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Wenn der Mieter auszieht Was bedeutet besenrein?

Vor einer Wohnungsübergabe, sollten grobe Verschmutzungen an Böden, Wänden und Decken beseitigt werden. Foto: Anne Gottschalk.

Vor einer Wohnungsübergabe sollten grobe Verschmutzungen an Böden, Wänden und Decken beseitigt werden.

(Foto: dpa)

Wer aus seiner Mietwohnung auszieht, muss diese "besenrein" übergeben. Damit sind eigentlich keine übermäßigen Reinigungspflichten und Reparaturen verbunden, sondern die Entfernung groben Schmutzes. Doch in bestimmten Fällen sind auch Beschädigungen zu beseitigen.

Mieter sind verpflichtet, die Wohnung beim Auszug in dem Zustand zurückzugeben, in dem sie sie zu Mietbeginn erhalten haben. Hier hilft ein Vergleich mit dem Übergabeprotokoll, das beim Einzug in die Wohnung erstellt wurde, erklärt der Eigentümerverein Haus & Grund Bayern.

Darüber hinaus sollte die Wohnung besenrein sein. Das heißt: Sie muss gesaugt oder gefegt, grobe Verunreinigungen müssen entfernt und unter anderem die Sanitäranlagen gewischt werden. Nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes (DMB) müssen Mieter aber beispielsweise nicht Küche und Keller von Grund auf reinigen oder die Fenster frisch putzen. Die Formulierung "besenrein" begründet keine speziellen Reinigungsverpflichtungen, sondern heißt - so der Bundesgerichtshof (BGH AZ.: VIII ZR 124/05) - "mit dem Besen grob gereinigt". Beseitigt der Mieter grobe Verschmutzungen in der Wohnung, dazu gehören auch Spinnweben im Keller, hat er seine Pflichten erfüllt.

Instandsetzungsarbeiten oder Schönheitsreparaturen sind aber dann notwendig, wenn sie durch Gebrauch entstanden sind, der nicht mehr vertragsgemäß war. Beispiele sind übermäßige Bohrlöcher oder Kratzer von Tierkrallen auf dem Parkett. Als Faustregel gilt: Lässt sich der Schaden nicht durch einfache Malerarbeiten beheben, handelt es sich in der Regel um eine Beschädigung, die der Mieter auszubessern hat.

Aber auch wenn im Mietvertrag von einer besenreinen Rückgabe der Wohnung die Rede ist und keine Reparaturarbeiten notwendig sind, können Renovierungsarbeiten nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden, warnt der Deutschen Mieterbunde. Ist darin zum Beispiel wirksam vereinbart, dass Mieter in der Regel die Haupträume alle fünf Jahre renovieren müssen und sind diese Fristen beim Auszug abgelaufen, muss er die Schönheitsreparaturen in den Räumen auch nachholen, so der DMB.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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