Fußball

"Finde ich auch nicht so schön" Boateng vermisst Rückhalt der Bayern-Bosse

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"Top-professionell": Jérôme Boateng kann den Vorwurf mangelnder Fokussierung nicht nachvollziehen.

imago/DeFodi

Er wollte weg, er hätte weg gedurft, aber er spielt weiter beim FC Bayern. Rundum glücklich ist Jérôme Boateng in München aber nicht. Der Nationalspieler vermisst öffentliche Unterstützung des Klubs gegen teils heftige Kritik nach dem WM-Fiasko - die er zurückweist.

Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng vom FC Bayern München hat Präsident Uli Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge fehlende Unterstützung vorgeworfen und sich gegen Kritik verteidigt. "Mir ist es wichtig, noch mal klarzustellen, dass ich voll auf den FC Bayern fokussiert bin. Und dass ich es andererseits aber auch nicht so schön finde, wenn überall Sachen über mich behauptet werden und man dann keine öffentliche Unterstützung vom Verein bekommt", sagt er im Interview der "Süddeutschen Zeitung".

Hoeneß und Rummenigge hatten im Sommer offen gesagt, dass Boateng den Rekordmeister verlassen könne, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe. Ein Wechsel zu Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel kam offenbar aufgrund des seltsamen Geschäftsgebahrens der Pariser jedoch nicht zustande, obwohl er sich konkret damit beschäftigt habe: "Alles war möglich, aber ein Wechsel wäre auf jeden Fall keine Flucht gewesen, das wäre die neue Herausforderung geworden, die ich damals gesucht habe. Mein Wechsel-interesse hatte ja nie was damit zu tun, dass ich mich bei Bayern nicht wohlfühle. Ich glaube, es ist legitim in meinem Alter, noch mal was Neues zu machen - oder zumindest darüber nachzudenken."

Als der Transfer dann nicht geklappt habe, habe ich das akzeptiert und auch respektiert. "Mein Fokus liegt jetzt klar bei Bayern. Ich bin total klar im Kopf und freue mich auf die englischen Wochen, die Champions League, die Hymne", sagte Boateng vor dem Auftakt der Bayern in der Königsklasse am Mittwochabend bei Benfica Lissabon.

"Das ist für mich unbegreiflich"

Boateng wolle nun zeitnah das Gespräch mit Hoeneß und Rummenigge suchen. "Was mich wahnsinnig gestört hat, waren Aussagen nach der WM. Das war fast schon lustig: Da hieß es, ich sei nicht voll fokussiert, weil ich beim Südkorea-Spiel auf der Tribüne Ohrringe und Sonnenbrille trage, wenn die Sonne scheint", sagte Boateng: "2014 habe ich auch eine Sonnenbrille und Ohrringe getragen, aber da habe ich nichts darüber gelesen. Das ist für mich unbegreiflich." Jetzt sei die Zeit "gekommen, mal etwas zu sagen, spätestens nach diesen Sonnenbrillen-Vorwürfen bei der WM".

Der Innenverteidiger betonte, dass er "top-professionell lebe". Er habe "jedes Mal vor einer Bayern-Vorbereitung noch eine private Vorbereitung gemacht". Darum sei es für ihn nicht verständlich, warum sich die Münchner Vereinsführung und er etwas voneinander entfernt und entfremdet haben. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Dass ich ein anderes Erscheinungsbild und andere Interessen habe als andere, das ist ja legitim, glaube ich", sagte Boateng: "Und noch mal: Dass ich zu wenig auf den Fußball konzentriert bin, das kann mir niemand vorwerfen. Fragen Sie meine Mitspieler, fragen Sie meine Trainer."

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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