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Kontakt zu Mark S. vermittelt? Kronzeuge Dürr gibt weiteres Doping zu

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Johannes Dürr hat zugegeben, auch nach seiner Überführung gedopt zu haben.

(Foto: www.imago-images.de)

Vom Kronzeugen zum Drahtzieher? Staatsanwaltschaft und Teamkollegen belasten Skilangläufer Johannes Dürr schwer. Er habe den Kontakt zum Arzt hergestellt, heißt es. Während er dieses bestreitet, gesteht er, auch in diesem Winter noch gedopt zu haben.

Johannes Dürr ist wieder auf freiem Fuß, doch die Anschuldigungen gegen den Kronzeugen im Doping-Skandal sind erdrückend. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Skilangläufer habe weiter gedopt. Dürr habe zugegeben, "seit Jahren und bis zuletzt Eigenblutdoping betrieben zu haben", so die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Auf Nachfrage hieß es, er habe noch in der laufenden Wintersaison gedopt. Dürr bestritt allerdings, durch Eigenblutdoping betrogen zu haben.

Das Ermittlungsverfahren werde fortgesetzt, Dürr muss weiter mit einer Anklage rechnen. "Es geht ihm gut, er braucht jetzt erstmal Ruhe", sagte sein Anwalt Michael Lehner am Mittwoch, ohne auf weitere Details der Vernehmung einzugehen. Gegen den Läufer, der am Dienstag festgenommen worden war, besteht laut Staatsanwaltschaft weiterhin der Verdacht des Sportbetruges.

Ohne Doping kein Spitzenläufer?

Dürr hatte mit seinen Aussagen im ARD-Film "Die Gier nach Gold - Der Weg in die Dopingfalle" Mitte Januar die Ermittlungen gegen das Doping-Netzwerk des Erfurter Arztes Mark S. ins Rollen gebracht. Der 2014 bei den Olympischen Spielen wegen Dopings aufgeflogene Läufer arbeitete in diesem Winter an seinem Comeback, verpasste aber die Teilnahme an der Nordischen Ski-WM in Seefeld im Februar. Umso überraschender ist es, dass Dürr bei seinem Comeback-Versuch erneut zu unerlaubten Mitteln griff. Wie ARD-Experte Hajo Seppelt erklärte, habe Dürr bestätigt, in diesem Winter mindestens dreimal Blutdoping betrieben zu haben. Einmal auch in Deutschland, in Irschenberg an einer Autobahnraststätte mit Hilfe von Mark S., zum letzten Mal im Dezember in der Schweiz. Zudem habe er zugegeben, noch im Jahr 2015 abgezapftes Blut deponiert zu haben - ein Jahr nachdem er überführt worden war.

Seine früheren Teamkameraden beschuldigen den 31-Jährigen zudem, ihnen den Kontakt zum inhaftierten Sportarzt Mark S. vermittelt zu haben. Der Österreicher wies das in der Vernehmung zurück. Die geständigen österreichischen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf bleiben jedoch dabei. Dürr habe Baldauf 2016 erklärt, dass man ohne Doping kein Spitzenläufer wird. "Und dass uns ein Erfurter Arzt helfen könnte", sagte Baldauf der "Kronen-Zeitung". In Mark S. fanden Hauke und Baldauf nach eigenen Aussagen genau den Arzt, der ihnen zum Eigenblutdoping verhalf. "Alles war extrem professionell", berichtete Hauke. Wenn die Athleten Infusionen benötigten, sei in einem Nachbarhotel Fachpersonal gewesen, das die Nadeln setzte. Die Trainer konnten nichts ahnen, die Einstichstellen seien gut versteckt gewesen.

"Ich spüre, dass mich viele verachten"

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Dominik Baldauf und Max Hauke planen nun ihr Leben nach dem Leistungssport.

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Hauke und Baldauf gehören zu den neun Athleten, die mittlerweile eine Beteiligung an dem Dopingnetzwerk um den Erfurter Arzt eingestanden haben. Der 40 Jahre alte Mediziner sitzt mit drei seiner Komplizen in München in Haft und wird weiter vernommen. Angst, beim Doping aufzufliegen, hatten Hauke und Baldauf nach eigener Aussage nicht. "Es reicht, nach dem Rennen ein Glas Salzwasser zu trinken, dadurch wird das Blut so stark verdünnt, dass die Werte normal sind", erklärte Baldauf und meinte: "Wer beim Blutdoping bei einem normalen Check auffliegt, muss ein Trottel sein."

Nach ihren Geständnissen bei der WM in Seefeld sei es schwierig gewesen, wieder in den Alltag zurückzukehren. "Ich wohne in einem kleinen Dorf, ich spüre, dass ich die Menschen dort enttäuscht habe und mich nun viele von ihnen verachten", berichtete Baldauf. Hauke war in Seefeld mit einer Bluttransfusion im Arm ertappt worden, ein Video davon gelangte über Soziale Netzwerke an die Öffentlichkeit. "Ich fühlte mich total ausgeliefert und extrem schuldig", sagte Hauke über den Moment, nach dem er aber auch "erleichtert" gewesen sei.

Wie beide erklärten, hat der Langlauf "von Kindheit an" ihr Leben bestimmt. "Wir haben dem Sport alles untergeordnet", sagte Hauke. Nun wollen beide aussteigen und ihr Leben ändern. Hauke denkt an ein Medizinstudium, Baldauf will zur Polizei - trotz aller Vorkommnisse.

Quelle: n-tv.de, Nikolaj Stobbe, sid

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