Ratgeber

Keine Filialen Wie zahlt man Bargeld bei Direktbanken ein?

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Wer mehr als 15.000 Euro zur Kasse trägt, muss sich fragen lassen, wo das Geld herkommt.

(Foto: imago/Eibner)

Geldgeschenke, der Erlös aus einem Autoverkauf oder Preisgelder - manchmal hat man mehr Bargeld zuhause, als einem lieb ist. Wie bekommt man das aufs Konto, wenn die eigene Bank keine Filialen hat?

Die Hochzeitsgäste waren großzügig, ein paar tausend Euro sind mehr oder weniger kreativ verpackt auf dem Gabentisch der Frischvermählten gelandet. Die haben jetzt allerdings ein kleines Problem: Wie kommt das viele Geld aufs Konto? Bei einer Filialbank würde sich die Frage erübrigen. Einfach am Schalter einzahlen, fertig. Doch die beiden sind Kunden einer Direktbank. Das heißt: keine Bankschalter, keine Geldautomaten mit Einzahlfunktion.

Das Geld per Post an die Bank zu schicken ist keine Lösung, so viel ist klar. Es gibt aber andere Möglichkeiten, nur sind die in der Regel eben nicht so bequem oder so billig wie bei den Filialbanken. Die einfachste Variante: Die Direktbank ist Tochter einer Filialbank oder kooperiert mit einer solchen. Kunden der Comdirect werden ihr Geld beispielsweise in den Filialen der Commerzbank los. Die ersten drei Transaktionen im Jahr sind kostenlos, danach werden 1,90 Euro berechnet.

Kunden der Norisbank können die Geldautomaten der Cash Group nutzen, zu der auch die Deutsche Bank gehört. An deren Automaten können sie auch Geld einzahlen. Die 1822direkt gehört zur Frankfurter Sparkasse. Diese nimmt Bargeld für die Kunden der Direktbank-Tochter an. Außerhalb des Frankfurter Raums hilft das freilich wenig, bei den anderen Sparkassen werden Gebühren fällig. Die Ing Diba arbeitet mit der Reisebank zusammen. Wer von dort aus zwischen 1000 und 25.000 Euro aufs Diba-Konto transferiert, zahlt dafür nichts. Die 200 Euro Weihnachtsgeld von der Oma werden also nicht angenommen – zumindest nicht kostenfrei.

DKB holt Bargeld ab

Aus dem Fintech Number26 ist inzwischen N26 geworden, eine Direktbank mit eigener Banklizenz. Bargeld bekommen die Kunden via Handy an der Supermarktkasse, und hier können sie auch welches einzahlen. Kostenlos sind allerdings nur 100 Euro im Monat. Für Summen, die darüber hinausgehen, werden 1,5 Prozent Gebühren abgezogen. Und die DKB? Am Bankensitz in Berlin und an 14 Niederlassungen in Ostdeutschland gibt es Automaten, die auch Scheine annehmen. Ansonsten kann man via Onlinebanking die Abholung beantragen. Dieser Service kostet aber 30 Euro, lohnt sich also nicht für Kleinbeträge.   

Da kann es günstiger sein, das Geld bei einer fremden Bank einzuzahlen. Kunden der Consorsbank bleibt auch garnichts anderes übrig. Aber längst nicht alle Banken bieten diese Möglichkeit überhaupt an. Wenn, dann ist sie nicht ganz billig.  15 Euro nehmen etwa die Hypovereinsbank und die Deutsche Bank. Bei Postbank und Commerzbank wird es noch teurer, wenn die eingezahlte Summer über 5000 bzw. 7500 Euro liegt. Für Summen bis zu 1500 Euro ist die Reisebank die beste Option. Sie nimmt ein Prozent vom Umsatz für Einzahlungen auf Konten fremder Banken, mindestens 6,50 Euro. Bei den Sparkassen ist das Bild sehr unterschiedlich, manche bieten den Service überhaupt nicht an, manche nehmen 20 Euro oder mehr.

Egal auf welchem Weg das Bargeld aufs Konto kommt:  Bei Summen ab 15.000 Euro müssen die Banken genauer hinschauen, dazu verpflichtet sie das Geldwäschegesetz. Fremde Kunden müssen sich ausweisen, und die Einzahlung wird protokolliert. Wer 20.000 Euro aus einem Autoverkauf einzahlt, rückt damit aber nicht automatisch ins Visier der Steuerfahndung. Melden müssen die Banken die Einzahlung nur, wenn sie Verdacht schöpfen. 

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Quelle: ntv.de

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