Ratgeber

Risiken abdecken Welche Versicherungen wirklich wichtig sind

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Vom Invaliditätsgrad hängt ab, in welcher Höhe eine Leistung auf Basis der vereinbarten Versicherungssumme ausbezahlt wird.

(Foto: imago/Kickner)

Eine Krankenversicherung zu haben - in Deutschland ist das Pflicht. Das gilt auch für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Weitere Versicherung muss man in der Regel nicht abschließen. Doch der Verzicht auf bestimmte Policen kann im Ernstfall teuer werden. Eine Übersicht:

Privathaftpflichtversicherung

Durch eine kleine Unachtsamkeit können Schäden entstehen, die einen in den finanziellen Ruin treiben können - ob nun durch eine unvorsichtig entsorgte Zigarettenkippe ein Großbrand entsteht oder etwa ein Radfahrer versehentlich mit einem Fußgänger kollidiert und ihn dabei schwer verletzt. Eine Privathaftpflichtversicherung kommt für die Schäden auf. "Eine solche Police ist unverzichtbar", sagt daher Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten.

Allerdings braucht nicht jeder einen eigenen Vertrag. "Für Ehegatten oder Personen in eheähnlicher Gemeinschaft reicht ein Familien-Tarif aus", erklärt Roland Stecher von der Verbraucherzentrale Bremen. Bei eheähnlichen Gemeinschaften ist es wichtig, den Partner in der Police zu erwähnen. Beim Familientarif sind Kinder mitversichert - vorausgesetzt, sie befinden sich noch in der Ausbildung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, gerät schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Gegen dieses Risiko schützt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit einer monatliche Rente.

Ein solcher Schutz ist allerdings - abhängig unter anderem von der Branche, in der man arbeitet - nicht unbedingt günstig. Daher kann eine BU nicht jeder finanziell stemmen. "Es gibt zwar ähnliche Produkte, die aber keine wirklichen Alternativen sind", erklärt Böhne.

Das gibt es zum Beispiel die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU-Versicherung). Der Schutz ist aber nicht der gleiche. Bei einer BU-Versicherung bekommt der Versicherte eine monatliche Rente, sobald er maximal noch 50 Prozent seiner letzten beruflichen Tätigkeit ausüben kann. Eine EU-Versicherung zahlt indes erst, wenn der Versicherte weniger als drei Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Ein Elektriker, der noch als Lkw-Fahrer arbeiten kann, könnte also keine Ansprüche geltend machen.

Eine weitere Alternative kann eine sogenannte Dread-Disease-Versicherung sein. Der Versicherte bekommt keine monatliche Rente, sondern einen vereinbarten Geldbetrag in einer Summe, wenn ein Arzt bei ihm eine vertraglich genannte schwere Krankheit wie etwa Krebs oder Schlaganfall diagnostiziert.

Risikolebensversicherung

Eine solche Police kann sich für Familien mit minderjährigen Kindern rechnen. Stirbt ein Elternteil oder Partner, entsteht womöglich eine finanzielle Lücke, die weder durch Renten noch durch eigenes Vermögen zu schließen wäre. "Das Desaster kann dann besonders groß sein, wenn noch ein Immobilienkredit abzubezahlen ist und der oder die Verstorbene womöglich der Hauptverdiener war", so Stecher. Eine Risikolebensversicherung zu haben wäre in einem solchen Fall eine gute Option.

Wer sich für eine solche Police entscheidet, sollte die Preise mehrerer Anbieter vergleichen - "die Leistungen sind bei allen mehr oder weniger die gleichen", betont Stecher. Er warnt davor, statt einer Risikolebensversicherung eine Kapitallebensversicherung abzuschließen mit dem Ziel, gleichzeitig Geld für den Lebensabend anzusparen. "Das lohnt sich nicht, da es für die Altersvorsorge rentablere Möglichkeiten gibt."

Wohngebäudeversicherung

Für Immobilienbesitzer ist eine Wohngebäudeversicherung ein absolutes Muss. "Sie zahlt, wenn etwa ein Brand ein Haus beschädigt oder komplett zerstört", so Böhne. Sie kommt darüber hinaus für alle Schäden auf, die durch Leitungswasser und Naturgefahren wie etwa Sturm und Hagel entstehen können. Daneben können weitere Schäden, die etwa durch Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck entstehen können, durch eine zusätzliche Elementarschadenversicherung abgedeckt werden.

Hausratversicherung

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Edles Mobiliar, teure Musikinstrumente und Gemälde - je wertvoller die Wohnungseinrichtung, desto sinnvoller ist eine Hausratsversicherung. Sie zahlt nach einem Einbruch die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände und übernimmt die Kosten für die Reparatur von aufgebrochenen Fenstern und Türen.

Die Police schützt auch vor Schäden durch Feuer, Sturm oder Leitungswasser. "Wer keinen wertvollen Hausrat besitzt und einen möglichen Schaden in seiner Wohnung finanziell ohne Weiteres stemmen kann, braucht keine Hausratversicherung", so Verbraucherschützerin Böhne.

Quelle: ntv.de, Sabine Meuter, dpa