Ratgeber

Nomen est omen Wie kann man seinen Namen ändern?

imago51590981h.jpg

Nicht jedem passt sein Name. Er könnte zu fad, zu wenig glamourös oder aber auch zu Spott verleitend sein. Der eine oder andere würde ihn deshalb gern loswerden. Doch das ist nicht so einfach. Und wenn doch, drohen andere Konsequenzen.

Seinen Namen kann man sich nicht aussuchen? Doch, doch, das geht. Manchmal zumindest. Die wohl einfachste Methode, um sich zumindest seines Nachnamens zu entledigen, ist zu heiraten und den Namen des Partners anzunehmen. Doch Vorsicht, wusste doch schon Johann Wolfgang von Goethe zu berichten, dass die Ehe der Sonderfall eines Abonnements ist, das mehr Geld kostet, als wenn man einzeln zahlen müsste. Anders, aber auch wenig verlockend drückte es der Philosoph Arthur Schopenhauer aus. Demnach bedeutet eine Ehe, seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln. Ein recht hoher Preis, um an einen neuen Namen zu kommen. Besser also doch nur aus Liebe heiraten.

Andere Möglichkeiten, zu einem anderen Nachnamen zu kommen, können auch eine Adoption oder aber eine Scheidung sein, bei der der voreheliche Name wieder angenommen wird. Beide Maßnahmen sollten eigentlich kein Motiv sein, um seinen ungeliebten Namen loszuwerden. Aber es geht auch ohne Ehe, Adoption und Scheidung.

Allerdings kann dann der Vor- oder Familienname nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Änderung rechtfertigt, der so schwerwiegend sein muss, dass die Belange der Allgemeinheit dahinter zurücktreten. Grundsätzlich stehen aber Vor- und Familienname nicht zur freien Disposition des Namensträgers, da es im gesellschaftlichen Interesse liegt, dass ein Name eindeutig einer Person zugeordnet werden kann.

Wichtige Gründe für Namenswechsel

Ungeachtet dessen kann für einen Namenswechsel sprechen, wenn die Mehrheit den Namen mit anstößigen Gedanken verbindet oder der Name lächerlich klingt oder zu entsprechenden Wortspielen verleitet. Aber auch der Umstand, dass ein Name sich nur schwer schreiben oder aussprechen lässt oder dass eine Person nach der Einbürgerung einen unauffälligeren Namen tragen möchte, kann eine Änderung rechtfertigen. Auch wenn ein Name im Umfeld der Person so oft verbreitet ist, dass eine Verwechslungsgefahr besteht oder aber auch wenn der Familienname selten oder auffällig ist und bei großen Bevölkerungsgruppen mit einer Straftat in Verbindung gebracht wird, ist eine Namensänderung denkbar. Hat eine Person mehrere Vornamen und der Zweit- oder Drittname soll an die erste Stelle rücken, ist dies auch meist möglich.

Ob die für den Einzelnen relevanten Gründe auch "wichtige Gründe" im Sinne des Namensänderungsgesetzes darstellen, sollte besser vorab mit dem zuständigen Standesamt geklärt werden.

Ansonsten landet der Wunsch nach einem anderen Namen auch gerne mal vor Gericht. Zum Beispiel vor dem Verwaltungsgericht (VG) Koblenz, welches sich jüngst mit der Klage eines Mannes befassen musste, der seinen Namen wegen familiärer Probleme in James Bond ändert wollte. Die Gemeinde hatte den Wunsch des Klägers zuvor abgelehnt und später auch das VG. 

So oder so: Wer an einer Namensänderung festhält, muss den entsprechenden Antrag entweder beim zuständig Einwohnermeldeamt oder dem örtlichen Standesamt stellen. Wenn er abgelehnt wird, ist ein Widerspruch möglich. Ist auch dieser erfolglos, bleibt nur der Klageweg.

Gleiches gilt für Deutsche mit doppelter Staatsangehörigkeit, die auf die Idee kommen sollten wegen des strengen deutschen Namensänderungsgesetzes in dem Land in dem sie auch Staatsbürger sind eine Namenskorrektur vorzunehmen. Laut des Europäischem Gerichtshof (Az.: C-541/15) liegt die Entscheidung über die Anerkennung der Änderung bei deutschen Gerichten, beziehungsweise den oben genannten Behörden.

Sollte dem Antrag hingegen stattgegeben werden, kommen auf den Antragsteller nicht unerhebliche Kosten zu. Denn für die Änderung des Familiennamens können sich diese auf von 2,50 Euro bis hin zu 1022 Euro pro Person belaufen. Bei Änderung des Vornamens werden Kosten in Höhe von bis zu 255 Euro fällig. Hinzu kommen noch die Aufwendungen für die notwendige Änderung verschiedener Dokumente wie beispielsweise Ausweise, Bankkarten und Führerschein.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen