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Sport
Sebastian Vettel ist nach der ersten Testwoche nicht wirklich schlauer - weil noch nicht einmal die Reifen warm werden.
Sebastian Vettel ist nach der ersten Testwoche nicht wirklich schlauer - weil noch nicht einmal die Reifen warm werden.(Foto: AP)
Donnerstag, 01. März 2018

"Das Auto funktioniert": Vettel schlingert trotz Tests ins Ungewisse

Frost, Schnee und Regen durchkreuzen die Pläne der Formel-1-Teams. In der ersten Testwoche kann somit keines der Teams große Erkenntnisse gewinnen. Ferrari-Star Sebastian Vettel hofft daher auf Sonne und will in Australien die Hosen runterlassen.

Die erste Testwoche in Barcelona war noch nicht ganz vorbei, da hatte Sebastian Vettel schon einen Haken daruntergesetzt. "Ich hoffe, dass wir die Sonne, die langsam rauskommt, mit in die nächste Woche nehmen können, um dann möglichst viel zu fahren", sagte Vettel am Donnerstagmittag bei immer noch keineswegs frühlingshaften Temperaturen auf dem Circuit de Catalunya. Fragen nach der Stärke des neuen Ferrari beantwortete der viermalige Formel-1-Weltmeister deswegen noch ausweichender als in den vergangenen Jahren. Das Team sei "zufrieden" mit dem neuen SF71H, erklärte der Heppenheimer. Aber: "Wo man damit steht, ist schwer einzuschätzen. Wir fahren alle nach Australien, lassen die Hosen runter und schauen, was geht."

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Bis zum Saisonstart am 25. März in Melbourne läuft aber nicht nur der Scuderia die Zeit davon. Nach Frost am Dienstag, Schnee am Mittwoch und Regen am Donnerstag konnte kaum ein Team bislang großartige Erkenntnisse gewinnen. "Wenn es sehr kalt ist, bekommt man die Reifen nicht auf Temperatur. Dann rutscht man nur herum", erklärte Vettel. Bei derartigen Bedingungen, welche für den traditionellen Testfahrt-Standort Barcelona höchst ungewöhnlich sind, könne man "höchstens ein paar Aerodaten sammeln", so Vettel: "Wenn es draußen zwei Grad hat, werden wir das im Rest des Jahres nicht mehr vorfinden." Zumindest das Grundgefühl stimmt beim Ex-Champion, der in seinem vierten Jahr bei Ferrari seinen ersten Titel mit den Roten anstrebt: "Das Auto funktioniert. Wie gut es funktioniert, bemisst sich aber auch an den anderen."

Rennkalender soll weiter expandiert werden

Die anderen, das dürfte auch 2018 in erster Linie wieder Mercedes sein. Der neue W09 des Weltmeister-Teams der letzten vier Jahre machte in Barcelona einen guten ersten Eindruck, auch wenn hinter der Stärke des Silberpfeils nicht nur wegen der kühlen Witterung einige Fragezeichen stehen. Auch Red Bull dürfte Ferrari und Mercedes wieder herausfordern können. Den größten Sprung scheint Renault mit Nico Hülkenberg gemacht zu haben. Traditionell legt aber kein Team bei den Tests alle Karten auf den Tisch, gerade Mercedes hatte in den vergangenen Jahren im Gefühl der Stärke vor allem bei der Motorleistung ein paar Prozent zurückgehalten.

Zumindest hat Vettel trotz der "teilweise verlorenen Tage" einen leichten Vorteil gegenüber seinem Dauerrivalen Lewis Hamilton. Der Weltmeister aus England hatte an den ersten drei Tage insgesamt lediglich 25 Runden mit dem Mercedes gedreht, auch am letzten Trainingstag ging der 33-Jährige erst am Nachmittag auf die Strecke. Vettel konnte am Dienstag bei "Bedingungen an der Grenze", wie er es nannte, immerhin 98 Runden zurücklegen. Auch am heutigen Donnerstag war der 30-Jährige vormittags 35 Runden auf der Strecke, ehe er sich Zeit für eine Mittagspause nahm, als der Kurs abtrocknete und damit schnellere Zeiten zuließ. Aber Vettel lässt sich nicht unter Druck setzen. Immerhin soll das Wetter in der zweiten Testwoche ab kommenden Dienstag deutlich besser werden. Dann wird es genug Gelegenheiten zum Kilometerhamstern geben.

Genügend Sonne und warme Temperaturen dürften auch in Hanoi und Miami zu finden sein. Vietnams Hauptstadt und die US-Metropole könnten ab 2019 in den Rennkalender aufgenommen werden. Auch Buenos Aires wäre nach 21 Jahren wieder dabei, berichtet das Fachmagazin "Auto, Motor und Sport". Traurig für deutsche Formel-1-Fans: Der Große Preis von Deutschland soll dagegen gestrichen werden, wenn es keine Einigung mit Liberty Media geben sollte.

Quelle: n-tv.de