Formel1

F1-Star exklusiv vor Saisonstart Vettel-Aus überrascht mutigen Verstappen

Sein Saisonziel ist aktuell nicht zu erreichen, trotzdem ist Max Verstappen zuversichtlich. Im Gespräch mit RTL/ntv verrät der 22-Jährige, was er beim Formel-1-Neustart in Österreich erwartet und was er sich für die Zukunft von Sebastian Vettel erhofft.

Zehn Siege, das war das erklärte Ziel von Max Verstappen für die Formel-1-Saison 2020. Und vielleicht hätte der Red-Bull-Racing-Pilot auch schon den einen oder anderen davon eingefahren - wenn denn überhaupt schon ein Rennen gestartet worden wäre. Eigentlich würden die Piloten in dieser Wochen vom neunten Saisonlauf im kanadischen Montreal zurückkehren. Doch aufgrund der Corona-Krise wird Verstappen erst am 5. Juli erstmals in diesem Jahr um Weltmeisterschaftspunkte fahren. Im österreichischen Spielberg ist das erste Rennen angesetzt, als eines von bisher nur acht bestätigten. Von daher "brauchen wir ja erstmal zehn Rennen, um das überhaupt schaffen zu können", wie der 22-jährige Niederländer im exklusiven Interview mit RTL/ntv verrät.

Wie viele Rennen es am Ende auch werden mögen - fest steht, dass es die letzten von Sebastian Vettel für Ferrari sind. Der 32-Jährige und die Scuderia trennen sich Ende 2020. Verstappen sagte, die Nachricht habe ihn "schon überrascht", er habe mit einer Vertragsverlängerung Vettels gerechnet. "Es wäre schade, wenn er nicht mehr dabei ist", so der zehn Jahre jüngere Verstappen über den Deutschen, der für 2021 noch ohne Cockpit da steht und zum letzten Mal versucht, als zweiter Deutscher nach Michael Schumacher im Ferrari Weltmeister zu werden.

Aber auch Verstappens Ehrgeiz, die Siegesserie von Lewis Hamilton und Mercedes zu durchbrechen, hat die monatelange Zwangspause nicht geschmälert: "Dieses Jahr wollen wir im Kampf dabei sein", wenn es um die Weltmeisterschaften geht. Sechsmal in Folge siegten die Silberpfeile, fünfmal dabei Hamilton, besiegt einzig von seinem damaligen Teamkollegen Nico Rosberg im Jahr 2016. "Viele Siege" sind Verstappens Ziel, und der Saisonauftakt in Spielberg ist nicht nur aus dem Grund reizvoll, dass es für das in Österreich beheimatete Red-Bull-Team der Heim-Grand-Prix ist.

Gelingt der Österreich-Hattrick?

2018 und 2019 siegte Verstappen jeweils auf der Vollgas-Strecke in der Steiermark, dessen Runde mit gerade einmal knapp 70 Sekunden Fahrzeit zu den kürzesten der Motorsport-Königsklasse zählt. "Wir sind alle top motiviert", sagte Verstappen bei RTL/ntv, auch wenn die Fans draußen bleiben müssen. In den Vorjahren hatten vor allem die niederländischen Formel-1-Enthusiasten sich zahlreich auf den Weg an den Red-Bull-Ring gemacht und die Tribünen in ein kräftiges Orange getaucht. "Unglaublich" nannte der achtfache Grand-Prix-Sieger das, nun stehen Geisterrennen vor leeren Rängen an: So habe er die Formel 1 "noch nie erlebt", das werde "ganz anders".

Statt sich von den Fans vor, während und nach dem Rennen feiern zu lassen, stehen diesmal regelmäßige Corona-Tests ganz weit oben auf der Prioritätenliste. "Alle zwei Tage" würden die Beteiligten in Österreich getestet, um eine mögliche Ansteckung zu entdecken und die Ausbreitung zu verhindern. Verstappen berichtete, er habe die ersten Wochen der Pandemie alleine in seiner Wahlheimat Monaco verbracht und "dass alle gesund sind, ist natürlich das Wichtigste". Er selbst habe sich notgedrungen im Simulator fit gehalten und fuhr online Rennen. Das sei "okay" gewesen - anders als sein Fitnessprogramm.

Der 22-Jährige trainiere "mehr als vorher" und fühle sich dank drei Stunden Training pro Tag "fitter als im März", als der Formel-1-Tross unverrichteter Dinge wieder aus dem australischen Melbourne abreisen musste. Was die Unterschiede auf der Strecke und vor allem den Abstand zwischen seinem Red-Bull-Boliden und dem dominanten Mercedes angehe, sagte er: "Schwierig zu sagen, aber der ist nicht ganz so groß."

Echtes Heimspiel erst 2021

Verstappen ist zuversichtlich, dass Motorenlieferant Honda die Antriebseinheit weiterentwickelt habe, die Testfahrten vor Saisonstart in Barcelona stimmten ihn in dieser Hinsicht positiv. Seine Hoffnung für die wohl einzigartige Saison 2020: "Hoffentlich eine spannende Meisterschaft." Ob es in dieser Meisterschaft wie angekündigt zehn Verstappen-Siege gibt - respektive überhaupt geben kann - , liegt auch daran, wie die Formel 1 ihren Kalender vervollständigt. 15 Rennen gelten als Mindestanforderung, damit die zehn Teams die TV-Gelder in voller Höhe ausgezahlt bekommen.

Nicht dabei sein wird in diesem Jahr die heißersehnte Rückkehr der Formel 1 in Verstappens Heimat: Der ursprünglich für den 3. Mai angesetzte Große Preis der Niederlande ist ersatzlos gestrichen, erst 2021 kehrt die Königsklasse auf die in den Dünen der Nordseeküste gelegene Strecke in Zandvoort zurück.

Quelle: ntv.de