Reise

Vulkane? Kein Problem Outdoor-Abenteuer im Süden Islands

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Der Süden des Landes bietet eine große Vielfalt.

(Foto: Sonja Gurris)

Wild, rau und karg: Island ist mit seiner von Feuer und Eis geprägten Landschaft ein echtes Outdoor-Ziel. Dort kann sich ein Mensch ganz schön klein vorkommen. Oder er fühlt sich als Teil der Natur.

Hvolsvöllur ist umgeben von wild bewachsenen, braunen Feldern und wolkenbedeckten Bergen, von denen einige Vulkane sind. Der kleine Ort im Süden Islands, rund 100 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernt, ist geradezu beschaulich. Nur wenige Hundert Menschen leben hier, einer von ihnen ist Arnar Gauti Markússon. Von seiner Familie und den Gästen von "Midgard Adventures" wird er einfach nur Addi gerufen.

Der große und kantige junge Isländer hat hier seinen Traum verwirklicht, ein auf Outdoor- und Abenteuererlebnisse spezialisiertes Familienunternehmen. "Midgard", wie sie hier kurz sagen, ist nicht nur ein Tourenanbieter, sondern auch eine Art Hostel. In der Umgebung gibt es nicht viele vergleichsweise günstige Unterkünfte.

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Mietwagenfahrer können an so einem Fluss scheitern, dann greifen die einheimischen Rettungsteams ein.

(Foto: Sonja Gurris)

Von außen sieht das Hostel-Gebäude nicht spektakulär aus, doch von innen beeindruckt es umso mehr. Addi setzt sich in die Lounge, in der selbst gebaute Tische und Sitzgelegenheiten aus Paletten stehen. Es ist ein Stil, den es in den Hipster-Cafés auf der ganzen Welt gibt. Die Unterkunft könnte ebenso in Berlin oder Barcelona stehen. Addi arbeitet hier mit seiner Mutter, seiner Frau und einigen Freunden zusammen. Es ist eines der Unternehmen, die nach der großen Finanzkrise von 2008 auf Island entstanden ist, als viele Menschen anpackten und etwas Neues anfingen, um die Wirtschaft wieder aufzubauen. Markússon setzte auf die Touristen und ist damit so erfolgreich, dass der Touranbieter sein Programm ständig erweitert.

Jeder Gast wird herzlich und offen begrüßt. Abenteuerfans sind bei "Midgard" genau richtig. Denn in Addis großer Garage rechts neben der Eingangstür stehen nicht nur monströs große Jeeps, sondern lagern auch Dutzende bunter Schlafsäcke, Isomatten, Skier, Mountain- und Fatbikes. Für Naturliebhaber und Wanderer findet sich hier jede erdenkliche Ausrüstung, um ein paar Tage in der Natur zu verbringen. Survivaltouren sind kein Problem - jedenfalls nicht unter Anleitung. Dann schwingt sich Addi in den gut sechs Meter langen, roten Jeep. Das Fahrzeug hat riesige Felgen und scheint für alle Wetterlagen gewappnet zu sein.

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Addi zeigt Touristen gern seine Heimat und warnt auch vor den möglichen Gefahren.

(Foto: Sonja Gurris)

Er wirft den lauten Motor des Zehnsitzers an. Dann ruckelt er vorbei an Vulkangestein, moosbewachsenen Ebenen und Gletschern. Die Vielfalt der Region wird schon auf kurzen Fahrten sichtbar. Addi hat ein kleines Headset aufgesetzt und plaudert drauflos. Dann rollt der Jeep auf einen Fluss zu.

Wenn die Mietautos im Fluss steckenbleiben

"Wir fahren jetzt über den Fluss Viskour. Im Winter ist er ein Problem, denn verschiedene Wasserschichten frieren ein und dazwischen ist aber immer noch ein bisschen Luft. Das macht das Eis brüchig." Dann nimmt er Anlauf und fährt den großen Jeep mit ein paar Schüben quer über den Fluss.

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Der Vulkan im Hintergrund brachte 2010 den Flugverkehr ziemlich durcheinander.

(Foto: Sonja Gurris)

Das ist aber nicht für alle Autofahrer empfehlenswert, wie er mit einem kleinen Schmunzeln erzählt. "Tatsächlich beschädigen viele Touristen ihre Mietautos, weil sie sich bei der Überquerung dieses Flusses festfahren. Sie fahren gegen die Strömung des Wassers und dann geht oft nichts mehr." Addi kennt sich mit solchen Notrufen aus, denn er ist Teil des freiwilligen Teams, das rausfährt, um verunfallte oder verirrte Touristen oder Einheimische zu retten. Diese Fälle seien in ganz Island ein großes Problem. Viele Menschen überschätzen sich selbst und unterschätzen die Naturgewalten. Allein sein Rettungsteam wird im Sommer zwei Mal pro Woche wegen solcher Unfälle herbeigerufen.

Kurz hinter eine Bergkuppe hält er an und zeigt auf gleich mehrere Wasserfälle, die links neben dem Wagen zu sehen sind.

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Im Vulkan-Museum lernen Besucher alles über das Leben mit den Naturgewalten.

(Foto: Sonja Gurris)

Was für Besucher aus der Ferne wirklich spektakulär wirkt, ist für die Menschen aus der Region nichts Besonderes: Alleine in diesem Gebiet gibt es hunderte kleiner und großer Wasserfälle. Am Gluggafoss kann man sogar unterhalb des Wasserfalls laufen und die laut rauschenden Wassermassen über sich spüren.

Gelassenheit trotz aller Vulkanaktivitäten

Kilometerweit sieht man nichts weiter als Felder, einsame hell- und dunkelbraune Islandpferde und Bauernhöfe, die Wind und Wetter standhalten. Die Vulkaninsel wirkt schroff, rau und unwirklich. Der Wind tost einem auch im Frühling laut um die Ohren. Dann zeigt Addi auf den wohl berühmtesten Isländer: den Vulkan Eyafjallajökull. Unter der Wolkendecke sieht er ganz friedlich aus. Doch der Schein trügt gewaltig, 2010 legte seine Aschewolke den Flugverkehr auf der halben Welt lahm.

Von der Terrasse des Lava Centre in Hvolsvöllur hat man den perfekten Ausblick auf Hekla, Tindfjöll, Katla und eben den Eyafjallajökull. Insgesamt gibt es auf der Insel 30 mehr oder weniger aktive Vulkane, deren Aktivitäten jederzeit genau beobachtet und analysiert werden.

Anreise und Tipps

Anreise per Flugzeug: Icelandair bietet Verbindungen von Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Düsseldorf an. Preise ab 250 Euro für Hin- und Rückflug. Passagiere mit einem Transatlantikflug können bis zu 7 Tage ohne zusätzliche Kosten einen Zwischenstopp einlegen.


Lavabrot-Tour: Laugarvatn Fontana, Hverabraut 1, 840 Laugarvatn (https://www.fontana.is/en/rye-bread-experience)


Tomaten-Erlebnishof und Restaurant Fridheimar: Reykholt, BláskógabyggðIS-801 Selfoss (https://fridheimar.is/en)

Gleich am Eingang des Lava- und Erdbeben-Zentrums befindet sich ein Display, das alle Bewegungen in der isländischen Erde beleuchtet. Jedes Mal, wenn es in den Tiefen der Erde bebt, geht ein Licht an. Hulda Kristjándóttir zeigt sich dennoch unbeeindruckt. "Wir leben einfach damit. Es ist einfach so und falls ein Vulkan wie Hekla wieder ausbricht, gibt es überall und für jede Region Evakuierungspläne", erklärt sie lächelnd. Was für Festlandeuropäer wohl verängstigend und bedrohlich wirkt, kann Isländer nicht schocken.

Sie wachsen mit Vulkanen, Gletschern und Lavafeldern auf und mit dem Bewusstsein, dass diese Naturschätze auch eine Gefahr sein können. Doch bedrohlich für die Natur sind eher manche Touristen, die zu wenig auf die Umwelt achtgeben. Schon am Flughafen werden Reisende von "Inspired by Iceland" deshalb aufgefordert, an einem Automaten den "Isländischen Schwur" abzulegen. Er verpflichtet sie zu einer umweltbewussten, die Natur wertschätzenden Reise. Wer einmal mit Addi unterwegs war und seine Begeisterung gespürt hat, versteht warum.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise von Inspired by Iceland entstanden.

Weitere Informationen über Reisemöglichkeiten finden Sie hier.

Quelle: n-tv.de

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