell mit dem Unternehmen mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen unterwegs.

Damit endet für Betroffene eine Hängepartie. "Die rechtliche Situation ist damit eigentlich klar", sagt Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Denn jetzt muss die Insolvenzversicherung einspringen. Fällt die Reise aus, bekommen Urlauber ihr Geld zurück.

Zuständig ist in diesem Fall die Zurich Versicherung. Für die Abwicklung von Ansprüchen hat die Versicherung die Karea AG beauftragt. "Wer jetzt kurz vor der Abreise steht, kann seine Koffer eigentlich wieder auspacken", erklärt Degott. Denn die Reise werde nicht wie geplant stattfinden können. Stattdessen sollten Betroffene ihre Ansprüche jetzt bei dem Abwickler anmelden.

Wer bereits vor Ort im Urlaub ist, hat Anspruch auch vor Ort im Hotel bleiben zu können, bis der Rücktransport organisiert ist.

Haben Kunden ein Recht auf Entschädigung?

Theoretisch ja. Bei einer Insolvenz des Reiseveranstalters müssen Kunden ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Aussichten auf Erfolg sind jedoch für kleine Gläubiger gering . Kündigt der Veranstalter den Ausfall 14 Tage vor Flugbeginn an, entfällt eine mögliche Entschädigungszahlung.

Wichtig zu wissen: Die Insolvenzversicherung springt nur für Kunden ein, die Pauschalreisen gebucht haben. Eine Pauschalreise besteht aus mindestens zwei Reisearten, also zum Beispiel Flug und Unterkunft. Einzelleistungen wie nur ein Flug oder nur die Übernachtungen in einem Hotel sind nicht versichert. "Hier gehen Reisende leer aus." 

Die Thomas Cook GmbH hatte genau wie der Ferienflieger Condor einen Antrag auf einen Überbrückungskredit beim Bund gestellt. Während Condor am Dienstagabend die Zusage über eine Bürgschaft von 380 Millionen erhielt, gab es zu Thomas Cook bisher keine Entscheidung. Der Veranstalter hatte den Verkauf von neuen Reisen bereits am Montag gestoppt.

Quelle: ntv.de, awi/dpa