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Entschädigung gefordert Wenn Ungeimpfte nicht reindürften

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In Zukunft nur noch für Geimpfte?

(Foto: dpa)

Der Ticketverkäufer CTS Eventim fabuliert darüber, dass eine Corona-Impfung zur "Zugangsvoraussetzung" für Veranstaltungen gemacht werden könnte. Und das, obwohl noch nicht klar ist, ob nicht auch Geimpfte andere anstecken können. Für Verbraucherschützer wäre dann eine Entschädigung fällig.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat Entschädigungen für Verbraucher gefordert, falls ihnen aufgrund einer fehlenden Corona-Impfung künftig der Zugang zu einer Kulturveranstaltung verweigert werden sollte. Sollten Verbrauchern durch eine solche Ungleichbehandlung finanzielle Nachteile entstehen, müsse - analog der Corona-Hilfen für Anbieter - "über einen finanziellen Ausgleich gesprochen werden", sagte vzbv-Chef Klaus Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der Verbraucherschützer bezog sich damit auf Äußerungen des Ticketverkäufers CTS Eventim. Dessen Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg war von der "Wirtschaftswoche" mit der Aussage zitiert worden, eine Corona-Impfung könne zur "Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen" gemacht werden.

Müller meinte nun mit seiner Entschädigungsforderung mögliche Fälle, in denen Verbraucher etwa ein Ticket bereits gekauft haben und dann als Nicht-Geimpfte nicht eingelassen werden. "Es darf nicht passieren, dass Verbraucher für eine Leistung bezahlen müssen, die sie nicht annehmen dürfen", sagte er.

Keine unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften

Der vzbv-Vorstand fügte hinzu: "Es ist nachvollziehbar, dass Eventim seinen Betrieb wieder hochfahren will. Aber Schnellschüsse sind gerade nicht angebracht." Noch sei unklar, ob nicht auch Geimpfte andere Menschen anstecken könnten und wie sich die Situation durch Corona-Mutationen entwickeln werde. Solange dürfe es keine unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften geben.

Eventim hatte allerdings laut RND im Nachgang zu Schulenbergs Interview erklärt, die Teilnahme an Veranstaltungen nicht an eine Impfung gegen das Coronavirus binden zu wollen. Entsprechende Interpretationen des Gesagten seien falsch.

Und auch der Deutsche Ethikrat hat sich dagegen ausgesprochen, staatlich verordnete Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte früher aufzuheben. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt" sollte "eine individuelle Rücknahme staatlicher Freiheitsbeschränkungen für geimpfte Personen nicht erfolgen", heißt es in einer Empfehlung des Gremiums. Derzeit sei noch mehr Klarheit darüber notwendig, in welchem Ausmaß Corona-Impfungen die Übertragung des Virus unterdrücken.

Der Veranstalter hat das Hausrecht

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Ungeachtet dessen, stehen die Veranstalter wohl zumindest vor keinen rechtlichen Hürden, wenn sie die Vorlage eines Impfausweises verlangen. So erklärt Rechtsanwalt Arndt Kempgens aus Gelsenkirchen gegenüber RTL: "Der Veranstalter hat das Hausrecht und es gilt die Privatautonomie. Das bedeutet, dass jeder Veranstalter selber entscheiden darf, wer seine Konzerte besuchen darf." Entsprechend könne er das von einem Impfpass abhängig machen. "Ein Grundrecht auf Konzert-Teilnahme, das gibt es so nicht".

Von staatlichen Leistungen wie die Nutzung von Bus und Bahn könnten noch nicht Geimpfte allerdings nicht ausgeschlossen werden. "Das ist ein Teilhabeanspruch, den jeder hat gegen den Staat. Wenn da Unterschiede gemacht werden, ob jemand geimpft ist oder nicht, dann wird es kritisch", so Kempgens.

Quelle: ntv.de, awi/AFP

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