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Die 100.000-Euro-Frage Was lohnt: Sofortrente oder Auszahlplan?

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Läuft es an den Kapitalmärkten gut, ist ein Fonds-Auszahlplan um einiges lukrativer als die Sofortrente.

Wenn es gut läuft, ist das Konto vor der Rente gut gefüllt. Für jene, die ihr Erspartes nicht ausgeben, sondern damit ihre Bezüge aufbessern wollen, stellt sich die Frage, wo am meisten zu holen ist. Finanztest hat sich Gedanken gemacht.

Wer kurz vor der Rente steht und über eine größere Geldsumme aus Sparplan, Versicherung oder Betriebsrente verfügt, möchte möglichst viel und lange etwas davon haben. Finanztest hat aus diesem Grund untersucht, was lohnender ist: die Sofortrente oder ein selbst gesteuerter Fondsauszahlplan mit Indexfonds (ETF). Im Test standen dem Modellkunden 100.000 Euro zur Verfügung. Fazit: Je nach Anlegertyp kann ein Auszahlplan die bessere Wahl sein.

Bei der Sofortrente handelt es sich um eine sofort beginnende klassische Rentenversicherung. Sie ist das Standardprodukt, wenn man einen größeren Geldbetrag in eine lebenslange Rente umwandeln will. Die Rentenexperten von Finanztest haben 26 Angebote geprüft und nur zwei mit "gut" bewertet. Die Ausbeute ist mit 321 Euro monatlicher Rente selbst beim Testsieger Europa (Tarif E-SR +RG/2,0) eher bescheiden. Bei der zweitplatzierten R+V  gibt es 324 Euro monatlich (Tarif RTSE/2,3). Aber immerhin fließt die Sofortrente ein Leben lang und kann in Zukunft auch steigen, wenn die Versicherer das Geld erfolgreich anlegen. Außerdem muss sich der Rentner nach dem Abschluss nicht mehr darum kümmern.

Initiative ist hingegen bei einem selbstgeschneiderten Auszahlplan gefragt. Über 30 Jahre fahren Anleger mit regelmäßigen Entnahmen aus risikoreicheren Aktien-ETF und sicherem Tagesgeld zweigleisig. Wie erfolgreich die Strategie ist, hängt von mehreren Faktoren ab, etwa der Entwicklung auf den Kapitalmärkten und dem Mischverhältnis zwischen sicherer und risikoreicher Anlage. Die Fondsexperten von Finanztest haben deshalb für den Auszahlplan unterschiedliche Szenarien gebildet. Läuft es gut an den Kapitalmärkten, ist der Auszahlplan um einiges lukrativer als die Sofortrente. Bei einem ausgewogenen Mischverhältnis zwischen Tagesgeld und Aktien könnten Rentner theoretisch 30 Jahre lang im Durchschnitt jeden Monat 562 Euro entnehmen (ausgewogene Mischung). Bei kürzeren Laufzeiten ist es noch deutlich mehr. Dagegen sehen die sicheren Sofortrenten alt aus.

Läuft es allerdings schlecht, würde der Fondsauszahlplan allerdings nur 251 Euro pro Monat abwerfen. Zu beachten ist, dass die ETF/Tagesgeld-Variante deutlich kostengünstiger ist als die Sofortrente. Auch dies kann sich über Jahre hinweg bemerkbar machen. Zudem bleibt der Anlager flexibel und kann seine Strategie jederzeit ändern. Hier liegt aber auch ein möglicher Nachteil, trifft er die falsche Entscheidung, etwa beim Mischverhältnis aus sicherem Tagesgeld und risikoreichen Fonds. Ob und wenn ja wie viel beim Auszahlplan am Ende übrig bleibt, hängt neben der Kapitalmarktentwicklung auch von der Höhe der Entnahmen ab. Wer definitiv auch etwas vererben möchte, sollte diesen Betrag von vornherein ausklammern.  

Quelle: n-tv.de, awi

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