Ratgeber

Absteigen in der Fußgängerzone Wie schnell dürfen Radler rollern?

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Hier ist Radfahren erlaubt - nur wie schnell?

(Foto: imago/STPP)

In einer Fußgängerzone schnell mit dem Rad zu fahren, ist nicht die beste Idee. Denn wer hierbei erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen. Manch einer kommt da auf den Gedanken, nur auf einem Pedal stehend zügig zu rollern. Ist das besonders pfiffig?

Grundsätzlich gilt: Ist kein Verkehrsschild vorhanden, welches die Geschwindigkeit regelt, können Radfahrer so schnell fahren, wie sie möchten. Denn die allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften gelten nur für Kraftfahrer. Anders verhält es sich hingegen, wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorhanden ist. Dann müssen auch rasende Radler auf die Bremse treten. Beispielsweise darf in Spielstraßen, Fußgängerzonen oder auf Gehwegen - wenn die Nutzung überhaupt erlaubt ist - nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Ansonsten kann ein Bußgeld von 15 Euro fällig werden. Werden dabei Fußgänger gefährdet, erhöht sich der Betrag auf 35 Euro.

So manch einer mag beispielsweise in Fußgängerzonen auf die Idee kommen, hier, statt mit dem Rad zu fahren, nur zu rollern. Zum Beispiel, indem der Radler mit dem rechten Fuß auf dem linken Pedal steht und sich mit dem linken Fuß abstößt, während das Fahrrad mit einer Hand gelenkt wird.

So verhielt es sich auch in einem vor dem Amtsgericht (AG) München verhandelten Fall (Az.: 912 OWi 416 Js 133752/19). Prompt wurde der 49-jährige Radler beim wie beschriebenen Rollern von einer Polizeibeamtin beobachtet und zur Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 15 Euro verdonnert.

Tatsächliches Tempo ist entscheidend

Unter Verweis darauf, nicht schneller als die Fußgänger gewesen zu sein, verweigerte der das aber zu zahlen. Vielmehr war er der Meinung, das Rad legitim als Roller nutzen zu dürfen.

Das AG München sah die Sache allerdings anders und bestätigte das Bußgeld. Zwar sei die Fußgängerzone für den Fahrzeugverkehr zugelassen gewesen, das heißt, der Delinquent hätte gar nicht vom Rad steigen müssen - aber er sei eben auch rollernd schneller als mit der hier vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit unterwegs gewesen. Die Polizeibeamtin konnte glaubhaft versichern, dass sich in der Fußgängerzone zum Tatzeitpunkt relativ wenige Passanten aufhielten, wodurch ein zügiges Vorankommen gewährleistet gewesen war. Sie habe den Betroffenen über 15 bis 20 Meter beobachten können, wie er einige Fußgänger überholt habe. Diese wären im normalen Tempo durch die Fußgängerzone zielstrebig vorangeschritten. Es habe sich jedenfalls nicht um schlendernde oder bummelnde Touristen gehandelt.

Außerdem stellte auch das Fahrradrollern nach Ansicht des Gerichts ein Führen eines Fahrrads dar und dieses hätte eben nur unter Einhalt der Schrittgeschwindigkeit durch die Fußgängerzone geführt werden dürfen.

Quelle: ntv.de, awi