Ratgeber
Probleme in Wohnungseigentümergemeinschaften kommen häufig vor.
Probleme in Wohnungseigentümergemeinschaften kommen häufig vor.(Foto: imago/Future Image)
Dienstag, 08. Mai 2018

Sonderumlage wird fällig : Wohnungskäufer müssen nachträglich zahlen

Eigentum verpflichtet. Manchmal sogar zu Dingen, die man selber gar nicht in der Hand hat. Käufer von Eigentumswohnungen sollten sich daher genau erkundigen, welche Verpflichtungen sie mit ihrer Unterschrift unter den Kaufvertrag eingehen.

Neubesitzer einer Eigentumswohnung müssen eine Sonderumlage zahlen, auch wenn diese vor dem Kauf beschlossen wurde. Denn fällig wird die Umlage nicht automatisch mit dem Beschluss der Eigentümergemeinschaft, wie ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe zeigt.

Gezahlt werden muss sie vielmehr erst, wenn der Verwalter die Umlage abruft, berichtet die Zeitschrift "Das Grundeigentum" (Nr. 8/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin.

In dem verhandelten Fall (Az.: V ZR 257/16) hatte eine Frau eine Wohnung gekauft, was im Oktober 2014 im Grundbuch eingetragen wurde. Bereits im August hatte die Eigentümergemeinschaft eine Sonderumlage in Höhe von insgesamt 60.000 Euro für Bauvorhaben beschlossen. Auf die neue Eigentümerin entfiel ein Anteil von 2400 Euro, den die Verwaltung im Dezember von ihr einforderte. Da die Eigentümerin diese aber nicht zahlte, landete der Fall vor Gericht.

Der BGH schließlich verurteilte die Eigentümerin zur Zahlung. Beitragspflichtig seien nicht nur Eigentümer, die an der Beschlussfassung beteiligt sind, sondern auch künftige Eigentümer. Demnach tritt die Fälligkeit nicht schon mit dem Beschluss der Eigentümergemeinschaft ein, sondern erst dann, wenn der Verwalter den Betrag von den einzelnen Eigentümern einfordert. Zwar könnten Eigentümer auch einen anderen Fälligkeitstermin festlegen. Das sei in diesem Fall aber nicht geschehen, befand das Gericht.

Experten empfehlen Kaufwilligen, sich dringend die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen durchzulesen. Sind dort Umlagen beschlossen worden, die noch nicht fällig gestellt wurden, muss damit gerechnet werden, dass auch Neueigentümer hierfür zahlen müssen. Entsprechend sollten solche etwaige Zusatzkosten unbedingt in die Finanzplanung mit einkalkuliert werden und bei dem tatsächlichen Kaufpreis berücksichtigt werden. Zudem sollte die Teilungserklärung aufmerksam gelesen werden. 

Quelle: n-tv.de