Fußball

Kapitän warnt vor "Riesenbrand" Aubameyangs Eskapaden erzürnen den BVB

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Marcel Schmelzer und Pierre-Emerick Aubameyang spielen seit Jahren zusammen - doch die Eskapaden des Stürmers nerven den Kapitän.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang ist für Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund sportlich unverzichtbar. Doch seine privaten Alleingänge nerven seine Mannschaftskollegen. So sehr, dass Kapitän Marcel Schmelzer jetzt öffentlich Klartext redet.

Der schnellste Mann der Welt kommt zu spät. Jamaikas Sprint-Superstar Usain Bolt will bei Borussia Dortmund erst im März zum Jux-Probetraining vorstellig werden - eine Option für den von einem Magen-Darm-Infekt schwer gebeutelten BVB ist er zum Rückrundenstart am Sonntag (18 Uhr/im n-tv.de Liveticker) gegen den VfL Wolfsburg also selbst mit Augenzwinkern nicht. Dafür hält ein anderer pfeilschneller Mann die Dortmunder in Atem: Pierre-Emerick Aubameyang. Mal wieder.

Den Mannschaftskollegen gehen die regelmäßigen Alleingänge, Eskapaden und Wechselgerüchte um den Starstürmer aus Gabun anscheinend ziemlich auf den Geist. "Es sind für uns so kleine Störfeuer, die einfach, wenn man sie nicht löscht und darüber spricht, zu einem Riesenbrand werden", sagte Kapitän Marcel Schmelzer im Sky-Interview.

Schmelzer kennt die leidige Diskussion nur zu gut. Ständig köcheln neue Wechselspekulationen hoch, diesmal ging es zum x-ten Mal um einen angeblich perfekten Transfer Aubameyangs nach China im Sommer. Inzwischen haben alle Seiten dementiert. Zudem leistet sich der sportlich allerdings tadellose Aubameyang gerne Extravaganzen: In Marbella quartierte er, was vollkommen unüblich ist, seinen Bruder und seinen Vater im Mannschaftshotel ein. Am Montag dann traf er doppelt beim 3:2 gegen den belgischen Pokalsieger SV Zulte Waregem.

Stöger misst Alleingängen keinen Wert bei

Der Verein hat stets eine Politik der langen Leine verfolgt. Zu hoch ist Aubameyangs sportlicher Wert, zu spärlich sind die Alternativen - eine annähernd gleichwertige ist nicht in Sicht. Der deutsche Weltmeister Andre Schürrle ist eher auf der Außenbahn zu Hause, Alexander Isak ist noch nicht so weit. Also bleibt kaum eine andere Möglichkeit, als den Paradiesvogel Aubameyang gelegentlich einzufangen und bei Laune zu halten.

"Er hat über Jahre seine Leistung gebracht und sogar die Torjägerkanone gewonnen", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball zuletzt. "Der Auba", wie ihn von Sportdirektor Michael Zorc über Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bis hin zu Rauball alle nennen, der Auba also sei "angenehm, witzig, er lacht. Dass er irgendwann von Angeboten mental erschlagen wurde, muss man verstehen."

Für den neuen Trainer Peter Stöger ist das Aubameyang-Grundrauschen ohnehin "nicht so die große Baustelle". Zum Problem werde es, "wenn es die restliche Mannschaft betrifft. Und den Eindruck habe ich ganz einfach nicht." Der derzeit verletzte Schmelzer allerdings berichtete Gegenteiliges: "Wir lesen das, nehmen das wahr, sprechen das natürlich an. Aber wir klären das innerhalb der Mannschaft - das ist das Wichtigste."

Wichtig sein wird auch, gegen Wolfsburg überhaupt eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen zu können. Am Montag im Test fehlten 13 Spieler, neun davon hatte ein Magen-Darm-Infekt flachgelegt. Sie nahmen im schwarzgelben BVB-Flieger am Dienstag getrennt von den gesunden Profis Platz. Immerhin hatten gegen Zulte Waregem aber Weltmeister Mario Götze, Lukasz Piszczek und Gonzalo Castro ihr Comeback gegeben. Usain Bolt wird also wohl ohnehin nicht benötigt.

Quelle: ntv.de, Thomas Nowag, sid