Formel1

Startzeit, Fahrer, Sprintrennen Was sich 2021 in der Formel 1 ändert

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Vettel jetzt in Grün statt Rot.

(Foto: picture alliance / empics)

Die große Revolution ist auf 2022 verschoben, trotzdem ändert sich in der Formel 1 einiges. Nicht nur zwei "neue" Teams sind am Start, sondern auch drei Fahrerneulinge und die Aussicht auf eine gravierende Änderung für die Qualifikation. Vor dem Bahrain-Auftakt am Wochenende (Qualifying am Samstag, 16 Uhr und das Rennen am Sonntag, 17 Uhr, live im Ticker bei ntv.de) gibt es hier die Änderungen im Überblick.

Teams: Gleich zwei "neue" Rennställe finden sich 2021 im F1-Paddock wieder. Renault benannte sich in Alpine F1 (Sportwagenmarke von Renault) um und geht nun in den französischen Nationalfarben und einem dominanten Blauton an den Start. Aus Racing Point wurde unterdessen Aston Martin. Die britische Traditionsmarke feiert nach über 60 Jahren Abwesenheit ein Comeback in der Königsklasse - im klassisch-eleganten British Racing Green und mit dem von Ferrari verpflichteten Sebastian Vettel.

Rookies: Drei Rookies feiern ihr F1-Debüt. Der schillerndste Name ist natürlich Mick Schumacher. Der Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher fährt nach seinem F2-Titel im vergangenen Jahr nun für den US-Rennstall Haas. An seiner Seite ist der russische Pilot Nikita Mazepin, der vor allem abseits der Rennstrecke Schlagzeilen machte, allerdings keine positiven. Dritter Neuling ist der Japaner Yuki Tsunoda, der sich nach dem zweiten Platz in den Testfahrten (allerdings mit DRS-Trick, indem er den Heckflügel deutlich früher öffnete als im Rennen erlaubt) ein Extralob vom Alpha-Tauri-Teamchef Franz Tost und Red-Bull-Berater Helmut Marko verdiente ("sensationell").

Neue Cockpits: Nur drei Rennställe gehen mit der gleichen Fahrerpaarung wie 2020 ins Rennen: Mercedes, Alfa Romeo und Williams. Alle anderen Teams haben mindestens einen Piloten ausgetauscht. Der prominenteste Name dabei: Sebastian Vettel, der 2021 für Aston Martin fährt. Auch das Comeback von Fernando Alonso bei Renault bzw. Alpine (ausgesprochen übrigens wie das deutsche Wort "Alpin") schlug hohe Wellen. Vettels Platz bei Ferrari nimmt Carlos Sainz ein, dessen Cockpit bei McLaren Daniel Ricciardo übernimmt. Für ihn kommt Alonso zu Alpine. Für Vettel musste bei Aston Martin Sergio Perez weichen, der sich allerdings mit seinem Wechsel zu Red Bull deutlich verbessert hat. Leidtragender ist dort Alex Albon, dem nur die Rolle als Ersatzpilot bleibt.

Rekordkalender: 23 Rennen hat die Formel 1 in ihr Programm aufgenommen, so viele wie noch nie. Und das in einer Saison, die mitten in der Corona-Pandemie stattfindet. F1-Boss Stefano Domenicali bereitet die Fans daher schon auf mögliche Änderungen vor. "Zunächst müssen wir schauen, dass wir diese Saison überhaupt durchziehen können. Während einer Pandemie gibt es keine Sicherheiten." Wenn Corona nicht dazwischen funkt, feiert das niederländische Zandvoort sein Comeback als F1-Strecke (5. September), zuletzt gewann dort 1985 Niki Lauda einen Großen Preis der Niederlande. Neu ist der umstrittene Stadtkurs in Dschidda in Saudi-Arabien (5. Dezember).

Sprintrennen: Mal was Neues wagen: Die F1 plant an drei Wochenenden ein sogenanntes Sprintrennen respektive eine Sprint-Qualifikation. Das "normale" Qualifying findet dann am Freitag statt, am Samstag soll in einem 100 Kilometer-Rennen die Startaufstellung für den Sonntag ausgefahren werden. Im Raum stehen Silverstone, Monza und São Paulo. Die Meinungen im Paddock gehen weit auseinander. Vettel lehnt die Idee ab, McLaren und Teamchef Andreas Seidl sind zum Beispiel dafür. Offiziell verkündet sind die F1-Sprint-Qualis noch nicht.

Zeiten: Das 1. und 2. Freie Training am Freitag werden von 90 auf 60 Minuten verkürzt. Die Verantwortlichen versprechen sich dadurch einen strafferen Ablauf, mehr Action auf der Strecke und weniger Autos, die einfach nur in den Garagen stehen. Die Rennen beginnen nun wieder zur vollen Stunde, und nicht mehr zehn Minuten danach. Bei Europa-Rennen ist die Startzeit auf 15 Uhr festgelegt.

Safety Car: Aston Martin kehrt nicht nur mit zwei Fahrern in der WM-Wertung zurück, sondern stellt auch zusammen mit Mercedes abwechselnd das Safety Car sowie das Medical Car - natürlich in Grün.

Kostendeckel: Ab 2021 greift erstmals der Budgetdeckel. Die Teams dürfen nun nicht mehr als 145 Millionen Dollar ausgeben. Bislang soll Branchenführer Mercedes mehr als 450 Millionen Euro pro Jahr investiert haben. Ausgeschlossen davon sind allerdings die üppigen Fahrergehälter, ebenso wie Marketingkosten und die Bezüge der drei bestbezahlten Mitarbeiter. Im kommenden Jahr wird die Kostengrenze auf 135 Millionen Dollar gesenkt.

Unterbodenänderungen: Die wohl gravierendste Technik-Änderung betrifft den Unterboden der Boliden. Dabei wurde ein Dreieck vor der Hinterachse eingeschnitten. Der Plan: Dadurch soll der Abtrieb verringert werden, die Autos werden einen Tick langsamer.

Schwerere Autos: Die Dienstwagen von Vettel und Co. sind 2021 etwas schwerer, drei Kilogramm um genau zu sein. Das Mindestgewicht beträgt nun 749 Kilogramm. Der Motor muss außerdem 150 statt 145 Kilogramm wiegen.

Benzinmischungen: Es werden nur noch Rezepturen aus der vergangenen Saison und eine neue für die Saison 2021 zum Einsatz kommen. Zudem steigt der Anteil des Biokraftstoffs.

DAS verboten: Es war der Hingucker 2020. Das "Dual Axis Steering System", das innovative Lenksystem, verschaffte Mercedes einen großen Vorteil. Schon 2020 stand früh fest: 2021 darf DAS nicht mehr eingesetzt werden.

Copy-and-paste: Nach dem Hickhack um den "Pinken Mercedes" und folgendem "Copy Gate" von Racing Point setzt die Formel 1 auf mehr Klarheit. Für die gelisteten Teile am Wagen (die Teams selber entwickeln müssen) gibt es nun engere Grenzen. Teams dürfen nur noch bei Rennen/Tests und via Fotos oder Videoaufnahmen Daten der Konkurrenz sammeln.

Quelle: ntv.de, tsi/rtl.de

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