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Weniger Euro-Blüten So erkennen Sie Falschgeld

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In Deutschland entfielen im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesbank rein rechnerisch 7 gefälschte Scheine auf 10.000 Einwohner.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl zeigen Wirkung. Dank der Sicherheitsmerkmale gelangten 2018 weniger Euro-Blüten in den Umlauf. Doch völlig aus dem Verkehr ziehen lässt sich das Falschgeld nicht. Woran können Verbraucher den Betrug erkennen?

Neue Sicherheitsmerkmale erschweren Geldfälschern das Handwerk. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der sichergestellten Euro-Blüten in Deutschland und Europa deutlich.

Polizei, Handel und Banken in Europa zogen 563.000 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr. Das waren knapp 19 Prozent weniger als im Jahr 2017, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Der rechnerische Schaden lag bei rund 31,4 Millionen Euro - nach 36 Millionen Euro 2017.

20 Prozent Rückgang

In Deutschland verringerte sich die Zahl der Euro-Blüten nach Angaben der Bundesbank binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf etwas mehr als 58.000 Scheine. "Die Einführung der neuen Europa-Serie mit verbessertem Fälschungsschutz ist der Grund dafür", erklärte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Der Schaden durch falsche Banknoten in der Bundesrepublik verringerte sich von 4,1 Millionen Euro 2017 auf rund 3,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

"Falsche 20-Euro-Scheine gibt es deutlich weniger. Auch die Zahl der mit 70 Prozent am häufigsten gefälschten 50-Euro-Banknoten ist merklich zurückgegangen", erläuterte Beermann. Anfang April 2017 war der runderneuerte 50-Euro-Schein mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen unters Volk gebracht worden, den überarbeiteten 20er gibt es bereits seit Ende November 2015. Als Hürden für Fälscher gelten vor allem das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl. Ende Mai 2019 wollen die Notenbanken den 100-Euro- und den 200-Euro-Schein mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgeben.

Gemessen an der Gesamtmenge der im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten - aktuell sind es nach EZB-Angaben mehr als 22 Milliarden Stück - ist der Falschgeld-Anteil äußerst gering. In Deutschland entfielen im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesbank rein rechnerisch 7 gefälschte Scheine auf 10.000 Einwohner.

Falschgeld erkennen

Wenn Verbraucher sich Falschgeld einhandeln, haben sie gleich doppelt ein Problem. Zum einen gibt es dafür keinen Ersatz. Und sie können sich strafbar machen, wenn sie Blüten weitergeben. Daher sollten Verbraucher alle Banknoten aufmerksam prüfen, die sie in die Finger bekommen. Das rät die Bundesbank in Frankfurt am Main. Und Betroffene sollten sich an die Polizei wenden, wenn sie Falschgeld entdecken. So lässt sich erkennen, ob der Schein echt ist:

Fühlen

Auf der Vorderseite von echten Banknoten sind hervorgehobene Teile des Druckbildes als Relief fühlbar. Bei der ersten Euro-Serie ist dies der Schriftzug "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand. Bei der aktuellen Europa-Serie ist es der erweiterte Schriftzug "BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC", zusätzlich gibt es Striche am rechten und linken Rand.

Sehen

Wer eine echte Banknote gegen das Licht hält, sieht das Wasserzeichen im unbedruckten Bereich als Schattenbild. Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der Europa-Serie außerdem ein transparentes Fenster, durch das sich das Porträt der Frauenfigur "Europa" erkennen lässt.

Kippen

Wenn Bankkunden Euro-Geldscheine kippen, verändern sich die Hologrammelemente. Auf der Rückseite der ersten Serie kann bei vielen Banknoten durch das Kippen auch der Farbwechsel der rechten Wertzahl von Rot nach Grün geprüft werden. Die Banknoten der neuen Serie weisen auf der Vorderseite links die sogenannte Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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