Fußball-EM

Hoeneß sieht "schlechtes Signal" Volle Arena in Budapest löst Irritationen aus

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Ungewohnt gefüllte Ränge.

(Foto: Pool via REUTERS)

Die EM in elf Ländern sorgt dafür, dass für die Stadien sehr unterschiedliche Regeln gelten. In Budapest ist die Arena nahezu voll besetzt - was für Kritik unter anderem aus Deutschland hervorruft. Uli Hoeneß setzt auf die Hoffnung, Cristiano Ronaldo fühlt sich nicht zuständig.

Ein Fan-Treffen in Budapest vor dem EM-Spiel zwischen Titelverteidiger Portugal und Co-Gastgeber Ungarn hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie für Kritik gesorgt. In der augenscheinlich voll besetzten Puskas-Arena herrschte anschließend eine Stimmung wie in Zeiten vor dem Virus. Die bis zu 61.000 zugelassenen Zuschauer empfand der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß jedoch als "ein schlechtes Signal. Man kann nur hoffen, dass nix passiert", sagte er bei Magenta TV.

Tausende Fans hatten sich am Nachmittag auf einen zwei Kilometer langen Weg vom Budapester Heldenplatz zum Stadion gemacht, das den Namen der ungarischen Fußball-Legende Ferenc Puskas trägt. Größtenteils in roten Trikots gekleidete Anhänger zogen lautstark durch Ungarns Hauptstadt. Dabei riefen sie auch den Namen von Dänemarks Starspieler Christian Eriksen, der am Samstag auf dem Platz zusammengebrochen war und reanimiert werden musste.

Vor allem am Heldenplatz hielten die dicht gedrängten Fans in Zeiten der Corona-Pandemie aber kaum Abstand voneinander. Ein Mund-Nasen-Schutz wurde Augenzeugen zufolge auch nur vereinzelt getragen. "Diese Bilder zeigen genau das, was die EM vermeiden sollte. Während halb Europa und 95 Prozent der ärmeren Welt noch nicht geimpft sind verhält man sich so, als ob die Pandemie vorüber wäre", kritisierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei Twitter. "Rücksichtslos und unsportlich."

Im Stadion brach schon lange vor dem Anpfiff auf den Rängen Jubel aus, als die noch in Anzüge gekleideten ungarischen Nationalspieler um Kapitän Adam Szalai vom FSV Mainz 05 den Rasen betraten. Die Portugiesen hingegen wurden ausgepfiffen. Lautstark feuerten die Zuschauer nach Anpfiff dann die heimische Nationalmannschaft an.

"Wir als Spieler sehen die Stadien natürlich gerne voll"

Bereits Tage vor dem Spiel der ungarischen Nationalelf gegen Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo war die Fußball-Euphorie groß. Viele Fans hatten für Kneipenterrassen ihre Plätze reserviert, wo das Spiel auf Bildschirmen übertragen wird, berichteten Wirte in ungarischen Medien.

Das Budapester Stadion ist das einzige, das bei der EM trotz der Corona-Pandemie voll ausgelastet werden darf. "Ich wünschte, jedes Stadion wäre voll. Das ist toll für den Fußball und die Fans. Wir sind aber nicht diejenigen, die entscheiden", hatte Ronaldo schon am Tag vor der Partie gesagt. "Wir als Spieler sehen die Stadien natürlich gerne voll", sagte der 36 Jahre alte Stürmer von Juventus Turin.

Im Stadion gilt keine Maskenpflicht, wohl aber die Empfehlung, eine Maske zu tragen. Daran hielten sich aber nur vereinzelt Personen. Ansonsten standen sie an Getränke- und Imbissständen dicht an dicht.

Ausländische Fans müssen am Stadioneingang einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Die ungarischen Fans benötigen für den Besuch der EM-Matches in Budapest einen Immunausweis - für sie reicht ein negativer PCR-Test nicht aus. Einen solchen Ausweis erhält in Ungarn, wer zumindest eine Impfung gegen Covid-19 erhalten hat oder nachweislich eine Corona-Erkrankung überstanden hat. Am Dienstag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 9,9 pro 100.000 Einwohner.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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