Fußball-WM

Medien und Experten angezählt Özil attackiert Ronaldos respektlose Kritiker

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Verstanden sich auf dem Platz vorzüglich: Mesut Özil und Cristiano Ronaldo.

(Foto: AP)

Cristiano Ronaldo erlebt bislang eine Weltmeisterschaft, die so gar nicht nach seinem Geschmack verläuft. Der Superstar verliert an Wert für seine Nationalmannschaft und muss sich heftige Kritik gefallen lassen. Nun bekommt er Zuspruch aus dem Team - und von einer DFB-Ikone, die diese Situation kennt.

Ex-Nationalspieler Mesut Özil hat einen respektvolleren Umgang mit seinem ehemaligen Mitspieler Cristiano Ronaldo gefordert. "Ich verstehe wirklich nicht, woher diese ständige Negativität der Presse über Cristiano kommt", schrieb Özil auf Twitter über den Superstar der portugiesischen Nationalmannschaft. "Er ist bald 38 Jahre alt - wen wundert es also, dass er keine 50 Tore pro Saison mehr schießt? Jeder Fußballfan da draußen sollte froh sein, dass er zusehen konnte, wie er 20 Jahre lang Weltklasse-Fußball gespielt hat."

Ronaldo stand im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Katar zuletzt zum ersten Mal bei einem großen Turnier seit der Europameisterschaft 2008 nicht in der Startelf. Die beiden Offensivkräfte hatten von 2010 bis 2013 zusammen für Real Madrid gespielt und sich bestens verstanden. Über Özil schwärmt Ronaldo einst gegenüber dem "Kicker" in den höchsten Tönen: "Mesut hat mich besser gemacht. Wenn du große Spieler um dich herum hast, spielst du auch gleich stärker."

"Die Medien versuchen nur, Klicks zu bekommen, und Experten, die keine Karriere mehr haben, wollen nur Aufmerksamkeit mit seinem großen Namen bekommen und versuchen, ihn schlecht aussehen zu lassen", schrieb Özil, der 2014 mit Deutschland den WM-Titel gewann. Vier Jahre später sah sich Özil wegen eines Fotos mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan selbst großer Kritik ausgesetzt. Anschließend erklärte er seinen Rücktritt aus der DFB-Elf.

"Jeder sollte einem der größten Sportler der Sportgeschichte mehr Respekt entgegenbringen", so Özil weiter. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand aus der neuen Generation in der Lage sein wird, seine Zahlen noch einmal zu erreichen. Er wird für immer in seiner eigenen Kategorie bleiben." Auch Nationaltrainer Fernando Santos stellt sich vor seinen Kapitän, der in den vergangenen Tagen für so viel Wirbel gesorgt hatte. "Lasst ihn in Ruhe, das hat er nicht verdient nach allem, was er für den portugiesischen Fußball getan hat", sagte der 68-Jährige mit Blick auf die Berichte zu Ronaldos angeblicher Abreise-Drohung.

"Cristiano war nicht glücklich"

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"Er hat mir zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass er die Mannschaft verlassen wird", sagte Santos, nachdem der Verband bereits am Donnerstag die Gerüchte zurückgewiesen hatte. "Wir müssen aufhören mit dieser Polemik", forderte er vor dem WM-Viertelfinale gegen Marokko am Samstag (16 Uhr/ZDF, Magenta TV und im Liveticker bei ntv.de). Ob CR7 in die Startelf zurückkehren wird, ließ Santos offen. Er informierte den Superstar nach eigenen Angaben am Mittag des Spieltags über seine Entscheidung. "Ich habe ihm natürlich alles erklärt. Cristiano war nicht glücklich", sagte der Trainer.

Der bei der WM begeisternde Offensivspieler João Félix glaubt derweil nicht, dass ohne die Legende bessere Leistungen zeigt. "Cristiano hat Fähigkeiten, die andere Spieler nicht haben, und andersherum", sagte der 23-Jährige. "Ob das Team besser oder schlechter spielt, hängt nicht davon ab, ob Ronaldo spielt". Der Superstar steht augenscheinlich nicht mehr im Zentrum des Spiels. Das gestand auch Felix, er fühle keine Verpflichtung, den Ball im Spiel immer zum 37 Jahre alten Kapitän zu passen. "Wir versuchen immer, den Ball zu dem freien Spieler zu passen, der in dem Moment die beste Option ist", sagte der Profi von Atlético Madrid. Die Mannschaft verfolge immer die gleiche Strategie, unabhängig davon, wer spiele.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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