Formel1

WM-Vorsprung schrumpft zusammen Hamilton siegt im Thriller von Spa vor Vettel

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Lewis Hamilton setzt mit seinem Sieg in Spa Sebastian Vettel unter Druck.

REUTERS

Formel-1-Pilot Lewis Hamilton gewinnt in seinem Mercedes den Großen Preis von Belgien. Sebastian Vettel wird in einem Herzschlagfinale auf dem Kurs von Spa-Francorchamps im Ferrari Zweiter. Sein WM-Vorsprung beträgt nunmehr noch sieben Punkte.

Erst gibt er sein emotionales Ja zu Ferrari, doch dann bleibt ihm das Happy End verwehrt: Der Deutsche Sebastian Vettel hat den ersten Schlagabtausch nach der Formel-1-Sommerpause gegen seinen großen WM-Rivalen Lewis Hamilton in einem wahren Thriller knapp verloren. Beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps musste sich der Ferrari-Star am Tag nach seiner Vertragsverlängerung allein dem fehlerlosen Engländer geschlagen geben, der in seinem Mercedes-Silberpfeil in zahlreichen Windschattenduellen nicht zu überholen war.

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Geschlagen: Sebastian Vettel im Ferrari.

(Foto: AP)

Hamilton feierte seinerseits mit der Einstellung des "ewigen" Pole-Rekords von Rekordweltmeister Michael Schumacher am Samstag und seinem 58. Formel-1-Sieg in seinem 200. Grand Prix ein perfektes Wochenende. Vettel geht nach zwölf Saisonrennen mit nur noch sieben WM-Punkten Vorsprung auf den Engländer ins Ferrari-Heimspiel beim Großen Preis von Italien am kommenden Sonntag. Dritter in einem hochklassigen Rennen wurde Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Der Deutsche Nico Hülkenberg im Renault stellte mit Rang sechs sein bestes Saisonergebnis ein. Pascal Wehrlein musste seinen Sauber nach einem Defekt bereits nach der zweiten Runde abstellen und sagte später zerknirscht bei Sky, dass er nicht mehr glaube, "nächstes Jahr in einem Sauber zu sitzen".

Hamilton gewann den Start hauchdünn vor Vettel, der Engländer hatte seinen großen WM-Rivalen aber dann in der legendären Eau Rouge direkt hinter sich und konnte den Angriff des Deutschen am Ende der ersten langen Geraden abwehren. In der achten Runde war für einen guten Teil der mehr als 100.000 Zuschauer der Tag bereits gelaufen, als der von zahlreichen Landsleuten unterstützte Niederländer Max Verstappen mit seinem Red Bull kopfschüttelnd ausrollte. "Ich kann das nicht glauben", funkte der 19-Jährige. Es war bereits das sechste vorzeitige Aus für den jüngsten Grand-Prix-Sieger der Formel-1-Geschichte in dieser Saison.

Safety-Car-Phase sorgt für Spannung

Gar zum achten Mal nicht ins Ziel kam Ex-Weltmeister Fernando Alonso wegen eines neuerlichen Defekts an seinem McLaren-Honda. Nach den frühen Boxenstopps von Hamilton und Vettel noch im ersten Renndrittel änderte sich wenig am Bild an der Spitze. Neue Spannung kam auf nach einem Crash der Force-India-Teamkollegen Esteban Ocon und Sergio Perez in der 29. von 44 Runden. Nach dem Ausscheiden des Mexikaners brachte das Safety Car das Feld wieder zusammen. Hamilton und Vettel kamen in die Box, wobei sich der Heppenheimer den schnelleren, aber auch weniger langlebigen Reifensatz aufziehen ließ.

Hamilton beschwerte sich am Funk lautstark: "Warum ist das Safety Car überhaupt draußen?". Dadurch war sein kleines Polster auf Vettel dahin. Das abschließende Herzschlagfinale war der Höhepunkt eines Wochenendes der Gänsehautmomente, das stark im Zeichen von Michael Schumacher stand. Fast auf den Tag 25 Jahre nach dessen erstem Sieg an gleicher Stelle am 30. August 1992 drehte dessen 18-jähriger Sohn Mick im Vorprogramm des Rennens mit dem ersten Weltmeister-Auto seines Vaters, dem Benetton-Ford B 194 aus dem Jahr 1994, eine Runde auf dem Ardennen-Kurs. Dabei trug der Formel-3-Pilot einen Helm, der auf der einen Seite sein eigenes Design und auf der anderen das seines Vaters aus dessen Anfangsjahren in der Formel 1 trug.

Am Samstag hatte Hamilton im Qualifying von Spa seine 68. Pole Position erzielt und war dadurch mit Schumacher an der Spitze dieses Rankings gleichgezogen. Als ihm eine Glückwunschbotschaft von Schumachers Ehefrau Corinna und der Familie überbracht wurde, hatte der sonst so coole Hamilton Tränen in den Augen und würdigte Schumacher als "Legende" und "Idol".

Quelle: n-tv.de, Marco Heibel, sid

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