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Voraussetzung für den steuerlichen Vorteil bei einer Weiterbildung: Es muss ein Zusammenhang zum Beruf vorhanden sein.
Voraussetzung für den steuerlichen Vorteil bei einer Weiterbildung: Es muss ein Zusammenhang zum Beruf vorhanden sein.(Foto: dpa)
Freitag, 06. Juli 2018

Geld zurück vom Finanzamt : Weiterbildung kann Steuerlast mindern

Weiterbildungen sind gut für die Karriere. Die Kosten für entsprechende Kurse lassen sich steuerlich absetzen. So beteiligt sich das Finanzamt zum Beispiel an Sprachkursen. Aber gilt das auch, wenn der Kurs im Ausland stattfindet?

Ob Sprach- oder IT-Kurse: Fortbildungen für Arbeitnehmer gibt es viele. Der einfachste Weg, finanzielle Hilfe dafür zu bekommen, ist, den Chef um Unterstützung zu bitten. Viele Arbeitgeber sind bereit, Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter zu finanzieren. Dann müssen sich viele aber verpflichten, eine gewisse Zeit im Unternehmen zu bleiben.

Dient die Weiterbildung der Sicherung und Erhaltung der Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, beteiligt sich auch das Finanzamt an den Kosten, erklärt die Bundessteuerberaterkammer. Die Ausgaben können als Werbungskosten die Steuerlast mindern. Abgesetzt werden können Kursgebühren, Fahrt-, Übernachtungs- und weitere Kosten, zum Beispiel für Fachbücher oder Unterrichtsmaterial.

Voraussetzung für den steuerlichen Vorteil: Es muss ein Zusammenhang zum Beruf vorhanden sein. Fehlt die Berufsbezogenheit, werden die Ausgaben als Kosten der Lebensführung steuerlich nicht berücksichtigt. Am einfachsten ist es, wenn der Arbeitgeber bescheinigt, dass die Weiterbildung beruflichen Erfordernissen dient, etwa weil der Arbeitnehmer zukünftig ins Ausland versetzt wird und daher einen Sprachkurs absolviert. Der Steuerpflichtige muss zudem seine Teilnahme am Unterricht nachweisen.

Findet der Sprachkurs im Ausland statt, entstehen oft zusätzliche Aufwendungen, zum Beispiel für die Anreise. Das Finanzamt prüft in diesem Fall im Rahmen einer Gesamtwürdigung, ob in Bezug auf die Ortswahl eine sogenannte private Mitveranlassung vorliegt. Eine Rolle spielt hierbei zum Beispiel, ob der Veranstaltungsort in einem typischen Feriengebiet liegt, in welcher Jahreszeit der Kurs stattfand und wie die unterrichtsfreien Tage gestaltet wurden.

Liegt eine private Mitveranlassung vor, werden Kosten, die nicht direkt zuzuordnen sind, aufgeteilt. Ist ein sachgerechter Aufteilungsmaßstab nicht möglich, kann ein hälftiger Werbungskostenabzug sämtlicher mit dem Sprachkurs verbundenen Reisekosten in Betracht kommen.

Quelle: n-tv.de