Fußball-EM

Fettnäpfchen programmiert Fußball-Tweets für Politiker gefährlich

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Peter Altmaier und sein Smartphone.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn Politiker auf sozialen Medien unterwegs sind, dann demonstriert das Volksnähe - bietet aber auch allerhand Möglichkeiten, sich in die Nesseln zu setzen. Während der EM ist die Gefahr dafür bei emotionsgeladenen Äußerungen besonders groß.

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"Jaaaaaaaaaa", "Ich flipp aus" und grüne Herzchen für Island: Die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich sind auch bei vielen Politikern ein beliebtes Tweet-Thema - und oft sehr emotional. Gefühlsduselige Äußerungen bergen aber die Gefahr, sich zu verrennen, wie der Politikberater und Blogger Martin Fuchs in Hamburg sagt. "Wenn es um Emotionen geht, ist schnell mal ein falsches Wort dabei, das einen falschen Zungenschlag gibt."

So sorgten etwa Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) und Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) mit ihrer Wortwahl zur Europameisterschaft für Wirbel im Netz. Altmaier schrieb: "Wir werden gegen Island unsere französischen Freunde rächen!!!" Viele Nutzer stießen sich an dem Begriff "rächen".

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Söder hatte über das Viertelfinale Deutschland-Italien getwittert: "Nie mehr Elfer für Özil. Künftig Elfer nur noch durch junge Spieler." Dafür musste er viel Kritik und Spott einstecken - und ersetzte den Tweet um eine Erweiterung mit Müller und Schweinsteiger. Fuchs sieht das nicht ganz so kritisch: "Söder hat mit dem Özil-Bashing eine Stimmung aufgegriffen. Zum Skandal ist es erst später geworden. Der Fehler war es, den Tweet zu vertuschen."

"Kurz durchatmen und überlegen"

Unverfänglich seien dagegen die zahllosen Ergebnis-Tipps der Politiker oder das Mitfiebern während des Elfmeterschießens, meint Fuchs. "Wenn ein Tor fällt, auch online mitzujubeln, ist nie verkehrt." Nahezu ekstatisch tun das etwa die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär ("Ich flipp aus. #Thooooomasss #Warum? #GERITA") und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ("Jaaaaaaaaaa. Ein Saarländer schießt unser Team ins Halbfinale. #JonasHectorFußballgott #ger #euro2016 #gerita").

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  Beliebt waren auch Sympathie-Bekundungen für Island. "Es ist verständlich, dass Politiker auf der Island-Welle mitreiten. Das Underdog-Image hat viele Menschen begeistert", meint Fuchs. Wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, die drei grüne Herzchen twitterte: "Es ist heute Herzenssache grüne Insel #FRAISL #EURO2016". Nur, dass unter Grüner Insel eigentlich Irland - und nicht Island - verstanden wird.

Bleibt Politikern noch, einfach einen Tipp zum Ergebnis zu verbreiten, wie es die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner auf Instagram machte - im Video. Sehr harmlos sei das, aber auch schnell langweilig, urteilt Fuchs. Er rät Politikern: "Es ist wichtig, vor jedem Tweet kurz durchzuatmen und zu überlegen: Ist es das, was ich im analogen Gespräch oder im "Tagesschau"-Interview auch sagen würde?"

Quelle: n-tv.de, fma/dpa

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