So teuer wie im März 2023 Gaspreise für Neukunden auf Drei-Jahres-Hoch

Die angekündigte Waffenruhe mit Iran hat die Preise für Gas deutlich sinken lassen. Aufgrund der lange unterbrochenen Lieferwege und der zerstörten Infrastruktur ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Energiepreise schnell wieder das Niveau von Februar, vor dem Ausbruch des Iran-Krieges, erreichen.
Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise trotz angekündigter Waffenruhe weiter nach oben: Für Neukunden erreichen sie mit rund 10,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh) den höchsten Stand seit drei Jahren. Zuletzt lagen die Preise im März 2023 auf einem vergleichbaren Niveau. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox.
Der Anstieg der Neukundenpreise ist eine direkte Folge der Entwicklung der Gaspreise im Großhandel. Diese hatten sich seit Ausbruch des Krieges um bis zu 59 Prozent verteuert: Lagen die Preise Ende Februar noch bei rund 34 Euro je Megawattstunde, waren es am Dienstag rund 54 Euro. Die jüngsten Aussichten auf Friedensverhandlungen haben die Gaspreise am Mittwoch wieder auf 46 Euro sinken lassen.
Anbieterwechsel meist lohnend
Gas-Neukunden müssen derzeit rund 30 Prozent mehr als noch vor Beginn des Krieges (8,4 Cent/kWh am Stichtag 27. Februar) zahlen. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ergeben sich daraus jährliche Heizkosten von rund 2180 Euro - 500 Euro mehr. Für die Ermittlung der durchschnittlichen Gaspreise der Grundversorgung hat Verivox die veröffentlichten Preise von rund 700 Gas-Grundversorgern in Deutschland ausgewertet.
"Die Gaspreise für Neukunden sind zuletzt deutlich gestiegen, dennoch lohnt sich ein Anbieterwechsel in vielen Fällen weiterhin. Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind nach wie vor erheblich - insbesondere im Vergleich zur Grundversorgung. Angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten und der schwer vorhersehbaren weiteren Entwicklung sollten Verbraucher die aktuellen Konditionen prüfen und sich nach Möglichkeit mit einer Preisgarantie gegen weitere Preisanstiege absichern", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Noch höher fallen die Kosten für Haushalte in der Grundversorgung aus. Diese zahlen aktuell im Schnitt rund 13,4 Cent pro Kilowattstunde und haben damit jährliche Heizkosten von rund 2674 Euro. Der Wechsel in einen günstigeren Tarif spart durchschnittlich 494 Euro ein.
Trotz der gesunkenen Preise wegen der angekündigten Waffenruhe rechnet Stork aufgrund der lange unterbrochenen Lieferwege und der zerstörten Infrastruktur nicht damit, dass die Energiepreise schnell wieder das Niveau von Februar vor dem Ausbruch des Iran-Krieges erreichen.