Fußball

Wenig los auf dem Transfermarkt Bundesliga spart für schlechte Zeiten

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Pierre-Emerick Aubameyang hat dem BVB fast 64 Millionen Euro in die Kassen gespült.

(Foto: picture alliance / Guido Kirchne)

Im letzten Jahr stellen die Bundesligaklubs im Winterfenster des Transfermarkts einen neuen Ausgabenrekord auf. Dieses Jahr halten sie sich dagegen deutlich zurück. Der spektakulärste Transfer ist der millionenschwere Verkauf von Pierre-Emerick Aubameyang.

Die Klubs der Fußball-Bundesliga haben auch am letzten Transfertag auf spektakuläre Neuverpflichtungen verzichtet. Anstatt es ihren überwiegend englischen Konkurrenten gleichzutun und schwindelerregende Ablösesummen zu überweisen, füllten die Klubs lieber das Sparkonto. Die größten Einnahmen verzeichnete die Dortmunder Borussia, die für den Wechsel von Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal 63,75 Millionen Euro erzielte. Zuvor hatte der BVB für 21,5 Millionen Euro das Abwehrtalent Manuel Akanji und Offensivtalent Sergio Gómez für 3 Millionen Euro verpflichtet. Überdies wechselt Belgier Michy Batshuayi vom FC Chelsea auf Leihbasis bis zum Saisonende nach Dortmund.

Der Aubameyang-Abgang schwächt jedenfalls die Bundesliga und stärkt die Konkurrenz - ein Szenario, vor dem DFL-Boss Christian Seifert unlängst bereits gewarnt hatte. "Wer heute glaubt, den Status quo verwalten zu können, wird mittelfristig scheitern", sagte Seifert. "Ein schlichtes 'Weiter so' nach dem Motto 'Keine Experimente' taugt nicht. Selbstzufriedenheit oder Angst vor Innovation sind kein guter Ratgeber."

Die Zurückhaltung der großen Bundesligaklubs, selbst Bayern München gab für Sandro Wagner nur 13 Millionen Euro aus, hat einen simplen Grund: Abgesehen von den Bayern sind auch Leverkusen und Schalke, aber auch RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach tabellarisch voll im Soll und können die Millionen für schlechte Zeiten zurücklegen.

Verstärkungen für den Abstiegskampf

Auf der anderen Seite verstärkten sich dafür genau die Mannschaften, denen möglicherweise in der unteren Tabellenregion Ungemach droht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten. VfL Wolfsburg verpflichtete Admir Mehmedi für kolportierte 10 Millionen Euro von Bayer Leverkusen. Werder Bremen nahm für unbestätigte 7,5 Millionen Euro in Milot Rashica einen Offensivspieler unter Vertrag.

Schlusslicht 1. FC Köln holte mit Angreifer Simon Terodde vom VfB Stuttgart ebenso einen alten Bekannten wie die Schwaben in Mario Gomez. Beide Transfers kosteten je 3 Millionen Euro. Der FSV Mainz 05 sicherte mit Anthony Ujah für 3,8 Millionen Euro ebenfalls neue Power für den Angriff. Auch der SC Freiburg gab mit 1,1 Millionen Euro für Lucas Höler das meiste Geld für einen Stürmer aus.

Einzig der mal wieder kriselnde Hamburger SV knauserte notgedrungen - und muss womöglich doch noch mal in die Tasche greifen. Denn für den neuen Trainer Bernd Hollerbach soll, das versucht zumindest dessen Ex-Klub Würzburger Kickers zu erstreiten, eine Ablöse gezahlt werden.

So oder so - vom Rekord des vergangenen Winters bleiben die Vereine meilenweit entfernt. Damals hatten sie erstmals in der Bundesligageschichte mehr als 100 Millionen Euro investiert.

Quelle: ntv.de, Nicolas Reimer, sid