Fußball

"Löw wird das gesehen haben" Brandt hofft auf mehr Freiheit im DFB-Team

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"So kann ich nun wie ein Freigeist herumlaufen": Julian Brandt, Bayer 04 Levrkusen.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Julian Brandt ist 22 Jahre alt und blickt auf 23 Einsätze in der deutschen Fußball-Nationalelf zurück. Beim Kantersieg seiner Leverkusener beim Bundesligaspiel in Mainz ist er als Spielmacher der überragende Akteur, erzielt zwei Tore und legt zweimal vor. Wird er auch ein großer Zehner im DFB-Team?

Leverkusens Spielmacher Julian Brandt hat sich mit einer Gala-Vorstellung beim 5:1 (4:1) im Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 als Regisseur der Zukunft in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft empfohlen. "Wenn ein Zehner gesucht wird und der Bundestrainer der Meinung ist, wir haben keinen im Kader, dann denke ich, dass ich die Qualität dazu hätte", sagte der 22 Jahre alte Nationalspieler. Mit zwei Toren und zwei Vorlagen überragte er am Freitagabend zum Auftakt des 21. Spieltags.

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Seine größte Leistung in Mainz war mutmaßlich, dass er sich nicht von den interessanten Trikots des Gegners hat irritieren lassen.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Seit ihn Peter Bosz, der seit Januar das Team von Bayer 04 Leverkusen trainiert, von der Außenposition ins zentrale Mittelfeld beordert hat, blüht er auf. "Wenn man außen spielt, ist man an der Position gebunden und hat weniger Raum. So kann ich nun wie ein Freigeist herumlaufen. Ich fühle mich in der Rolle sehr wohl." Deshalb hofft Brandt, der von Bundestrainer Joachim Löw das prestigeträchtige Nationaltrikot mit der Nummer 10 schon erhalten hat, in der Nachfolge von Mesut Özil ähnliche Freiheiten zu bekommen.

"Der Bundestrainer wird auch gesehen haben, dass ich die Position gewechselt habe", sagte Brandt, der bisher 23 Mal für die DFB-Elf spielte. "Was er davon hält, weiß ich nicht, das wird die Zukunft zeigen." Der Schachzug von Bosz, den vom Internetportal transfermarkt.de mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro taxierten Außenstürmer zur zentralen Figur des Spiels zu machen, ist bisher voll aufgegangen. "Julian hat auf den Flügeln gespielt, ich habe ihn aber in der Mitte gesehen", sagte der Niederländer am Freitagabend. "Er ist ein sehr guter Spieler und guten Spielern muss man oft den Ball geben. Heute war er überragend und immer im richtigen Moment da."

"Die Leichtigkeit ist da"

Trotz aller Lobeshymnen blieb Brandt selbstkritisch. "In der ersten Halbzeit habe ich ein paar Fehlpässe geschlagen. Da war ich am meckern mit mir selbst." Dennoch war er mit seinen Ideen der große Initiator des Leverkusener Offensiv-Feuerwerks mit den Toren von Wendell in der fünften Minute, Kai Havertz (20.) und Karim Bellarabi (43.) sowie seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (30. und 64.). Das Gegentor erzielte Robin Quaison (9.) zum 1:1 für Mainz. Abgesehen von der neuen Rolle als kreativer Fadenzieher im Mittelfeld ist er rundum zufrieden. "Die Leichtigkeit ist da, es funktioniert viel", sagte Brandt. "Ich wusste, dass dieses Selbstbewusstsein in mir steckt, habe es aber vielleicht zu wenig ausgeschöpft."

Unter seiner Regie feierten die Leverkusener den dritten Liga-Sieg hintereinander, was zuletzt im Frühjahr 2016 gelang, sind voll auf Europacupkurs und haben eine furiose Wiedergutmachung für den Pokal-K.o. beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim (1:2) geschafft. "Wir sind wieder dabei in der Bundesliga und können glücklich nach Hause fahren", sagte Bosz, der Anfang der Woche mit der Vorbereitung auf das Europaliga-Spiel am Donnerstag beim FK Krasnodar beginnen wird. "Wir wollen nicht an die Sache rangehen wie im DFB-Pokal", sagte Julian Brandt vor der Reise nach Russland. "Daraus haben wir gelernt."

Quelle: n-tv.de, Andreas Schirmer, dpa

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