Ratgeber

Lebensversicherung und Fiskus Wann keine oder weniger Steuern fällig sind

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Ältere Lebensversicherungen gibt es unter bestimmten Bedingungen auch noch steuerfrei ausgezahlt.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Schon ungerecht: Nicht nur, dass alte Lebensversicherungsverträge eine deutlich üppigere Garantieverzinsung vorweisen, meistens sind die Auszahlungen auch noch steuerfrei. Aber auch jüngere Policen lassen sich zum Leidwesen des Finanzamtes optimieren, wie Warentest erklärt.

In letzter Zeit wurde ja viel gemeckert über das einstige Lieblingsprodukt der Deutschen bei der Altersvorsorge. Drastisch sinkende Garantiezinsen und eine Beschneidung bei der Überschussbeteiligung ließen neuere Policen als wenig geeignet zur privaten Altersvorsorge erscheinen. Vor allem, da hohe Abschlusskosten und Provisionen noch zusätzlich an den überschaubaren Renditen nagen.

Letzteres eint zwar alte und neue Abschlüsse, aber aus heutiger Sicht können vor dem Jahr 2005 unterzeichnete Verträge als wahre Renditerenner durchgehen. Bieten sie doch eine Garantieverzinsung von bis zu 4 Prozent (aktuell 0,9 Prozent). Und Versicherte können die erzielten Kapitalerträge (der Unterschied zwischen den eingezahlten Beiträgen und der ausgezahlten Versicherungssumme) noch steuerfrei vereinnahmen.

Zumindest dann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Der Vertrag ist mindestens zwölf Jahre gelaufen, es wurden mindestens fünf Jahre Beiträge eingezahlt, die erste Einzahlung erfolgte bis spätestens zum 31. März 2005, die Versicherungsgesellschaft hat die Police bis zum 31. Dezember 2004 ausgestellt und der Betrag der Ablaufleistung wird vollständig auf einmal ausbezahlt. Ansonsten werden 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenfalls noch Kirchensteuer fällig. Liegt der persönliche Steuersatz unter der Abgeltungssteuer, gilt dieser. Vorausgesetzt, die Auszahlung wird via Steuerbescheinigung des Versicherers bei der Einkommenssteuererklärung für das Finanzamt in der Anlage KAP angegeben. 

Ab 2005 langt der Staat hin    

Für Verträge, die ab 2005 abge­schlossen wurden, gewährt der Staat in keinem Fall mehr einen kompletten Steuerbonus. Hier bleibt der Kapitalertrag im besten Fall nur noch zur Hälfte steuerfrei. Die andere Hälfte wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Vorausgesetzt, die vollständige Auszahlung der Versicherung erfolgt frühestens nach Ablauf von zwölf Jahren und nach dem 60. Lebensjahr des Versicherungsnehmers. Bei Verträgen ab 2012 gilt dies nach dem 62. Lebensjahr, wie die Stiftung Warentest berichtet. Andernfalls wird die Besteuerung analog zu vor 2005 geschlossenen Verträgen auf die gesamten Kapitalerträge durchgeführt.

Darüber hinaus kann es lohnen, zu schauen, ob eine sogenannte Aufschuboption vereinbart wurde, und diese gegebenenfalls auch zu nutzen. Hierdurch können Sparer die Auszahlung in eine Zeit verschieben, die für sie steuerlich günstiger ist. Das ist beispielsweise bei Rentnern in aller Regel der Fall.  

Als monatliche Auszahlung wird - genau wie bei den vor 2005 geschlossenen Verträgen - der Ertragsanteil mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Dabei hängt die Höhe des Ertragsanteils vom Alter des Versicherten ab, in welchem dieser sich die Kapitallebensversicherung auszahlen lässt. Je früher in den Ruhestand gegangen wird, desto höher ist auch der steuerpflichtige Ertragsanteil.    

Quelle: n-tv.de, awi

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