Reise

Entschädigungen sind möglich Flugausfälle treffen weiterhin Tuifly-Kunden

84403065.jpg

Einige Tuifly-Flieger bleiben am Boden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Fluggäste von Tuifly müssen derzeit ihre Reiseplanung genau im Auge haben, denn viele Flüge fallen aus. Der Grund: Zahlreiche Mitarbeiter melden sich aus Angst vor den Zukunftsplänen des Unternehmens krank. Was das für Reisende bedeutet - ein Überblick.

Die Fluggesellschaft Tuifly muss am heutigen Mittwoch 24 von 99 geplanten Flügen streichen. Als Grund gibt das Unternehmen "viele kurzfristige Krankmeldungen" des Kabinen- und Cockpitpersonals an. Diese hatten bereits am Montag und Dienstag zu zahlreichen Verspätungen geführt, Flugausfälle konnte Tuifly aber vermeiden. Das Unternehmen riet Kunden, auf der Internetseite den aktuellen Status ihres Flugs zu überprüfen. Außerdem stehe die Servicehotline 0800-9006090 zur Verfügung. "Die extrem kurzfristigen Krankmeldungen machen es Tuifly leider unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten."

84501321.jpg

Kunden von Tuifly informieren sich über ihren Flugstatus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Fluggesellschaft kritisierte, die "massiven" Krankmeldungen schadeten "Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße". Gerade jetzt in der Herbstferienzeit seien "dadurch viele Familien mit Kindern betroffen". Hintergrund vieler Krankmeldungen sind offenbar Sorgen der Mitarbeiter um ihre Zukunft wegen des geplanten Zusammenschlusses von Tuifly mit Teilen von AirBerlin. Darüber wurde bereits seit der vergangenen Woche spekuliert. Am Mittwoch bestätigten die Tuifly-Mutter TUI sowie AirBerlin und deren Hauptanteilseigner Etihad die Pläne.

Regelung bei Annullierungen und Verspätungen

Für Tuifly-Kunden, die auch am Montag und Dienstag bereits betroffen waren, gilt: Flugpassagiere müssen es nicht hinnehmen, wenn es aufgrund von Engpässen bei der Crew zu Annullierungen und starken Verspätungen kommt. In solchen Fällen steht ihnen nach EU-Recht eine Ausgleichszahlung zu. "Interne Probleme wie bei Tuifly und Air Berlin sind keine außergewöhnlichen Umstände oder höhere Gewalt", erklärt der Reiserechtler Paul Degott. Nur in solchen Fällen wäre eine Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht befreit. Eine Ausnahme ist ein Streik - dieser zählt als außergewöhnlicher Umstand, eine Entschädigung wird in diesem Fall nicht fällig. Bei Annullierungen und Verzögerungen von mehr als drei Stunden steht Passagieren laut EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Ihre Höhe liegt je nach Flugdistanz zwischen 250 und 600 Euro.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa/AFP

Mehr zum Thema