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Mehr Gehalt im Handwerk Wo sich der Meistertitel lohnt

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Im Handwerk lohnt sich der Zusatzeinsatz besonders.

(Foto: imago/blickwinkel)

Handwerk scheint wieder goldenen Boden zu haben, denn Fachkräfte sind schwer zu haben. Ob sich die starke Nachfrage auch auf das Einkommen der Handwerker auswirkt und in welchem Bereich mit Meistertitel am meisten zu holen ist, zeigt eine neue Untersuchung.

Wer dieser Tage die Dienste eines Handwerkers benötigt, kann lange warten. Auch wegen des Immobilienbooms und den damit einhergehenden Arbeiten sind die Fachkräfte schwer zu haben. Zudem fehlt es an Nachwuchs. Stichwort Fachkräftemangel.

Was sich beispielsweise am Beruf des Elektronikers zeigt. Der gehört zu den zukunftssichersten in Deutschland, da die Auftragsbücher entsprechender Betriebe voll sind, nur eben Personal fehlt. Und das, obwohl Elektroniker mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Schnitt 36.000 Euro jährlich verdienen. Kommt noch ein Meistertitel obendrauf, ist der Beruf rein finanziell der attraktivste Job im Handwerkeruniversum. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Gehalt.de von 11.474 Datensätzen ergeben, bei der die Einkommen von zwölf ausgewählten Handwerksberufen ermittelt wurden.

Laut Gehaltsvergleich steigt das Einkommen von Elektronikern mit Meistertitel auf 44.800 Euro und erhöht sich damit um mehr als 8700 Euro. Auch Zimmerer (40.100 Euro), Maurer (40.300 Euro) oder Dachdecker (40.300 Euro) können als Meister mit ihrem Einkommen die 40.000-Euro-Grenze überschreiten. "Für Handwerker, die beruflich aufsteigen oder Führungsaufgaben übernehmen möchten, ist der Meistertitel auf jeden Fall zu empfehlen", erklärt Hans Peter Wollseifer, seines Zeichens Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Gründung des eigenen Unternehmens

Im Friseurhandwerk sind die Löhne hingegen am niedrigsten: Nach der Ausbildung liegt das Einkommen bei knapp 21.800 Euro und mit Meistertitel bei 24.200 Euro -  somit beträgt der prozentuale Gehaltszuwachs 10,9 Prozent (2400 Euro). Es ist im Vergleich die schwächste Entwicklung durch den Meistertitel. Im Mittelfeld bewegen sich beispielsweise die Gehälter von Lackierern: Diese bekommen nach einer Ausbildung 30.200 Euro und mit Meistertitel 35.700 Euro jährlich (plus 18,2 Prozent).

Den prozentual größten Sprung durch die Weiterbildung wurde bei Goldschmieden ermittelt. Nach der Ausbildung erhalten Goldschmiede 26.800 Euro. Ein Meister verdient mit 33.700 Euro 25,4 Prozent mehr als die Kollegen ohne den Titel.

"Der erworbene Meistertitel macht sich nicht immer im Gehalt signifikant bemerkbar. Er ermöglicht aber die Gründung eines eigenen Unternehmens, was sich in der aktuellen Situation des starken Fachkräftemangels besonders auszahlt", sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Der Zentralverband des Handwerks geht aktuell von 250.000 offenen Stellen in der Branche aus. Davon sind unter anderem die Bereiche Sanitär, Heizung, Elektronik und das Lebensmittelhandwerk betroffen. "Handwerksberufe können jungen Menschen heute hervorragende Karriereperspektiven bieten. Eine Handwerksausbildung ist im Grunde eine Jobversicherung", sagt Wollseifer.

Quelle: n-tv.de, awi

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