Ratgeber

Gehalt im reiferen Alter So viel ist für über 50-Jährige zu holen

imago63052423h.jpg

Beschäftigte in leitenden Positionen beziehen besonders ab dem 50. Lebensalter deutlich mehr als ihre Kollegen ohne Personalverantwortung.

(Foto: imago/RelaXimages)

Manchmal kann es auch von Vorteil sein, zu den alten Hasen gezählt zu werden. Auch wenn so mancher mit 50+ schon meint, das Karriereende erreicht zu haben. In puncto Verdienst kann bei entsprechender Qualifikation und Job Erntezeit sein.

Es gibt ja Leute, die meinen, Arbeit lohnt nicht. Und auch wenn die deutsche Mittelschicht eher das Gefühl hat, die Mohrrübe vor der Nase und den Abgrund im Rücken zu haben, kann man es hierzulande mit Fleiß und guter Ausbildung zu einem ansehnlichen Gehalt bringen. Erst recht, wenn der Arbeitnehmer schon im reiferen Alter ist, die Qualifikation stimmt und ein entsprechender Job vorhanden ist.

Denn als "alter Hase" kommen besonders die Früchte von Aus- und Fortbildung zum Tragen. Vor allem dann, wenn früh eine Führungsposition angestrebt wurde. Das Vergleichsportal Gehalt.de hat die Daten von 50.829 berufstätigen Fach- und Führungskräften analysiert, die das 50. Lebensjahr bereits erreicht haben.

Ergebnis? Beschäftigte in leitenden Positionen beziehen besonders ab dem 50. Lebensalter deutlich mehr als ihre Kollegen ohne Personalverantwortung. Dabei wächst auch der Einfluss der Berufsqualifikation: Eine Führungskraft mit Lehre oder einem Fachwirt bezieht jährlich rund 82.800 Euro. Nach einem Studienabschluss beträgt das Gehalt schon rund 118.100 Euro. Der Unterschied zu den Fachkräften wird im Alter besonders deutlich: Mit Lehre oder als Fachwirt beziehen Fachkräfte 40.700 Euro, wohingegen Akademiker jährlich 65.200 Euro verdienen.

Systemrelevant und schlecht bezahlt

Der Branchenvergleich zeigt, dass die Halbleiterindustrie als Teil der Elektroindustrie für Fachkräfte über 50 Jahren am lukrativsten ist. Sie beziehen hier ein jährliches Bruttogehalt von rund 88.200 Euro. Es folgen die Einkommen in der Luftfahrtbranche mit 70.100 Euro und in der Pharmazie mit 67.800 Euro. Auch im Bankwesen (66.000 Euro) und in Unternehmensberatungen (61.400 Euro) können Beschäftigte hohe Gehälter erzielen.

Die geringsten Gehälter werden in Berufen der Callcenter-Branche (25.300 Euro) oder in Hotels und Gaststätten (28.000 Euro) gezahlt. Außerdem gehört der Einzelhandel in der Lebensmittelbranche – trotz Systemrelevanz – ebenfalls zu den niedrig vergüteten Bereichen. Beschäftigte beziehen hier nach ihrem 50. Lebensjahr rund 30.100 Euro. "Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich die Gehälter langfristig in Branchen entwickeln werden, die von der Corona-Pandemie stark betroffen sind. So leidet beispielsweise die Luftfahrtindustrie aktuell immens unter den Folgen der Krise, was zu Regelungen für Kurzarbeit und gegebenenfalls zu Stellenabbau führen könnte", so Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Mehr zum Thema

Auch im Vergleich zwischen den Geschlechtern ergeben sich deutliche Unterschiede in der Vergütung. Männliche Fachkräfte im Alter von über 50 Jahren verdienen rund 50.700 Euro, Frauen kommen auf 37.200 Euro. Noch größer ist die Gehaltsdifferenz unter Führungskräften: Chefinnen erhalten hier 81.800 Euro und Chefs beziehen 107.000 Euro. "Der unbereinigte Gender Pay Gap wird in höheren Altersgruppen immer größer – unter Führungskräften, die älter als 50 Jahre alt sind, beträgt er über 25.000 Euro im Jahr. Die Gründe hierfür lassen sich unter anderem auf die ungleiche Verteilung bei der Kindererziehung und Familienplanung zurückführen. Dieser Umstand bremst die Gehalts- und Karriereentwicklung von Frauen", so Bierbach weiter.

Der Vergleich zwischen Frauen und Männern nach Unternehmensgröße ergab, dass weibliche Fachkräfte in kleinen Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern rund 34.800 Euro verdienen, während Männer auf 41.900 Euro kommen. Der Unterschied wächst mit der Firmengröße und Führungsverantwortung um ein Vielfaches. Während männliche Chefs über 50 Jahre in Großbetrieben 122.600 Euro verdienen, erhalten weibliche Führungskräfte rund 102.200 Euro.

Quelle: ntv.de, awi