Ratgeber

Nach Widerruf Wer muss die Retourkosten zahlen?

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Viele Händler verzichten freiwillig auf mögliche Retourkosten.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Im Internet gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Zudem kann der Kunde beim Onlinekauf Ware bei Nichtgefallen innerhalb eines zweiwöchigen Widerrufsrechts zurückgeben. Doch wer zahlt dann die Rücksendung?

Fundgrube Internet. Ein, zwei Klicks und schon ist das gewünschte Produkt auf dem Weg und wird sogar nach Hause geliefert. Kein Wunder also, dass der Onlinehandel boomt. Denn bequemer geht es für den Kunden eigentlich nicht. Wenn die Ware dann nicht gefällt, kann diese auch noch ohne Angabe von Gründen im Rahmen des Widerrufsrechts zurückgegeben oder -geschickt werden. Aber wer muss eigentlich die Kosten für derartige Retouren tragen?

Bis vor wenigen Jahren war noch der Verkäufer dazu verpflichtet, das anfallende Porto zu übernehmen, wenn der Artikel 40 Euro oder mehr kostete. Seit Sommer 2014 erlaubt eine EU-Verbraucherrechte-Richtlinie jedoch, Retouren kostenpflichtig zu machen. Doch viele Händler verzichten freiwillig auf ihr Recht. So auch die großen Online-Händler wie Amazon und Zalando. Ersterer verpflichtete sogar jüngst Drittanbieter, die ihre Ware über Amazon verkaufen, es dem Versandriesen gleichzutun.

Ungeachtet dessen muss der Online-Händler, möchte er die Rücksendekosten nicht selbst tragen, den Käufer vor Vertragsabschluss über die finanziellen Belastungen durch eine mögliche Retoursendung im Rahmen eines Widerrufs informieren. Unterlässt er dies, muss er auch die Kosten der Rücksendung tragen.

Wichtig: Gefällt die Ware nicht und wird diese deshalb zurückgeschickt, darf dies in keinem Fall kommentarlos erfolgen. Denn der Widerruf muss eindeutig erklärt werden, wie das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz (ZfEV) erklärt. Am besten tun dies Verbraucher per E-Mail, Fax oder Einschreiben. Denn sollte es später zu einem Streit mit dem Händler kommen, hat der Kunde einen Nachweis zur Hand.

Übrigens: Nach altem Recht gab es keine ausdrückliche gesetzliche Regelung, wer im Falle eines Widerrufs die Hinsendekosten zu tragen hat. Dies ist nun auch im Rahmen des neuen Verbraucherrechts dahingehend geregelt, dass der Händler bei erfolgreichem Widerruf dazu verpflichtet ist, etwaige Hinsendekosten an den Käufer zu erstatten.

Quelle: ntv.de, awi