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Forderung nach Ausschluss Russlands Brief sorgt vor Anti-Doping-Bericht für Wirbel

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Mehrere Anti-Doping-Verbände fordern einen kompletten Ausschluss Russlands in Rio, falls sich der Betrug bewahrheitet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kurz bevor Richard McLaren den Bericht über ein mögliches Doping der Russen in Sotschi vorlegt, mischt sich die US-Anti-Doping-Agentur mit einen Brief ein. Die Amerikaner fordern den Ausschluss Russlands von Olympia, falls sich der Betrug bestätigen sollte.

Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA, fordert von IOC-Präsident Thomas Bach den Komplett-Ausschluss  Russlands von den Olympischen Sommerspielen in Rio, die vom 5. bis 21.  August stattfinden. Tygart will Bach einen entsprechenden Brief zukommen lassen und soll sich dabei auch auf Inhalte des WADA-Berichts von Richard McLaren berufen, der am Montag im kanadischen Toronto veröffentlicht wird.

In dem Schreiben wird das IOC zu einer Entscheidung bis zum 26. Juli aufgefordert, dem NOK und den Sportverbänden Russlands die Teilnahme an den Spielen zu verwehren.

USADA-Chef Travis Tygart betonte, dass der Brief die Unterstützung von mindestens acht weiteren nationalen Anti-Doping-Agenturen habe. Dazu soll auch Deutschland zählen. In Bezug auf die bevorstehende Eröffnung der Olympischen Spiele  fordern wir das IOC auf, noch vor dem 26. Juli zu handeln und Russland, sein Olympisches und Paralympisches Komitee sowie sämtliche russischen Sportverbände von den Spielen in Rio auszuschließen", wird Tygart in russischen Medien zitiert.

"Voreilige Schlüsse"

Russland reagierte mit Empörung auf den Brief. "Ich finde es seltsam, dass Leute so einen Brief schreiben. Wie können sie voreilige Schlüsse ziehen, ohne dass die Kommission ihr Ergebnis präsentiert hat? Ich denke, dass Druck ausgeübt werden soll", sagte Natalja Schelanowa, die Assistentin des russischen Sportministers Witali Mutko.

Irritiert reagierte auch das IOC. Exekutivmitglied Patrick Hickey, zugleich Präsident des Europäischen Olympischen Komitees, äußerte sich angesichts des Schreibens "schockiert und besorgt auf vielen Ebenen". Er habe das Gefühl, dass sich bereits auf ein Ergebnis geeinigt wurde, ohne dass irgendwelche Beweise vorgelegt worden seien. "Solche Störungen widersprechen einem fairen Prozess. Damit wird die Glaubwürdigkeit des wichtigen Berichts untergraben", sagte Hickey.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa/sid

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