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Lohn-Vergleich So viel ist im Krisenjahr 2021 drin

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Beim Branchenvergleich fällt auf, dass Arbeitnehmer im Einzelhandel für Lebensmittel mit 31.200 Euro fast am wenigsten verdienen.

Die Corona-Pandemie ist nach wie vor im vollen Gange. Und wird auch weiterhin Auswirkungen auf die Gehaltsentwicklung in Deutschland haben. Eine erste Untersuchung wagt einen Ausblick für dieses Jahr.

Die Corona-Krise schüttelt die Arbeitswelt nach wie vor durcheinander. Schon jetzt ist klar, dass viele Unternehmen auch weiterhin mit drastischen Einbußen rechnen müssen, die sich dann auch auf die Personalbudgets auswirken. Somit bleiben auch die Gehälter von den Folgen der Pandemie nicht verschont. Wie sehr bestimmen die Faktoren Branche und Region im Jahr 2021 das Gehalt? Und in welchen Bundesländern erzielen Beschäftigte die höchsten beziehungsweise niedrigsten Gehälter?

Diesen Fragen ist die Vergleichsplattform Gehalt.de nachgegangen. In die Analyse sind rund 220.500 Datensätze geflossen. Hierbei wurden Faktoren wie Region, Branche, Beruf, Ausbildung, Unternehmensgröße, Berufserfahrung und Position berücksichtigt.

Wenig Neues beim Bundesland-Vergleich

Ergebnis? Im Bundesland-Vergleich sticht Baden-Württemberg hervor: Beschäftigte verdienen hier 46.600 Euro im Jahr. Damit übersteigt das Einkommen das deutschlandweite Niveau für Beschäftigte um fast acht Prozent. Auch die Gehälter in Hessen (46.300 Euro) und in Hamburg (45.600 Euro) sind lukrativ. Zum Vergleich: Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern verdienen mit 33.700 Euro fast 13.000 Euro weniger als in Baden-Württemberg. Für Führungskräfte stellten die Analysten das höchste Gehalt in Hessen fest. Hier erreicht es – unter anderem durch den Einfluss der Finanzmetropole Frankfurt am Main, mit 100.400 Euro sogar einen sechsstelligen Jahresbetrag.

Beim Branchenvergleich fällt auf, dass Arbeitnehmer im Einzelhandel für Lebensmittel mit 31.200 Euro fast am wenigsten verdienen. Hotels und Gaststätten (29.000 Euro) sowie die Touristik (34.600 Euro) befinden sich ebenfalls unter den Branchen mit niedrigem Einkommen. Zusätzlich leiden letztgenannte Bereiche stark unter den Corona-Beschränkungen. "Die Einkommen in Hotels und Gaststätten waren schon vor der Pandemie vergleichsweise niedrig. Durch Corona sind viele Betriebe deutlich geschwächt, was die Gehaltsentwicklung in der Gastronomie und der Hotel-Branche auch auf lange Sicht zusätzlich ausbremsen wird", so Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Unternehmen aus der Biotechnologie zahlen hingegen sehr lukrative Gehälter: Fachkräfte verdienen hier rund 67.500 Euro im Jahr. Spezialisten aus dieser Branche stehen in der Pandemie besonders im Fokus, da sie mit ihrer Arbeit – zum Beispiel durch die Entwicklung von Impfstoffen – aktiv zum Kampf gegen Corona beitragen.

Auch auf die Lebenshaltungskosten schauen

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Bei der Betrachtung der Berufsgruppen konnte festgestellt werden, dass Chef- sowie Oberärzte wenig überraschend zu den Spitzenverdienern in Deutschland zählen. Ihre Einkommen liegen zwischen 121.700 und 196.300 Euro im Jahr. Der Berufsvergleich zeigt auch, dass sich eine leitende Position auszahlt: Die Gehälter in der Vertriebssteuerung (94.800 Euro) oder in der Regionalverkaufsleitung für Investitionsgüter (90.800 Euro) sind ebenfalls hoch.

Unter den Landeshauptstädten macht beim Gehalt für Fach- und Führungskräfte erneut Baden-Württemberg das Rennen: Beschäftigte in Stuttgart erhalten mit 54.000 Euro im Jahr am meisten – und rund 19.000 Euro mehr als Beschäftigte in Schwerin (34.500 Euro). Führungskräfte erreichen in Stuttgart sogar fast 120.000 Euro im Jahr. München (53.700 Euro) und Düsseldorf (50.600 Euro) belegen den zweiten und den dritten Platz beim Gehaltsranking für alle Beschäftigten. "Vor einem berufsbedingten Umzug sollten Beschäftigte auch immer die Lebenshaltungskosten einkalkulieren. In Stuttgart sind die Gehälter zwar am lukrativsten, aber auch die Mieten deutlich höher als im Bundesdurchschnitt", erklärt Bierbach.

Quelle: ntv.de, awi

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