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Polen reagiert erbost FIFA verhängt erste Sanktionen gegen Russland

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FIFA-Präsident Gianni Infantino bei einer Zeremonie in Moskau im Jahr 2019.

(Foto: picture alliance/dpa/Sputnik)

Am Donnerstag hoffte FIFA-Präsident Infantino auf ein schnelles Ende des Ukraine-Konflikts. Ein langes Wochenende schweigt die FIFA zu Russlands Einmarsch in die Ukraine. Polen, Schweden und Tschechien verkünden unterdessen einen Boykott. Und auch die nun verhängten Aktionen empfinden die Polen als Farce.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat erste Sanktionen gegen Russland verhängt. Doch das könnte noch nicht das Ende sein. Vorerst dürfen keine internationalen Spiele mehr in Russland ausgetragen werden. Die Heimspiele der Sbornaja müssen auf neutralem Boden stattfinden. Bei diesen wird keine Hymne mehr gespielt und die russische Fahne wird nicht mehr zu sehen sein.

Die Nationalmannschaft darf ebenfalls nicht mehr unter dem Namen Russland auflaufen. Sie muss in Zukunft unter dem Verbandsnamen RFU antreten. Zugleich drohte die FIFA mit einem kompletten Ausschluss. Die Entscheidung sei einstimmig getroffen worden, teilte der Weltverband mit.

"Als allererstes möchte die FIFA erneut die Verurteilung der Gewaltanwendung durch Russland bei ihrer Invasion der Ukraine bekräftigen", schrieb der Weltverband in einem Statement. "Gewalt ist niemals eine Lösung. Die FIFA bekundet ihre Solidarität mit allen Menschen, die von den Geschehnissen in der Ukraine betroffen sind."

Der Weltverband forderte die "dringende Wiederherstellung des Friedens" sowie "die sofortige Aufnahme eines konstruktiven Dialogs". Die FIFA erklärte, in engem Austausch mit dem IOC, der Europäischen Fußball-Union UEFA und anderen Sportverbänden zu stehen, "um zusätzliche Maßnahmen oder Sanktionen, einschließlich eines möglichen Ausschlusses von Wettbewerben, festzulegen, die in naher Zukunft angewendet werden sollen, sollte sich die Situation nicht rasch verbessern."

Europäischer Fußball stellt sich gegen Russland

Polens Verbandspräsident Cezary Kulesza bezeichnete die Sanktionen durch die FIFA als "inakzeptabel". Er schrieb auf Twitter: "Wir sind nicht an einem Spiel des Scheins interessiert. Unsere Position bleibt unverändert: Die polnische Nationalmannschaft wird KEIN Spiel gegen Russland bestreiten. Ganz egal, wie die russische Mannschaft heißt."

Im Laufe des Wochenendes hatten die Verbände von Polen, Schweden und Tschechien bereits verkündet, bei den anstehenden Playoffs zur WM in Katar nicht gegen Russland antreten zu wollen. "Genug der Worte, es ist Zeit zu handeln", hatte Kulesza am Samstag gesagt: "Aufgrund der Aggression Russlands in der Ukraine plant Polen nicht, gegen die russische Mannschaft anzutreten. Das ist die einzig richtige Entscheidung."

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Der französische Fußballverband FFFD hatte am Sonntag über den Verbandschef Noel le Graet in der Zeitung "Le Parisien" einen Ausschluss von Russland für die WM-Endrunde in Katar gefordert. "Die Welt des Sports und insbesondere des Fußballs kann nicht neutral bleiben. Ich werde mich sicherlich nicht gegen einen Ausschluss Russlands aussprechen", sagte Le Graet.

Auch der englische Fußballerband FA erklärte am späten Sonntag, aufgrund der "Gräueltaten der russischen Führung" und "aus Solidarität mit der Ukraine" in "absehbarer Zukunft" keine internationalen Spiele mehr gegen Russland austragen zu wollen. Das beziehe sich nicht nur auf die Spiele der Nationalmannschaft der Männer, sondern auf alle Ebenen des Spiels inklusive Jugend- und Parafußballspielen. Wenig später schloss sich auch der walisische Verband der Entscheidung der Engländer an. In einem Statement hieß es: Man werde aktuell keine internationalen Spiele gegen Russland bestreiten, egal auf welcher Ebene.

Quelle: ntv.de, sue

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