Ratgeber

Plötzlich Abfall vor der Nase Wertet Container die Eigentumswohnung ab?

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Ökologisch sinnvolle Abfallentsorgung gehört zum urbanen Leben.

(Foto: imago/STPP)

Auch wenn die Eigentumswohnung teuer war - mit einen Abfallcontainer in der Nähe der neuen Bleibe müssen die Bewohner leben, oder? Ob Eigentümer, denen nach dem Kauf eine Müllsammelstelle in die Nähe ihrer Wohnung gestellt wird, den Kaufpreis mindern können, hat nun ein Gericht entschieden.

Auch in einem Neubaugebiet müssen irgendwo Altglas- und Altpapiercontaineranlage aufgestellt werden. Das sollten Käufer von Eigentumswohnungen einkalkulieren. Denn laut einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf berechtigt eine solche Anlage in der Nähe der Wohnung keinen Schadenersatzanspruch (Az.: 21 U 46/19). Das gilt insbesondere dann, wenn sich die Käufer für eine zentral gelegene Eigentumswohnung entschieden haben.

In dem Fall hatte ein Ehepaar im Jahr 2015 eine rund 140 Quadratmeter große Vierzimmerwohnung im zweiten Obergeschoss von einem Bauträger in Düsseldorf für rund 550.000 Euro gekauft, in dem insgesamt rund 1800 Wohnungen entstehen sollen. Auf der Straßenseite gegenüber der Wohnung errichtete die Stadt eine Containeranlage für Altglas und -papier.

Dass dies geschehen würde, wussten die Eheleute bei Kaufabschluss nicht. Sie fühlten sich deshalb von dem Bauträger arglistig getäuscht und erhoben Klage gegen ihn. Die Begründung: Ihre Wohnung sei wegen der optischen Beeinträchtigungen und Lärm- und Geruchsbelästigungen, die von der Containeranlage ausgingen, rund 30.000 Euro weniger wert.

Ihre Klage blieb ohne Erfolg: Die ökologisch sinnvolle Abfallentsorgung gehöre zum urbanen Leben, für das die Eheleute sich mit der Standortwahl ihrer Eigentumswohnung entschieden hätten, befand das Gericht. Die damit einhergehenden Beeinträchtigungen seien unvermeidbar. Denn auch in Wohnvierteln mit gehobenen Quadratmeterpreisen müsse die Abfallentsorgung sichergestellt sein.

Auch sei die Errichtung der Containeranlage unter Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften erfolgt. Der Abstand von 21,5 Metern zum Haus sei sogar größer als der verwaltungsrechtlich empfohlene. Zudem hätten sich die Kläger sich bewusst für eine zentral gelegene Eigentumswohnung entschieden. Sie mussten damit rechnen, dass es dort verstärkt zu Umweltgeräuschen kommen würde.

Quelle: ntv.de, awi/dpa