Ratgeber

Baugeld im Finanztest Zinsunterschiede von bis zu 63.000 Euro

Immobilienkredite weiter günstig

Die Zinsunterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegen je nach Modellfall zwischen 15.000 Euro und 63.000 Euro.

Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa

Auch wenn die Immobilienpreise vielerorts weiter ansteigen - das nötige Kapital dafür ist nach wie vor günstig zu haben. Wer sich auf die Suche nach einer günstigen Finanzierung macht, kann enorm viel Geld sparen.

Noch profitieren Immobilienkäufer von historisch günstigem Baugeld. Im Schnitt lag nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken der Zinssatz für Kredite mit zehn Jahren Zinsbindung 2017 im Schnitt bei rund 1,4 Prozent. Wer sich nicht mit dem erstbesten Kreditangebot zufriedengibt, kann noch zusätzlich eine Menge Geld sparen, wie die Stiftung Warentest in einer aktuellen Untersuchung feststellt.

Demnach lässt sich der Traum vom Eigenheim trotz zum Teil deutlich gestiegener Preise leichter bezahlen als in Hochzinsphasen, wie eine Auswertung der Kredit­konditionen von 91 Banken, Vermitt­lern und Versicherern sowie 11 Bausparkassen für fünf Modelfälle ergeben hat. Festgestellt wurde, dass die Zinsen weit unter ihrem lang­fristigen Durch­schnitt von rund 5 Prozent lagen.

Die Tester stellen fest, dass lange Zinsbindungsfristen ­­oft sinn­voll sind. Die Topkredite für 25 Jahre bei einer Volltilgung sind für weniger als 2 Prozent Zins zu haben (1,96 Prozent, Enderlein, Kreditsumme 200.000 Euro). Wer sich für 20 Jahre bindet und innerhalb dieser Zeit den Kredit voll zurückzahlt, kann bestenfalls mit einer Belastung von 1,77 Prozent rechnen (1822direkt, Kreditsumme 200.000 Euro). Die güns­tigsten Kredite mit zehn Jahren Zins­bindung gibt es für etwas mehr als 1 Prozent (1,01 Prozent, Enderlein, Kreditsumme 210.000 Euro).  Dabei liegen die Zinsunterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter je nach Modellfall zwischen 15.000 und 63.000 Euro.

Doch bevor gekauft wird, sollten sich Interessenten darüber im Klaren sein, dass sich Eigenheimbesitzer um Reparaturen und Ähnliches selbst kümmern müssen. ­Eigenes Erspartes und Mittel von Eltern und Verwandten sollten mindestens 10 bis 20 Prozent des Kauf­preises und zusätzlich die Neben­kosten abdecken. Ein fünf- oder gar sechs­stel­liger Betrag sollte daher zur Verfügung stehen.

Der Kauf einer Immobilie sollte laut Warentest grundsätzlich so geplant werden, dass der Kredit bis zum Renteneintritt "weitgehend" abbezahlt ist. Aber die Untersuchung habe gezeigt, dass ein Immobilienkauf auch in der zweiten Lebenshälfte noch finanzierbar ist, wenn die Schulden dafür zügig getilgt werden können.

Quelle: n-tv.de, awi

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