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Gefrustetes Top-Talent: Max Verstappen.
Gefrustetes Top-Talent: Max Verstappen.(Foto: USA Today Sports)
Montag, 23. Oktober 2017

Lehren aus dem USA-Grand-Prix: Red Bull fühlt sich betrogen, Vettel gibt auf

Sebastian Vettels Traum vom ersten WM-Titel mit der Scuderia ist wohl endgültig geplatzt. Sein Ferrari ist im Duell mit Formel-1-Spitzenmann Lewis Hamilton einfach nicht schnell genug. Der Brite schafft erneut Historisches - ebenso wie sein Mercedes-Team. Richtig schlecht ist dagegen die Laune bei Red-Bull-Talent Max Verstappen.

Hamilton ist in den USA unschlagbar

Der Silberpfeil-Star ist nun Rekordsieger in den USA. Fünf der sechs Rennen in Austin hat er gewonnen, zudem einmal in Indianapolis. Damit ließ er Michael Schumacher und Ayrton Senna hinter sich. "Ich genieße das Rennfahren mehr als je zuvor", umschrieb Hamilton sein einfaches Erfolgsrezept. Vom Gewinn der Weltmeisterschaft reden aber mag der 32 Jahre alte Rennfahrer noch immer nicht: "Wir sollten nicht voreilig sein. In meinem Kopf muss ich noch drei Rennen gewinnen." Er sagte aber auch: "Es war ein unglaubliches Jahr." Ex-Weltmeister Niki Lauda, Aufsichtsrat bei Mercedes, drückte es so aus: "Der Junge war schon immer der Beste, jetzt ist er noch besser. Wir sind nun auf dem besten Weg, den Fahrertitel zu gewinnen."

Mercedes schafft Historisches

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Seinen WM-Titel nach einer dann doch umfassenden Regelreform zu verteidigen, das war bisher noch keinem Konstrukteur gelungen. Mercedes aber ließ sich nach drei dominanten Jahren auch durch die neuen Bestimmungen für breitere und schnellere Autos nicht von seinem Kurs abbringen. Schon in Austin machte das Werksteam nun die vierte Team-Weltmeisterschaft perfekt, die wieder einen dicken Batzen aus den Vermarktungseinnahmen der Formel 1 sichert. "Das ist der Lohn für die harte Arbeit vieler Menschen", sagte Teamchef Toto Wolff.

Vettel setzt auf 2018

Bis Anfang September führte der Deutsche die WM-Wertung an, dann brach Ferrari ein. Patzer, Pannen und Pech kosteten Vettel die Chance auf seine fünfte Weltmeisterschaft. In Austin war der Ferrari dann "einfach nicht schnell genug", wie Vettel ernüchtert sagte. "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Wir sind noch nicht gut genug und brauchen die Schuld nicht woanders hinschieben." Nun soll es im nächsten Jahr mit dem Titel klappen. "Es gibt viele Dinge, die mir Hoffnung machen, wenn ich in die Fabrik schaue. Auf die Ideen, die da auf dem Tisch liegen."

Red Bull fühlt sich betrogen

Max Verstappens Überholmanöver gegen Kimi Räikkönen war eine der Szenen des Rennens. Von Platz 16 war der Niederländer noch auf Rang drei gestürmt - dachte er. Doch die Rennkommissare bestraften den 20-Jährigen, weil er beim Überholen kurz neben der Strecke war, und versetzten ihn zurück auf Platz vier. "Mit solchen dämlichen Entscheidungen zerstört man den Sport", schimpfte Verstappen. Und Red-Bull-Berater Helmut Marko ätzte: "Wenn man Paragrafen reiten will - gratuliere. Bestens gelungen."

Umstrittenes Entertainment

Lewis Hamilton schwärmte vom Spektakel vor dem Start: "Das war wie beim Superbowl." Box-Ringsprecher Michael Buffer präsentierte die 20 Fahrer mit viel Pathos, der achtmalige Olympiasieger Usain Bolt gab mit grüner Flagge die Einführungsrunde frei. Für Sebastian Vettel ein bisschen zu viel Getöse. "Ich bin kein Showmann. Ich liebe es, einfach ins Auto zu springen und Rennen zu fahren", sagte er.

Quelle: n-tv.de