Ratgeber

Erfolgreiches Onlineshopping So kauft man sicher und günstig im Netz ein

imago85844228h.jpg

Um trotz schwankender Preise gute Geschäfte zu machen, sollte man möglichst nicht spontan einkaufen.

(Foto: imago/PhotoAlto)

Im Internet einzukaufen ist bequem. Doch wie findet man den besten Preis, schützt sich vor Betrügern und bekommt das bestellte Produkt möglichst schnell in die Hände? Experten haben die Antworten.

Onlineshopping ist Alltag. Zwei Drittel aller Deutschen kaufen im Internet ein - das zeigt der Online-Monitor des Handelsverbands (HDE). Im Schnitt gaben sie 2018 rund 1350 Euro aus. Damit die bestellte Ware auch ankommt und am Ende nicht die große Enttäuschung steht, hilft Skepsis und ein wenig Planung.

Wovor man sich in Acht nehmen sollte, sind Fake Shops. Denn diese gibt es nach wie vor, warnt Eva Rohde vom E-Commerce Verband (BEVH). Betrüger stellen gefälschte Seiten ins Netz, um von arglosen Käufern Geld zu ergaunern. "Die Shops wirken auf den ersten Blick besonders attraktiv, weil dort alles reduziert ist und zu Superpreisen angeboten wird", erklärt Rohde. Besonders schnell landet man bei solchen falschen Angeboten über die Bildersuche von Google.

Manche Fake Shops sind einfach zu entlarven - etwa eine Feuerwehr, die Schuhe von einer bekannten Marke verkaufen soll. "Wenn der Name der Domain nicht zum Angebot passt, sollten alle Alarmglocken läuten", so Rohde. Auch schlechtes Deutsch, ein buntes Sammelsurium an Produkten oder die Häufung von Markenprodukten sind mögliche Hinweise.

"Das Wichtigste ist, dass Käufer erkennen können, bei wem sie kaufen", sagt Rohde. Ein Blick ins Impressum ist daher gerade bei unbekannten Online-Shops unerlässlich. Nützlich sind außerdem Siegel von Prüfinstituten. Sind sie echt, können sie angeklickt werden und es erscheint ein Hinweis, seit wann dieser Shop zertifiziert ist. Laut dem Verein Initiative D21 stehen etwa die Gütesiegel von Trusted Shops, EHI oder Tüv Süd für Qualität.

Vergleiche sorgen für Überblick im Preisdschungel

Onlineshopping ist bequem und oft günstiger als der stationäre Handel. Doch ein Vergleich ist nicht ganz so einfach. Denn es gibt Anbieter, die teilweise täglich ihre Preise verändern, erklärt Kirsti Dautzenberg von den Marktwächtern der Verbraucherzentralen.

In einer Untersuchung aus dem vergangenen Jahr haben die Verbraucherschützer gezeigt, dass die Unterschiede innerhalb weniger Tage teilweise eklatant sind. So kostete eine Hose mal 130 Euro, dann 80 Euro und dann 200 Euro. "Für Kunden sind solche dynamischen Preise problematisch, weil sie nicht mehr wirklich wissen, was ein guter Preis für ein Produkt ist. Es geht also weniger darum, den günstigsten Preis zu finden, sondern einen fairen."

Um trotz schwankender Preise gute Geschäfte zu machen, sollte man möglichst nicht spontan einkaufen. Das gilt insbesondere bei großen Anschaffungen. "Wer ein bestimmtes Produkt im Auge hat, sollte die Preise über einige Tage vergleichen", rät Dautzenberg. Das geht auch mithilfe von Preissuchmaschinen. "Einige zeigen einen Preisverlauf an. Damit lässt sich besser einschätzen, ob das Angebot fair ist." Bisher machen Läden um die Ecke noch selten bei den dynamischen Preisen mit. Ein Blick auf deren Angebot lohnt sich daher auch.

Rabatte per Cashback oder Coupon sichern

Zusätzlich sparen lässt sich mit Cashback-Portalen. Das sind gewissermaßen die Internet-Gegenstücke zu Kundenkarten wie Payback oder Deutschlandcard. Laut Simeon Gentscheff von Stiftung Warentest lassen sich damit im Schnitt zwischen drei und sechs Prozent sparen. Das sei deutlich mehr als bei herkömmlichen Kundenkarten. Und: Oft erlassen Händler bei einem Kauf über ein solches Portal die Versandkosten. Vor allem bei großen Anschaffungen oder für Stammkunden von Onlineshops kann sich das lohnen.

"Vergleichen Kunden über eine Preissuchmaschine, können sie danach auf einem Cashback-Portal noch prüfen, ob es dort zusätzlich einen Rabatt für den Händler gibt", so Gentscheff. Nur von hohen Rabatten lassen sich Kunden aber nicht blenden: Der Endpreis entscheidet.

Die Ersparnis zahlen die Anbieter als Guthaben wieder aus. Hier empfiehlt Gentscheff, auf Details zu achten: Das Guthaben sollte nicht zu schnell verfallen und für eine Auszahlung sollte man keinen bestimmten Schwellenwert erreichen müssen. Einige der Portale bieten außerdem Rabattgutscheine an. "Wer ein bestimmtes Produkt im Auge hat, kann dafür gezielt nach einem Gutschein suchen." Extra registrieren müssen sollte man sich dafür aber nicht.

Von der Schnäppchensuche an speziellen Rabatt-Tagen wie dem Black Friday Ende November lassen sich Verbraucher lieber nicht locken. Die gezielte Produktsuche und ein ruhiger Vergleich sparen mehr Geld.

Zahlung auf Rechnung ist am besten

Die meisten Onlineshops bieten mehrere Bezahlmethoden an. "Für Kunden ist die Zahlung auf Rechnung am besten. Denn dann haben sie die Ware schon in der Hand, bevor das Geld fließt", rät Kirsti Dautzenberg.

Auf Vorkasse sollte man sich lieber nicht einlassen, insbesondere bei Shops, die einem unbekannt sind. "Falls die Ware beschädigt ist oder nicht ankommt, ist es oft schwieriger, das Geld zurückzubekommen." Gleiches gilt bei der Nutzung einer Kreditkarte.

Ist beim Händler kein Kauf auf Rechnung möglich, bieten sich vielleicht Zahlungsdienstleister wie Paypal als Alternative an. Sie helfen mit ihren Käuferschutzprogrammen, wenn mal etwas schiefgeht. "Zwar lösen die nicht alle Probleme, aber immerhin gibt es den Verbrauchern etwas Sicherheit", sagt Dautzenberg.

Alternativen für die Lieferung prüfen

Weiß man, dass man das Paket nicht annehmen können wird, sollte man sich nach einer Alternative für die Lieferung umsehen. "Paketshops, freundliche Nachbarn, mit denen man sich vorher abgesprochen hat, oder Schließfächer der Logistikunternehmen sind Möglichkeiten", zählt Eva Rohde auf. "Wer kann, sollte so etwas als Zustellort angeben."

Wenn es der Arbeitgeber zulässt, kann man sich die Ware an seinen Arbeitsplatz liefern lassen. Oder man wählt Click and Collect, wenn es diese Option gibt: Also ein Produkt online bei einem Händler bestellen und in einer seiner Filialen abholen.

Quelle: n-tv.de, Annika Krempel, dpa

Mehr zum Thema