Ratgeber

Schnell zum Anti-Corona-Piks So kommen Sie jetzt fix an einen Impftermin

Ein Schild mit einer Spritze hängt an der Zufahrt zum Impfzentrum auf dem Messegelände in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Fast acht Menschen werden derzeit pro Sekunde in Deutschland gegen einen schlimmen Verlauf des  Coronavirus geimpft.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild)

Zwar sind inzwischen mehr als 33 Millionen Menschen hierzulande mindestens einmal gegen Corona geimpft, doch bei der Terminvergabe für die kommenden Wochen läuft es noch nicht perfekt: Es gibt zu wenig Termine, aber viele Menschen, die auf die Schnelle ihre Schutzimpfung bekommen möchten.

Anfänglich lief die Sache ja etwas schleppend an. Doch seit Anfang Mai kommt der ersehnte Impfstoff endlich in größeren Mengen und er kommt dahin, wo er hingehört - in die Oberarme von Millionen Bürgern, die sich hierzulande gegen Covid-19 schützen möchten. Damit so etwas wie eine vorübergehende Herdenimmunität erreicht wird, muss aber noch deutlich mehr Stoff verabreicht werden als an die bisherig fast 12 Millionen vollständig und gut 33,5 Millionen Erstgeimpften. Und viele wollen auch. Und zwar schnell.

Doch das Problem ist. Inzwischen werden mehr Zweit- als Erstimpfungen am Tag vorgenommen. Gut für alle, die einen Vollschutz bekommen möchten, schlecht aber für alle, die noch keinen Impftermin haben. Der Frust wächst bei ihnen, denn in vielen Regionen Deutschlands ist trotz Engagements, trotz Telefonaten und Mails oft kein Termin in Sicht.

Priorisierung fällt

Stichtag für alle, die noch keinen Termin haben, ist der 7. Juni. Ab dann gibt es keine Priorisierung mehr mit einer festgelegten Impf-Reihenfolge. Weder in den Arztpraxen noch in den regionalen Impfzentren. "Damit sind alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren", heißt es in einem Beschluss des Bundes und der Länder. Zugleich weist die Politik aber darauf hin, dass aufgrund der aktuell erwarteten Liefermengen nicht gleich alle Impfwilligen bereits im Laufe des Juni geimpft werden könnten. Die Impfkampagne soll daher auch über den gesamten Sommer fortgesetzt werden.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hat Deutschland in der vergangenen Woche 3,4 Millionen weitere Impfdosen von Biontech erhalten, der amerikanische Hersteller Moderna lieferte gut 550.000 Dosen. Knapp 1,6 Millionen dieser Biontech-Dosen gingen an die Hausärzte, die zudem 843.000 Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca erhielten, der in Impfzentren nicht mehr verimpft wird.

Wie die Lage derzeit ist und wo das Ärmelhochkrempeln zu beschleunigen ist, lesen Sie hier.

Impfzentren

Fast acht Menschen werden derzeit pro Sekunde in Deutschland gegen einen schlimmen Verlauf des Coronavirus geimpft, das sind mehr als eine halbe Million Menschen pro Tag. Dabei gibt es Unterschiede: Während einige Bundesländer schon mit der Impfpriorisierungsgruppe 3 begonnen haben, sind andere noch damit beschäftigt, Menschen aus Gruppe 2 zu impfen. Das variiert auch, denn arbeitet ein Impfzentrum schneller als ein anderes, kann die Priorisierungsgruppe auch mal eher abgearbeitet sein. Auf der Internetseite des Impfzentrums der jeweiligen Stadtverwaltung finden sich Informationen darüber, wie man schnellstmöglich an einen Termin mit welchem Impfstoff kommt.

Hausärzte

Seit Ostern dürfen auch Hausärzte gegen Corona impfen, seit Anfang Mai auch Fachärzte - bisher allerdings nur mit begrenzten Dosen. Trotzdem ist die Nachfrage groß. Hausarzt Dr. Thomas Assmann rät im ntv-Interview: "Sie sollten sich schon selber bemühen, um auf eine Liste zu kommen." Vermieden werden soll so, dass Menschen unnötig kontaktiert werden, die bereits im Impfzentrum geimpft wurden oder gar nicht geimpft werden möchten. In Assmanns Praxis werden dann die Leute für Impftermine kontaktiert, "die sich wirklich aktiv um eine Impfung bemühen".

Auch Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, bestätigt, dass es beim Hausarzt auch mal schneller gehen kann, weil Menschen, die in der Priorisierungsgruppe vor einem sind, womöglich schon längst im Impfzentrum geimpft wurden. Auch wenn Termine abgesagt werden, könne es sein, dass Impfdosen übrig bleiben, die dann außerhalb der Priorisierung verabreicht werden.

Wie der Hausarzt die Impftermine vergibt, kann von Praxis zu Praxis variieren. Ist telefonisch kein Durchkommen, sollte man sich auf der Internetseite der Praxis informieren oder per E-Mail oder persönlich anfragen, wie die Terminvergabe funktioniert oder ob es eine Warteliste gibt.

Digitale Plattformen, wie doctena.com oder doctolib.de, helfen zudem dabei, Impfärzte zu finden. Besonders in größeren Städten finden sich auf diesen Plattformen zuweilen schon einige Anlaufstellen.

Impftermin über sofort-impfen.de

Wer keine Lust hat, immer wieder und manchmal stundenlang nach Terminen zu suchen, kann sich auch beim Portal sofort-impfen.de registrieren und möglicherweise so einen früheren Impftermin ergattern. Das Ziel der Non-Profit-Organisation ist es, Ärzte und Impfinteressenten kostenlos zusammenzubringen und zu vermeiden, dass Impfstoff verfällt. Nachdem man sich auf der entsprechenden Warteliste angemeldet und den Wunschimpfstoff ausgewählt hat, wird man automatisch per E-Mail benachrichtigt, sobald bei Ärzten in der Nähe Impfdosen zur Verfügung stehen. Sollten Zeitpunkt und Impfstoff den Wünschen des Bürgers entsprechen, kann dieser den vorgeschlagenen Termin bestätigen. Alle an dem Projekt Beteiligten arbeiten ehrenamtlich. Spenden sind willkommen und fließen in den Betrieb und die Verbesserung der Plattform sowie in die Öffentlichkeitsarbeit des Projektes.

Betriebsärzte impfen ab Juni

Arbeitnehmer sollten gegebenenfalls bei ihrem Arbeitgeber nachfragen. Denn auch Betriebsärzte impfen bei großen Firmen bereits vereinzelt - so zum Beispiel in einem Modellprojekt bei VW. Spätestens ab der Woche vom 7. Juni sollen dann alle Betriebsärzte bei den Corona-Impfungen einbezogen werden. Vorgesehen sind laut Bundesgesundheitsministerium für sie mindestens 500.000 Impfdosen pro Woche. Wie genau das Impfen der Betriebsärzte aussieht ist aber noch offen und hängt vom Bundesland und natürlich dem Betrieb ab.

So läuft das Impfen in den Bundesländern

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg dürfen ab sofort alle Bürger einen Impftermin vereinbaren - allerdings nur in Arztpraxen. Hausärzte dürfen somit frei entscheiden, welche Patienten sie zuerst impfen, ohne Bindung an die Impfverordnung. In den Impfzentren bleibt die Priorisierung vorerst bestehen. Die Vergabe von Impfterminen für alle Menschen mit Vorerkrankungen aus der Gruppe 3 hat hier am 3. Mai begonnen. Impfberechtigt sind dann auch jeweils bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Menschen, die wegen einer dieser Erkrankungen oder aufgrund des Alters von über 60 Jahren pflegebedürftig sind. Auch Beschäftigte von Berufsgruppen aus der dritten Priorität können sich von nun an impfen lassen.

Bayern

Auch Bayern hat die Priorisierung bei Hausärzten aufgehoben. Zielvorgabe sei, dass jeder geimpft werden könne, der dies wolle, so Ministerpräsident Markus Söder. Der Schwerpunkt werde bei Betrieben und Familien liegen. Schon jetzt seien viele der bayerischen Landkreise bei der Impfung der Priorisierungsgruppe 3 angekommen.

Berlin

Seit dem 3. Mai hat Berlin die Impfung für Gruppe 3 geöffnet. Im Zuge dessen wurde auch das Buchungsverfahren umgestellt. Konkret bedeutet das: Eine Impfeinladung mit Buchungscode ist für eine Impfterminbuchung nicht mehr erforderlich. Bei der Terminvereinbarung online oder auch über die Hotline unter (030) 9028-2200 muss nur noch angegeben werden, welche Art von Nachweis bei der Impfung vorgelegt werden wird.

In Berliner Arztpraxen können ebenfalls ab sofort alle Bürger einen Impftermin vereinbaren. Die Gesundheitsverwaltung der Stadt hat allerdings die verfügbaren Impfstoffmengen als "relativ knapp" bezeichnet. Zudem wies sie darauf hin, dass vorerst weiter Patienten Vorrang genießen, die zu einer der drei Prioritätengruppen zählen und noch nicht geimpft sind.

Unter impfstoff.link sind alle Impfzentren der Hauptstadt mit freien Terminen aufgeführt. Alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von Priorisierungs-Gruppen, können hier Termine für den Zeitpunkt ab dem 7. Juni online buchen - sofern sie einen freien Slot ergattern.

Brandenburg

Seit dem 19. Mai können in Brandenburg alle Personen der Priorisierungsgruppe 3 der Corona-Schutzverordnung in sämtlichen Impfpraxen oder Impfzentren eine Spritze bekommen. Darunter alle über 60-Jährigen, alle Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe aufgrund von Corona-Infektionen, Lehrer an weiterführenden Schulen, Mitglieder von Verfassungsorganen und aktive Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Personen im Lebensmitteleinzelhandel, in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und in besonders relevanten Positionen in Bereichen der Kritischen Infrastruktur sind impfberechtigt. Zudem Personen, die als Wahlhelfer tätig sind. Die Impfungen können mit allen vorhandenen Impfstoffen durchgeführt werden.

Arztpraxen dürfen Impfwillige seit zwei Wochen Astrazeneca frei von der vorgegebenen Priorisierung impfen.

Bremen

In Bremen haben ebenfalls inzwischen alle Berechtigten der Priorisierungsgruppe 3 Einladungen für eine Corona-Impfung erhalten. Die betreffen zwar vor allem die Personengruppe der 60- bis 69-Jährigen. Aber auch in Bremen zählen 6000 Beschäftigte an weiterführenden Schulen sowie rund 4000 Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe mit, teilte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard mit.

Weil der Impfstoff weiter sehr knapp sei, werde es aber noch weitere Wochen dauern, bis allen Impfberechtigten der Prio-Gruppe 3 und danach allen Bremern ein Impfangebot gemacht werden könne, so Bernhard. Zurzeit sind laut Gesundheitsbehörden alle Impftermine bis Ende Mai ausgebucht.

Ab sofort können sich in Bremen zudem alle Personen ab 18 Jahren aus dem Land Bremen auf eine Warteliste in dem Terminportal unter impfzentrum.bremen.de für eine Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca oder von Johnson&Johnson setzen.

Hamburg

In Hamburg sind seit letzter Woche auch unter anderem Beschäftigte in Supermärkten zum Impfen aufgerufen. Damit könnten rund 21.000 weitere Personen ab sofort Termine für eine Corona-Schutzimpfung vereinbaren. Der Senat halte jedoch an der Impfpriorisierung fest, erklärte Gesundheits- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard. Die Priorisierung sei kein politischer Kompromiss, sondern eine Empfehlung von unabhängigen Wissenschaftlern und Ärzten. "Sie soll Leben retten, indem diejenigen mit der höchsten Gefährdung auch als Erstes geschützt werden."

Im Hamburg sind unter anderem derzeit zur Impfung berechtigt: Personen über 70 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen, Personen des ÖPNV, der kritischen Infrastruktur, Lehrerinnen und Lehrer, Polizei und Feuerwehr und natürlich Beschäftigte im medizinischen Bereich.

Hessen

In Hessen sind die Gruppen 1 bis 3 aufgerufen. Wer unter 60 ist und in keine der Gruppen fällt, kann sich dennoch schon impfen lassen - mit Astrazeneca. Vor allem in Praxen, da der Bund diesen Impfstoff vornehmlich den Hausärzten zur Verfügung stellt. Alle Menschen aus den Gruppen 1 und 2, die sich bisher registriert haben, haben laut Ministerpräsident Volker Bouffier inzwischen ihre Termine bekommen. Bis Ende Mai sollen sie alle zum ersten Mal geimpft sein.

In der Frankfurter Festhalle werden derzeit Tausende der Gruppen 1 bis 3 mit Astrazeneca geimpft. Die Impfzentren vergeben zudem bereits reihenweise Termine für Angehörige aus Gruppe 3.

Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern können sich ab sofort Menschen, die zur Gruppe 3 gehören, impfen lassen. Sie sollen sich an ihre Hausärzte wenden. Diese vergeben Termine für die gesamte Priorisierungsgruppe 3, die Impfzentren zunächst nur für bestimmte Berufsgruppen, berichtet der NDR. Gleichzeitig werden in Mecklenburg-Vorpommern immer noch Personen geimpft, die der Gruppe 2 angehören.

Wer über 18 Jahre alt ist und sich mit Astrazeneca impfen lassen möchte, kann dies unabhängig von Impfpriorisierung und Alter tun. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales rät zudem, sich beim jeweiligen Landkreis über Sonderimpfaktionen zu informieren. Auch für das Personal an weiterführenden Schulen und in der Kinder- und Jugendhilfe sowie bei Polizei und Feuerwehr werden die Impfungen von vielen Landkreisen und kreisfreien Städten in Eigenregie organisiert.

Niedersachsen

Auch in Niedersachsen ist Kreis der Impfberechtigten größer geworden. In der Prio-Gruppe 3 können sich neben den über 60jährigen schon seit letzter Woche auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und seit heute auch Tätige in weiteren Berufsgruppen, wie Lebensmitteleinzelhandel und verschiedene behördliche Institutionen impfen lassen. Wer wann genau an die Reihe kommt, lesen Sie hier.

Ab dem 31. Mai geht Niedersachsen den nächsten Schritt. Dann können sich auch Wahlhelfer, Hochschulbeschäftigte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Transportwesen oder der Lebensmittelindustrie impfen lassen.

Nordrhein-Westfalen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen können seit dem 23. April Menschen, die 70 Jahre alt sind, einen Termin buchen. Davor waren es nur die über 70-Jährigen. Seit dem 30. April ist eine Terminbuchung für chronisch Erkrankte der Priorität 2 auch in den Impfzentren möglich, bislang nur bei Hausärzten. Die Priorisierung für Astrazeneca bei Hausärzten wurde nicht aufgehoben. Sie dürfen aber Restdosen "niedrigschwellig" vergeben.

Lehrkräfte an weiterführenden Schulen, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Angestellte in der Justiz und Steuerfahndung können seit dem 6. Mai einen Impftermin vereinbaren. Das Gleiche gilt auch für Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie für Eltern schwer chronisch kranker Minderjähriger, die selbst nicht geimpft werden können.

Die genannten Personengruppen können über die Terminbuchungsportale der Kassenärztlichen Vereinigungen einen Impftermin in einem Impfzentrum buchen. Die Terminbuchung ist nach Ministeriumsangaben online möglich über www.116117.de sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117. Zusätzlich können auch die jeweils für die Landesteile eingerichteten Rufnummer für Impftermine genutzt werden. Das sind die (0800) 116 117 02 für Westfalen-Lippe und die (0800) 116 117 01 für das Rheinland.

Nach Ministeriumsangaben kommt für diese Personengruppen der Impfstoff von Biontech oder von Moderna zum Einsatz. Eine Wahl ist aber nicht möglich. Die Personen benötigen einen Nachweis der Impfberechtigung bei den Berufsgruppen über eine Arbeitgeberbescheinigung. Sie muss zum Impftermin mitgebracht werden. Gerade Pendlern dürfte die Aufhebung des Arbeitsstättenprinzip das Impfen erleichtern: Der Arbeitsort spielt bei der Wahl des Impfzentrums keine Rolle.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hält sich anders als manch anderes Bundesland an die vorgegebene Impfreihenfolge, wie Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betont. Daher gilt: Alle Menschen über 60 Jahre, Personen mit Vorerkrankungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmter Berufsgruppen sind impfberechtigt.

Allerdings gilt dies in der Praxis nur leicht eingeschränkt. In vielen der 32 Impfzentren ist die Gruppe 3 zwar schon dran, in anderen ist aber noch nicht die Gruppe 2 vollständig geimpft.

Vorgezogen wurden in Rheinland-Pfalz zudem die rund 20.000 Lehrer an weiterführenden Schulen, die eigentlich zur Gruppe 3 gehören.

Bis spätestens Ende Mai sollen aber alle 70 bis 79 Jahre alten Menschen aus Gruppe 2 ihren ersten Piks bekommen haben. Die rund 140.000 Menschen aus dieser Gruppe, die eine Vorerkrankung haben oder als Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen registriert sind, sollen ebenfalls größtenteils im Mai geimpft sein, zumindest aber bis Ende Mai wissen, wann ihr Termin sein wird.

Bis wann alle über 60 aus Gruppe 3 einen Termin haben, die sich schon seit 7. April und damit als Erste aus Gruppe 3 registrieren konnten, ist offen.

Saarland

Im Saarland hängt beim Impfen viel vom Zufallsgenerator ab. Denn in regelmäßigen Abständen bestimmt er die Reihenfolge von Terminen, die auf einer Impfliste eingegangen sind. Daher spielt es auch keine Rolle, ob man sich bei der Öffnung einer Liste oder einer neuen Priorität schnell oder entspannt anmeldet. Fix dagegen sollte man sein, wenn man in den Genuss von Last-Minute-Terminen kommen möchte. Diese sind über eine Nachrücker-Börse zu bekommen, für Termine, die kurzfristig abgesagt worden sind.

Eines der vier Impfzentren wird von der Bundeswehr auf dem Gelände einer Kaserne in Lebach betrieben. Das Besondere: Es ist rund um die Uhr in Betrieb - auch nachts wird geimpft. In den Impfzentren wird nur noch der Impfstoff von Biontech und Moderna gegeben, Astrazeneca ist den Arztpraxen vorbehalten - auch, weil es einen höheren Beratungsbedarf gebe, heißt es vom Gesundheitsministerium.

Sachsen

Seit dem 21. April ist in Sachsen die Priorisierungsgruppe 3 vollständig an der Reihe. Einen Impftermin bekommen also unter anderem über 60-Jährige, Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Corona-Krankheitsverlauf besteht und/oder Menschen, die im Lebensmitteleinzelhandel, in Schulen (auch allgemein- oder berufsbildend) oder in medizinischen Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko tätig sind.

Auch jeweils zwei Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen (gemäß Priorisierungsgruppe 1 und 2) sind zur Impfung berechtigt. In Arztpraxen ist außerdem die Priorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca komplett aufgehoben: Nach einer Aufklärung durch den Arzt können sich also auch Menschen unter 60 Jahren für eine Impfung damit entscheiden, ohne einer Priorisierungsgruppe anzugehören.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt bekommen aktuell Personen mit der Priorität 3 ein Impfangebot. Allerdings nur dann, wenn regional auch allen durch die Gruppen 1 und 2 berechtigten Personen ein Impfangebot gemacht werden konnte. Werden die für diese Personen freigeschalteten Termine nicht mehr in ausreichender Menge gebucht, können sich auch Gruppe-3-Berechtigte anmelden.

Dabei werden Personen über 60 sowie solche mit erhöhtem Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf vorrangig berücksichtigt. Auch zwei enge Kontaktpersonen von einer nicht in einer Einrichtung untergebrachten pflegebedürftigen Person fallen in die Gruppe 3. Weiterhin sollen auch Menschen im aktiven Dienst der Feuerwehr bei der Impfung berücksichtigt werden.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein läuft die Corona-Schutzimpfungen in der Prioritätsgruppe 3. Termine für eines der 28 Impfzentren können online gebucht werden. Nach Angaben von Gesundheitsminister Heiner Garg bekommen zudem die Hausärzte immer mehr Gewicht beim Impfen. Die Chance auf einen Impftermin beim eigenen Hausarzt sei darum auch deutlich höher als im Impfzentrum, betonte Garg. Dass es trotzdem noch nicht so viele Termine wie Anfragen gebe, liege nicht an den Ärzten oder Praxismitarbeitern: "Wir haben aber nach wie vor nicht genug Impfstoff, um sofort allen Menschen einer Priorisierungsgruppe eine Impfung anzubieten."

Thüringen

Seit dem 4. Mai ist in Thüringen auch die Priorisierungsgruppe 3 geöffnet. Damit sind alle über 60-Jährigen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen impfberechtigt, ebenso wie diverse Berufsgruppen. Zu diesen zählen zum Beispiel Beschäftigte des Lebensmitteleinzelhandels, der Energieversorgung, der Wasserversorgung und der Ernährungswirtschaft. Seit dem genannten Datum wurden für die Gruppe 3 insgesamt 125.000 Termine für den Zeitraum ab dem 12. Mai im Portal www.impfen-thueringen.de freigeschaltet. Impfberechtigte Personen können sich außerdem für Termine bei ihren Hausarztpraxen melden.

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Für Astrazeneca gilt: Die Priorisierung ist vollständig aufgehoben. Demnach können sich auch unter 60-Jährige jetzt beim Hausarzt nach vorangegangener Beratung mit dem Impfstoff impfen lassen. Laut der Info-Website von Thüringen strebt Gesundheitsministerin Werner bis Ende Mai die Versorgung von 40 Prozent der Thüringer mit der Erstimpfung an. Zudem hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die grundsätzliche Aufhebung der Impfpriorisierung in seinem Bundesland angekündigt. "In dem Moment, wo in den Hausarztpraxen ausreichend Impfmaterial da ist, kann der Hausarzt das entscheiden", sagt der Linken-Politiker. Schon jetzt gebe es Hausärzte, die in der Entscheidung freier sind, so Ramelow.

Es handelt sich um die aktualisierte Fassung unseres Textes vom 17. Mai 2021.

Quelle: ntv.de, awi

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