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Ausgerechnet bei der Vanille wird bei vielen Herstellern gespart.
Ausgerechnet bei der Vanille wird bei vielen Herstellern gespart.(Foto: imago/CTK Photo)
Donnerstag, 28. Juni 2018

Vanilleeis im Test: So schmeckt der Sommer

Sahne, Milch, Zucker, Ei und Vanille. Mehr sollte eigentlich nicht drinstecken in einem guten Vanilleeis. Aber auch nicht weniger oder anderes. Die Realität in den Kühltruhen sieht leider anders aus, wie Öko-Test herausfindet.

Endlich Sommer. Da steigt gleich das Verlangen nach einem schönen Eis. Gerne auch Vanille. Das gibt's glücklicherweise in jeder Supermarktkühltruhe. Ein Blick auf die Zutatenliste kühlt dann aber auch gleich ab. Denn statt der klassischen Rezeptur mit Sahne, Milch, Zucker, Ei und Vanille findet sich im Eis anderes, wie Öko-Test nach einer Untersuchung von 19 Vorratspackungen Vanilleeis bemängelt.

Lust also auf etwas entrahmte Milch, Glukosesirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Kokosfett, Zucker, Molkenerzeugnis, Vanilleschoten, Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Stabilisatoren Johannisbrotkernmehl und Carrageen, natürliches Vanillearoma, Farbstoff Carotine? Nur so als Beispiel einer Zutatenliste. 

Zudem beantworten die Tester auch gleich die Frage, wieso sich die Hersteller nicht auf die fünf klassischen Zutaten beschränken. Nämlich weil diese zu teuer sind. Viele Hersteller nutzen deshalb Tricks, um das Eis möglichst preiswert zu machen. Hier sind sie:

Viel Luft

In den meisten Produkten steckt ein Luftaufschlag von mehr als 100 Prozent. Heißt: mehr Luft als Eis. Viel Luft macht das Eis cremig und günstig. Denn durch die Luft steigt das Volumen, und aus 500 Gramm werden schnell 1000 Milliliter und mehr. Einige Hersteller geben die Nährwerte wie Zucker und Fett pro 100 Milliliter an. Diese Angaben können die Verbraucher nicht nachmessen. Und weil 100 Milliliter oft nicht mehr als 50 Gramm sind, wirken die Kalorien-, Fett- und Zuckergehalte viel geringer als sie tatsächlich sind. Auch preislich erscheinen Sorten mit viel Luft günstiger.

Wenig Vanille

Da Vanille derzeit zu den teuersten Gewürzen der Welt zählt, gehen manche Anbieter, darunter auch Markenhersteller, sparsam mit den schwarzen Schoten um. Zwei peppen ihr Produkt mit Aromastoffen auf. Zudem findet sich hier auch zu viel Mineralöl (Cremissimo Bourbon Vanille, Mövenpick Bourbon Vanille - beide "ungenügend"). Positiv fallen jedoch die günstigen Discounterprodukte auf, die mit recht hohen Vanillegehalten punkten. 

Billige Zutaten

Statt Milchfett setzen viele Hersteller Kokosfett ein. Milchfett kostet zwar mehr, ist aber ernährungsphysiologisch wertvoller, weil es sich leichter verdauen lässt. Immerhin: Das ökologisch bedenkliche Palmfett taucht hingegen nur noch selten auf den Zutatenlisten auf. In vielen Vanilleeisrezepturen steckt auch billiger Glukosesirup oder Glukose-Fruktose-Sirup.

Guten Gewissens kann Öko-Test denn auch nur vier Produkte mit "gut" bewerten. So zum Beispiel das günstige "Romanza Vanille Eiscreme" von Netto (1,48 Euro).       

Quelle: n-tv.de