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Tiefgekühltes bei Warentest 11 von 18 Garnelen sind "gut"

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Der Verzehr von Garnelen gefährdet meist nicht die Gesundheit.

(Foto: imago/blickwinkel)

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Viel Eiweiß, wenig Fett und lecker: Garnelen sind begehrt. Der Bedarf kann längst nicht mehr nur durch den Fang in der freien Wildbahn gedeckt werden. Die Krustentiere werden auch gezüchtet. Was beide Arten taugen, hat Stiftung Warentest untersucht.

Ob gegrillt, gebraten oder sogar roh, Garnelen haben sich längst vom einstigen Luxusgut zur erschwinglichen Discounterware entwickelt. Was nicht zuletzt durch Zucht in sogenannten Aquakulturen möglich wurde. Dementsprechend langen die Europäer zu. Durchschnittlich 1,5 Kilogramm Garnelen isst jeder Mensch in der EU pro Jahr. In Deutschland stehen sie auf Platz fünf der meistgekauften Fische und Meeresfrüchte. 100 Gramm sind oft schon für unter 2 Euro zu haben.

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: der Verzehr von Garnelen gefährdet meist nicht die Gesundheit. Zumindest, wenn diese nicht übermäßig genossen werden. Dies ergab eine Untersuchung von 18 tiefgekühlten, geschälten Produkten der Wasserbewohner. Davon 10 mit rohen Warmwassergarnelen, 5 mit gekochten Warmwassergarnelen, 3 mit gekochten Kaltwassergarnelen. Die Preise pro 100 Gramm reichen von 1,47 bis 4,65 Euro. Dabei ist es egal, ob die Tiere aus Zucht oder Wildfang stammen und ob sie groß oder klein sind. Weder Medikamentenrückstände noch Krankheitserreger oder Schwermetalle wurden in besorgniserregender Menge bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest gefunden.

Und auch nicht schlecht: 11 der getesteten Produkte schnitten "gut" ab - dreimal gab es ein "ausreichend". Darunter Handelsmarken von Discountern und Supermärkten sowie Bioprodukte von Biopolar, Rewe und Alnatura.

Verlässliche Siegel garantieren keine gute Qualität

Bei so vielen guten Nachrichten darf allerdings der Hinweis nicht fehlen, dass die oftmals betriebene Intensivzucht dem Ökosystem der Meere schadet. Denn für die erforderlichen Zuchtteiche müssen nicht selten Mangrovenwälder weichen. Aber es trifft auch die Menschen, die seit Generationen in den betroffenen Gebieten fischen oder Reis anbauen. Schlemmer sollten deshalb auf ein Nachhaltigkeitssiegel auf den Garnelen-Verpackungen achten, als da wären: "EU Bio", "Naturland" oder "ASC" oder "MSC", welches 17 der getesteten Waren tragen.

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Gleich doppelt überzeugen die rohen Garnelen Rewe "Bio Black Tiger" (2,78 Euro pro 100 Gramm, Note 2,1): Sie schneiden im Warentest "gut" ab - und tragen das Naturland-Siegel. Auch zu empfehlen: die rohen Garnelen von Biopolar (4,65 Euro, 1.8) mit EU-Biosiegel und gekochte Warmwassergarnelen von Costa (4 Euro, 1,8) und Bofrost (4,35 Euro, 2,0) - beide mit ASC-Siegel. Die besten Kaltwassergarnelen aus Wildfang kommen von Eismann (3,10 Euro, 1,8) und Lidl Ocean Sea (1,63 Euro. 1,8). Die Untersuchung zeigt aber auch: Verlässliche Siegel garantieren keine gute Qualität.

Zum Beispiel bei den nur "ausreichend" bewerteten Produkten. Die Garnelen von Escal sowie der beiden Edeka-Handelsmarken Gut & Günstig und Edeka Bio schneiden nur ausreichend ab. Sie schmeckten unter anderem leicht fischig, leicht alt oder leicht modrig. Die Garnelen von Edeka Bio sind zudem hoch mit Chlorat belastet. Es kann bei der Verarbeitung etwa über chloriertes Trinkwasser auf Lebensmittel übergehen. Im Übermaß kann Chlorat die Jodaufnahme hemmen.

Quelle: ntv.de, awi

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