Ratgeber

Vorverlegung eines Flugs Wenn der Flieger früher abhebt

Es ist ein Ärgernis: Der gebuchte Flug wird gestrichen oder verspätet sich stark. Und manchmal startet er einfach auch ein paar Stunden früher. Darüber, ob auch für derart verhinderte Passagiere eine Ausgleichszahlung fällig wird, hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Wenn ein Flug um mehr als eine Stunde vorverlegt wird, gilt er als annulliert. Die Vorverlegung durch die Fluggesellschaft könne nämlich für die Fluggäste zu schwerwiegenden Unannehmlichkeiten führen, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH). Passagiere hätten also Anspruch auf die in der Fluggastrechteverordnung vorgesehene Ausgleichszahlung (Az.: C.146/20 unter anderem).

Ein Gutachter des EuGH hatte bereits im September die Auffassung vertreten, dass ein früherer Start unter bestimmten Umständen ein spezieller Fall der Annullierung sein könne. Auch bei einer Vorverlegung um nur wenige Stunden sei nicht auszuschließen, dass ein Fluggast, der nicht über die neue Zeit informiert wurde, den Flug verpasse. Nach dem Urteil können Kundinnen und Kunden künftig eine Entschädigung in solchen Fällen erhalten. Kein Recht auf Entschädigung hätten Passagiere jedoch, wenn die Fluggesellschaft sie frühzeitig über die Änderung informiert und Alternativen anbietet.

Nun sind die nationalen Gerichte gefragt

Jetzt müssen das Landgericht Düsseldorf und das österreichische Landesgericht Korneuburg über Klagen von Passagieren gegen verschiedene Airlines entscheiden. Sie legten dem EuGH Fragen zum EU-Recht vor. Dieser entschied nun auch, dass ein Fluggast selbst dann Ansprüche gegen eine Airline haben kann, wenn das von ihm beauftragte Touristikunternehmen den Flug gar nicht gebucht habe.

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Wenn der Reiseveranstalter dem Fluggast nämlich einen Beleg über den Flug ausgestellt habe, gelte dieser Beleg als bestätigte Buchung. Vom Passagier könne nicht verlangt werden, dass er sich Informationen über die Beziehungen zwischen dem Reiseunternehmen und dem Luftfahrtunternehmen beschaffe, erklärte der EuGH. Die Airline könne ihrerseits Regressforderungen an den Reiseveranstalter stellen. In den konkreten Fällen müssen nun das deutsche und das österreichische Gericht entscheiden.

So gibt es Entschädigung.

Quelle: ntv.de, awi/AFP

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