Sieben wertvolle TippsSteuerberatung gesucht? So steigen Ihre Chancen

Keine Lust, selbstständig die Steuererklärung zu erstellen? Oder scheitert es womöglich am fehlenden Know-how? Die Suche nach professioneller Unterstützung kann sich zäh gestalten. Diese Tipps helfen.
Wer derzeit einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein sucht, braucht häufig vor allem Geduld. Viele Anbieter in Deutschland arbeiten seit Jahren an ihrer Belastungsgrenze und nehmen neue Mandanten - also auch Arbeitnehmer, Rentner und Vermieter, die sich Unterstützung bei der Steuererklärung wünschen - nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr auf.
Für viele Steuerzahler wird die Suche damit zunehmend zur Herausforderung, stellt der Bund der Steuerzahler fest und gibt Tipps, wie die Suche doch erfolgreich enden kann:
Frühzeitig aktiv werden: "Wer erst wenige Wochen vor Ablauf einer Frist einen Berater sucht, hat meist schlechte Karten", sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. "Viele Kanzleien planen ihre Kapazitäten langfristig."
Strukturierten Erstkontakt aufnehmen: Kanzleien bevorzugen häufig Mandanten, die ihre Unterlagen bereits geordnet haben und den eigenen Fall klar beschreiben können. "Wer direkt mitteilt, ob es sich etwa um eine einfache Arbeitnehmer-Steuererklärung, Vermietungseinkünfte oder eine selbstständige Tätigkeit handelt, erleichtert die Einschätzung", so Karbe-Geßler.
Suchradius erweitern: Hilfreich kann sein, nicht nur in Großstädten zu suchen. Kleinere Kanzleien und Hilfevereine im Umland verfügen teilweise noch über freie Kapazitäten. Zudem setzen immer mehr Steuerberater auf digitale Betreuung und arbeiten bundesweit.
Persönliche Empfehlungen nutzen: Fragen Sie Ihre Bekannten oder Verwandten, wer für sie die Steuererklärung erstellt. Fragen Sie mit Verweis auf einen persönlichen Kontakt an, kann das Türen öffnen.
Nicht nur nach Steuerberatern suchen: Für Arbeitnehmer und Rentner kommen auch Lohnsteuerhilfevereine für die Erstellung der Steuererklärung infrage. Diese dürfen allerdings nicht jeden Fall übernehmen. Bei umfangreichen gewerblichen Einkünften oder größeren Vermietungen sind die Möglichkeiten begrenzt.
Nicht nur nach dauerhaftem Mandat suchen: Manche Kanzleien übernehmen zwar keine Mandate mehr auf Dauer, helfen aber bei einzelnen Steuererklärungen oder speziellen Fragen.
Nutzen Sie andere Angebote: Wer gar keinen Berater findet, kann sich zumindest vorübergehend mit offiziellen Informationsangeboten behelfen, etwa über das Bundeszentralamt für Steuern oder die jeweiligen Landesfinanzverwaltungen. Für einfache Fälle kommen auch Steuerprogramme infrage.
Ob die Steuerprofis finanziell mehr herausholen, lasse sich nicht pauschal beantworten, sagt Karbe-Geßler. Wer die Steuererklärung selbst erstellt "und sich gut damit auseinandersetzt", komme zum gleichen Ergebnis wie ein Steuerberater. Die Profis seien allerdings viel routinierter und schneller - insbesondere, wenn der Steuerfall komplexer wird. Geht es etwa um größere Erbschaften oder Schenkungen, werde ein Profi eher an die steuerfreien Pauschalen und Verschonungsregeln denken.
Einen Vorteil bieten Steuererklärungen vom Profi in jedem Fall: Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss zeitliche Fristen beachten. In der Regel ist die Steuererklärung am 31. Juli des Folgejahres fällig. Mit steuerlicher Beratung verlängert sich diese Frist um mehrere Monate.