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Twitter-Donnerwetter in den USA In Hongkong brennen LeBron-James-Trikots

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Basketball-Fans in Hongkong verbrennen nach LeBron James' Aussagen sein Trikot auf einem Basketball-Court.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Basketball-Superstar LeBron James hat für seine Aussagen zur Twitter-Krise zwischen der NBA und China viel Kritik einstecken müssen. In Hongkong verbrennen Hunderte seine Trikots, in den USA erntet James einen Shitstorm. Die emotional geführten Diskussionen belasten die Liga vor dem Saisonstart.

NBA-Ikone LeBron James hat trotz seiner durchaus politischen Vita auf ein weiteres Zeichen für Meinungsfreiheit verzichtet und mit seinen China-Aussagen für Irritation gesorgt. "Es gibt negative Folgen, die passieren können, wenn man nicht an andere denkt, wenn man nur an sich denkt", sagte er über General Manager Daryl Morey von den Houston Rockets, dessen Pro-Hongkong-Tweet in China nicht gut ankam: "Deswegen muss man vorsichtig sein mit dem, was wir twittern, sagen und tun."

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Basketballfans in Hongkong fühlen sich von LeBron James verraten.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Daraufhin versammelten sich Hunderte Demonstranten in Hongkong und verbrannten James-Trikots oder trampelten mit ihren Füßen darauf herum. Für sie hat der Superstar sich ans Geld verkauft. Dabei ist der Basketballer normalerweise jemand, der sich gegen Ungleichheit und Rassismus einsetzt. Der gegen Donald Trump wettert. Der in seiner Heimat eine Schule zugunsten benachteiligter Kinder gründete und der mit dem Claim "Mehr als ein Athlet" auf Tour ging.

"DollarDollarDollar"

Auch in den USA fiel die Kritik deutlich für den Superstar aus. James plappere "kommunistische Propaganda nach", schrieb der republikanische Senator von Nebraska, Ben Sasse, bei Twitter. "Jeder ist für die 'Sache' bis die 'Sache' ihn DollarDollarDollarDollarDollar kostet ...", schrieb der Australier Andrew Bogut von den Golden State Warriors. James ist für seinen Ausrüster Nike eine der wichtigsten Werbefiguren in China. Bogut war selbst in jüngster Vergangenheit in die Kritik geraten, weil er rechten Accounts folgte und rechtsextreme Verschwörungstheorien diskutierte.

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Für die Fans in Hongkong hat sich Superstar James an das Geld verkauft.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Bei all der Gegenrede muss allerdings auch erwähnt werden, dass James längst nicht als Einziger klare Worte scheut. Auch der frühere Meistercoach Steve Kerr und Ausnahmespieler Stephen Curry von den Golden State Warriors wollten keine Stellung beziehen, Houston-Rockets-Star James Harden entschuldigte sich gar für den Tweet seines General Managers. Und normalweise, wenn James beispielsweise mal wieder gegen Donald Trump austeilt, wollen Politiker ihm den Mund verbieten. "Shut up and dribble" (Halt den Mund und dribble) heißt es dann.

Quelle: n-tv.de

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