Fußball

Verstimmung beim FC Bayern Ärgert sich Flick zum Bundestrainer-Job?

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Hansi Flick könnte beim DFB landen. Dafür müsste der Erfolgstrainer des FC Bayern aber erstmal seine Situation beim Rekordmeister klären.

(Foto: SvenSimon / POOL)

Mit Abpfiff des letzten EM-Spiels braucht der DFB einen neuen Bundestrainer: Joachim Löw macht nach 15 Jahren Schluss, der Nachfolger ist noch nicht gefunden. Erfolgstrainer Hansi Flick soll ein heißer Kandidat sein. Das hat mit seiner Geschichte beim DFB zu tun, aber auch mit seiner Situation beim FC Bayern.

Trainer Hansi Flick vom FC Bayern gilt als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw. Sollte es den Münchner Coach im Sommer tatsächlich zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft ziehen, haben die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters wohl schon einen potenziellen Nachfolger auserkoren: Julian Nagelsmann von RB Leipzig.

Wie "Bild" berichtet, ist Sportvorstand Hasan Salihamidzic "ein Bewunderer" von Nagelsmanns Arbeit. Demnach funken die beiden "auf einer Wellenlänge". Zudem habe der RB-Coach einen Wechsel zum FC Bayern als nächsten Karriereschritt ins Auge gefasst. Nagelsmann wurde in der Vergangenheit schon öfter als potenzieller Bayern-Trainer gehandelt. Konkret wurde es aber bislang nie. Sein Vertrag bei RB Leipzig ist noch bis 2023 datiert.

Im Clinch mit Salihamidzic

Ob Flick die Bayern überhaupt verlassen würde, um Bundestrainer zu werden, ist noch völlig unklar. Zumindest ist der 56-Jährige nicht wunschlos glücklich in München. Grund dafür sind Spannungen mit Salihamidzic. Immer wieder soll es beim Thema Kaderplanung zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden gekommen sein. Der "Kicker" berichtet sogar von Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Aufstellungen. So würden Salihamidzic und andere Führungskräfte zum Beispiel Ersatzmann Alexander Nübel gerne häufiger auf dem Platz sehen.

Auch dass 80-Millionen-Euro-Mann Lucas Hernández nicht regelmäßig in der Startelf steht, sei Salihamidzic und Co. ein Dorn im Auge. Laut dem Bericht herrschen zusätzlich verschiedene Meinungen zwischen Flick und Salihamidzic über einige Talente aus dem Campus vor. "Wer letztendlich spielt, ist immer Sache des Trainers. Und diese Entscheidung spreche ich immer mit meinem Trainerteam ab", hatte Flick schon 2020 entsprechende Nachfragen energisch abgebügelt, Salihamidzic wiederum verkündete einst in Richtung Flick öffentlich, dass er das "mediale Betreiben der Kaderplanung" nicht mag.

Ob die Spannungen mit Salihamidzic und die Aussicht auf den Bundestrainer-Job genug sind, um die Bayern, diese Titelfabrik zu verlassen, liegt nun an Flick. Der DFB wird den Erfolgstrainer laut "Bild" jedenfalls nicht offiziell kontaktieren. Demnach wolle der Verband nicht aktiv auf Trainer zugehen, die noch einen laufenden Vertrag besitzen. Sollte ein Kandidat allerdings signalisieren, dass er offen für Verhandlungen ist, wäre der DFB gesprächsbereit.

Flick weg? "Keine Option"

Sollte Flick also tatsächlich Interesse am Nationalmannschaftsposten haben, müsste er wohl bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vorstellig werden, um die Möglichkeiten für einen vorzeitigen Abschied auszuloten. Für den Bayern-Boss ist es laut "Bild" allerdings "keine Option", den Trainer vorzeitig ziehen zu lassen.

Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff, in seinem 17. DFB-Jahr nun erstmals als Bundestrainer-Finder gefragt, hatte den Namen Hansi Flick bereits als Nachfolge-Kandidat genannt, als er zum Ausklang des Jahres 2020 über ein Ende der Amtszeit von Löw sinnierte: "Ob ich ihm das zutraue? Absolut." Und: "Hansi kennt den DFB in- und auswendig. Er hat seine Qualität und hat immer gesagt, wie er den Verband schätzt." Flick wurde als Assistent Löws 2014 Weltmeister, danach wechselte er im Verband auf den Posten des Sport-Direktors. 2017 verließ er den DFB auf eigenen Wunsch.

Den Bayern-Bossen gefielen Bierhoffs öffentliche Worte schon damals überhaupt nicht. Er finde es Bundestrainer Joachim Löw gegenüber "illoyal", wie Bierhoff "auf dem Trainerposten öffentlich Planungsspiele für die Zukunft" aufstellt, sagte Rummenigge bei Sport1. Es sei für den FC Bayern "überhaupt kein Thema", Flick im Falle eines Löw-Abschieds vorzeitig aus seinem bis 2023 laufenden Vertrag zu entlassen. Bierhoff hatte vorher bekundet, er wäre "verrückt", wenn er bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger für Löw nicht auch an dessen früheren Assistenten Flick dächte.

Quelle: ntv.de, ter

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