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Digital und individuell Wie Millenials die Reisebranche verändern

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Individell und digital - das sind die Millenials.

(Foto: imago/Westend61)

Ein Pauschalurlaub kommt für viele junge Reisende kaum noch infrage. Für die Branche bringen neue Ansprüche Veränderungen: Mehr Vernetzung und Individualität erfordern neue Konzepte. Auf der Reisemesse ITB ist das ein großes Thema.

Die Generation der 20- bis 34-Jährigen verändert die Tourismusbranche - da sind sich die Experten sicher. Die "Millenials" (Jahrgang 1982-1996) sind jederzeit vernetzt, sie nutzen permanent soziale Netzwerke und buchen mehrheitlich (zu 54 Prozent) ihren Urlaub im Internet. Der Durchschnittswert aller Altersgruppen liegt hier bei 39 Prozent. Der Deutsche Reiseverband hat diese Entwicklungen zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) auf der Reisemesse ITB in Berlin vorgestellt.

Schon heute macht diese junge Generation mit den anderen Ansprüchen 15 Prozent aller Privathaushalte aus, 2020 werden es gut 25 Prozent sein. Die Herausforderungen sind riesig - vor allem für die Reiseveranstalter und -büros. "Das Internet ist bei jeder Buchung beteiligt und das Smartphone ist ständiger Begleiter auf Reisen, auch die Erlebnisse werden in den sozialen Netzwerken geteilt. Wir müssen die Jungen jetzt und auch in Zukunft überzeugen, auch die organisierte Reise zu buchen", erklärt der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig. Viel beliebter als die Pauschalreise (31 Prozent der Millenials) ist es nämlich, die einzelnen Urlaubskomponenten selbst zusammenzustellen. Ob ein Airbnb-Appartment, das Zimmer über ein Hotelportal und der Flug über eine Website - die digitale Generation organisiert sich mehrheitlich alles selbst.

"Organisierte Reise" klingt nicht wie "Pauschalreise"

Genau das scheint die größte Baustelle der Tourismusbranche zu sein: die Pauschalreisen, die Millenials weniger gerne buchen als beispielsweise ihre Eltern. Unter anderem mit Virtual-Reality-Brillen, die Hotel- und Strandaufnahmen schon im Reisebüro zeigen sollen, will die Branche auch sie in die Büros locken.

Dass das schwierig ist, weiß auch Fiebig: "Wir müssen eine höhere Anziehungskraft für die organisierte Reise erreichen. Gerade bei jungen Menschen mit kleineren Budgets können Reiseprofis helfen, die Wünsche individuell zu erfüllen." Vor allem der Aspekt Sicherheit, die Verantwortung des Veranstalters für die Gesamtreise und die Beratung sollen die Jungen locken. Interessanterweise sprechen die Experten gerne von der "organisierten" statt der "Pauschalreise". Das kommt nicht von ungefähr: schließlich hat die Pauschalreise bei manchem ein langweiliges Image. Das passt weniger gut zur digitalen, international weitgereisten und super-vernetzten Generation der Millenials.

Die Tourismusbranche sieht sich durch die Digitalisierung mit einem großen Wandel konfrontiert. Viele Veranstalter und Organisationen müssen für die jüngere Generation attraktiver werden - und mehr Erlebnisse und maßgeschneiderte Angebote bieten. Es wird schwer, wenn die Reisebüros mit Angeboten von Airbnb, Couchsurfing und Co. konkurrieren wollen.

Quelle: n-tv.de, sgu

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