Reise

Urlaub für Stressgeplagte Kloster-Auszeit - nur mit Schweigegelübde?

imago74707376h.jpg

Kloster Andechs bietet extra Auszeit-Seminare für Manager an.

(Foto: imago/blickwinkel)

Smartphone und Internet links liegen lassen und nur die Stille aushalten, das liegt im Trend. Klosterübernachtungen und Einkehr sind nicht angestaubt. Ob Schweigen oder Achtsamkeitsseminare, das Angebot ist vielfältig. In der Ruhe finden viele Gestresste Kraft.

Der Alltag ist für viele hektisch, da kann ein bisschen Ruhe an den Urlaubstagen sicherlich nicht schaden. Einige Menschen sind vom Alltag sogar überfordert und ausgebrannt. Orte wie Klöster können diesen Menschen helfen, ihr Leben neu zu sortieren oder zumindest zu entschleunigen – wenn sie das wollen. Deutlich mehr Ruhe als in normalen Hotelunterkünften finden die Menschen in den Ordenshäusern. Doch Übernachtungen im Kloster bedeuten nicht überall gleich, dass Gäste auch ein umfassendes Schweigegelübde ablegen müssen.

Die Angebote für Gäste sind in deutschen Klostern ganz unterschiedlich. Wer geistlichen Beistand und innere Einkehr sucht, weil er zum Beispiel auf Sinnsuche ist, kann dies genauso finden wie eine reine Übernachtungsstätte in idyllischer Lage. Auch Trends wie Meditation und Achtsamkeitsseminare führen dazu, dass immer mehr Menschen solche Auszeiten aus der digitalen Welt suchen und Klosteraufenthalte buchen.

Am Klosterleben teilnehmen - beten, arbeiten und schweigen

57124211.jpg

Kloster Arenberg.

(Foto: picture alliance / dpa)

Franziskanermönche und Dominikanerinnen bieten oft die komplette Eingliederung ins Klosterleben an. Dabei beten und arbeiten die Gäste genauso wie die dauerhaften Bewohner. Das ist die komplette Klostererfahrung, wie sie dem Leben innerhalb der Mauern am nächsten kommt. Das heißt auch, dass die Besucher auch in solchen Zellen schlafen, wie es die Nonnen und Mönche tun.

Aber es gibt auch eine Stufe weniger. So betreiben einige Ordenshäuser auch Gästehäuser, die besonders auf Übernachtungsgäste auf Zeit spezialisiert sind. Die Besucher können dann selbst entscheiden, ob sie weitergehend an Meditationen oder Seminaren teilnehmen oder das Kloster als Übernachtungsstätte in ruhiger Lage nutzen wollen.

Achtsamkeit und Anti-Stress-Programme

bühlk.png

Gästezimmer im Kloster Maria Hilf in Bühl.

(Foto: Kloster Maria Hilf Bühl)

Die Klöster wissen auch, dass Anti-Stress-Programme besonders gut laufen. So gibt es sogar Seminare speziell für ausgebrannte Manager (Kloster Andechs), die raus aus ihrem gewohnten Umfeld müssen. Die konträre Welt außerhalb der Ordenshäuser führt dazu, dass diese auch als Zufluchtsort dienen, wenn nichts mehr geht. Natürlich muss nicht erst ein Burnout drohen, um sich ein paar Tage Ruhe zu gönnen. Entschleunigung ist für viele erholsam.

Im Kloster Maria Hilf in Bühl im Schwarzwald kostet beispielsweise eine 3-Tages-Auszeit ab 180 Euro pro Person. Neben Übernachtung und Verpflegung gibt es Gespräche und Gebetsmöglichkeiten. Doch warum ist das so beliebt? "Die eigentliche Frage ist wohl: 'Warum bucht jemand einen Heilfastenkurs, eine Wanderwoche oder ein Yogawochenende im Kloster und nicht in einer weltlichen Einrichtung?' Wohl auch weil hier eine zusätzliche Dimension angeboten wird", versucht Jean-Pierre Gillardin von der Kongregation der "Niederbronner Schwestern" das Erfolgsrezept zu erklären. Stille und geistlicher Rat sind solche zusätzlichen Dimensionen.

Eine weitere Ausprägung sind Klosterhotels. Dort kehren Gäste in gemütliche und komfortable Zimmer ein - das hat nicht mehr so viel mit Askese zu tun und hat auch einen wirtschaftlichen Hintergrund.

Überblick über einige Kloster-Angebote:

  • Kloster Maria Hilf in Bühl: 71 Zimmer für Besucher, verschiedene Kursangebote wie beispielsweise Heilfasten, meditatives Wandern, Kloster-Schnuppertage
  • Kloster Andechs: Seminare für ausgebrannte Manager, die raus aus dem Alltag wollen (nur für Männer)
  • Kloster Arenberg: Spirituelle und körperliche Entspannung zum Beispiel mit speziellen Kneipp-Bädern.

Weiteren Informationen finden Interessenten im Internet.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema