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Krach mit dem Automobilclub Wer zahlt den Abschleppschaden?

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Bei Pannenfällen im Ausland erbringt die Versicherung die Pannenhilfe gerade nicht selbst.

(Foto: imago stock&people)

Ein Schutzbrief vom Automobilclub gibt ein gutes Gefühl beim Reisen. Und tatsächlich: Bleibt der Wagen liegen, zahlt die damit verbundene Versicherung die Abschleppkosten. Dumm nur, wenn dabei ein Schaden am Auto entsteht.

Je nachdem, ob die Leistung eines Schutzbriefes im In- oder aber im Ausland erbracht wird, kann es bei einer Panne des Autos zu erheblichen Haftungsunterschieden kommen. Denn ist für das Ausland lediglich Kostenerstattung vereinbart, haftet die Versicherung des Automobilclubs nicht für Schäden, die beim Abschleppen entstanden sind. Dies hat das Amtsgericht München entschieden (Az.: 251 C 18763/15).

In dem verhandelten Fall ist die spätere Klägerin Mitglied eines großen deutschen Automobilclubs. Ihr Fahrzeug unterliegt damit der Schutzbrief-Gruppenversicherung. Bei einer Fahrt in Dänemark kam es zu einem Motorendefekt, sodass die Fahrt nicht fortgesetzt werden konnte. Nach telefonischer Rücksprache mit der Schutzbriefversicherung des Automobilclubs verständigten deren Mitarbeiter ein dänisches Abschleppunternehmen. Beim Abtransport fiel das Fahrzeug versehentlich vom Abschleppfahrzeug, es entstand erheblicher Sachschaden in Höhe von rund 5000 Euro. Diesen wollte die Frau von der Schutzbriefversicherung ersetzt bekommen.

Diese lehnte die Erstattung jedoch ab. Entgegen der Auffassung des Mitgliedes sei zwischen eigenen Serviceleistungen und reinem Kostenersatz zu unterscheiden. Für den Fall der Pannen- und Unfallhilfe im Ausland sei im Rahmen der Gruppenversicherungsbedingungen lediglich Kostenerstattung bis zu den im Vertrag vorgesehenen Leistungsgrenzen vereinbart. Die Leistung werde gerade nicht selbst durchgeführt, man werde vielmehr nur als Vermittler tätig. Für den im Ausland agierenden Abschleppdienst bestehe keine Verantwortung, dieser sei weder Erfüllungsgehilfe noch im Auftrag der Versicherung tätig.

So sah dies auch das Amtsgericht München. Demnach habe die Schutzbriefversicherung den Schaden nicht selbst verursacht. Und ist rechtlich auch nicht verantwortlich. Die vertraglich zugesicherten Leistungen umfassten denn auch lediglich Kostenerstattung. Bei Pannenfällen im Ausland erbringt die Versicherung die Pannenhilfe gerade nicht selbst, sondern vermittelt lediglich die Erbringung der Serviceleistung, bfand auch das Gericht.

Quelle: n-tv.de, awi

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