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Königstransfer wird vorbereitet Der FC Bayern will Sané - bestätigt Hoeneß

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Schon gelesen? Der FC Bayern bemüht sich um Leroy Sané.

(Foto: imago images / PA Images)

Zwei teure Abwehrspieler von Weltmeister Frankreich und ein Sturmtalent des Hamburger SV hat der FC Bayern bereits für die neue Saison verpflichtet. Nun arbeiten die Klubchefs des deutschen Fußball-Rekordmeisters an ihrem Königstransfer - und das ganz offiziell.

Die größte Transferinvestitionsoffensive in der Geschichte des FC Bayern ist von Präsident Uli Hoeneß bereits seit längerer Zeit ausgerufen - und schon teilweise wuchtig umgesetzt. Doch nach der Perspektiv-Verpflichtung des Hamburger Sturmtalents Jann-Fiete Arp und den teuren, weltmeisterlichen Abwehr-Neuzugängen Lucas Hernández, er kommt für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid, und Benjamin Pavard, er kommt für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart, arbeitet der Bundesligist nun an seinem Königstransfer. Wie Hoeneß laut "Süddeutscher Zeitung" bestätigt, bemüht sich der deutsche Fußball-Rekordmeister um eine Verpflichtung von Leroy Sané. "Wir beschäftigen uns mit der Personalie", sagt der Präsident. Gerüchte über das Interesse der Münchener hatten sich zuletzt hartnäckig gehalten.

Der Außenstürmer steht noch bei Manchester City unter Vertrag. Dort aber sei Trainer Josep Guardiola bereit, den 23-Jährigen, der zuletzt kein Stammspieler mehr war, abzugeben. Das hatte der "Kicker" berichtet. Unter anderem solle dem Coach das Defensiv-Verhalten des deutschen Nationalspielers nicht gefallen. Außerdem beklagt Guardiola demnach die nicht besonders ausgeprägte Bereitschaft zum Pressing. In der Meldung hieß es auch, dass der Klub bereits Kontakt zu dessen Familie aufgenommen habe. Die berät den City-Star.

Andere Medien, unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" hatten geschrieben, dass der katalanische Coach Sané gerne halten würde. Der drohende Ärger für die "Citizens" wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay könnte den Abgang des freigeistigen Stürmers allerdings erforderlich machen - was sich günstig auf die Ablösesumme auswirken könnte. Sei's drum: In München würden sie Sané dagegen mit großer Freude in Empfang nehmen. "Das ist ein Spieler mit großer Qualität und großem Potenzial. Ich habe gesehen, wie gut er ist. So ein Spieler kann die Mannschaft vom ersten Spiel an verbessern", sagte Robert Lewandowski diese Woche bei einer Presserunde in München.

Und doch bei Monopoly?

Weil die Klublegenden Arjen Robben und Franck Ribéry den FC Bayern nach dem Pokalfinale am Samstag gegen RB Leipzig verlassen, besteht auf den offensiven Flügelpositionen Handlungsbedarf. Für Sané, der vorwiegend Linksaußen spielt, aber auch das Zentrum und die rechte Seite bespielen kann, müssten die Münchener womöglich von ihrer gerade selbst auferlegten Transferobergrenze wieder abrücken. Hoeneß hatte nach der emotionalen Meisterfeier am vergangenen Samstag noch deutlich gemacht: "Wir sind hier nicht beim Monopoly, sondern wir sind ein Fußballverein. Wir haben mit 80 Millionen für Hernández eine Grenze mal erreicht. Ich glaube nicht, dass die bei weiteren Transfers überschritten wird."

Ob Sané für weniger Geld zu haben ist, ist fraglich. Der Marktwert des einstigen Schalkers wird mittlerweile auf bis zu 100 Millionen Euro geschätzt. Vor drei Jahren, als die Münchner sich zum ersten Mal mit dem gebürtigen Bochumer beschäftigt haben, zog der den Wechsel zu Manchester City vor - für eine Ablöse von damals knapp mehr als 50 Millionen Euro.

In der Premier League kam er in dieser Saison in 31 Spielen auf zehn Tore und elf Torvorbereitungen. In der Champions League wurde er achtmal eingesetzt, traf viermal und bereitete ebenso viele Treffer vor. Für die Nationalmannschaft hat er 19 Spiele absolviert. Sané würde ein deutliches Upgrade zu Callum Hudson-Odoi sein. Ein Transfer des umworbenen Chelsea-Talents ist weiter in der Schwebe - wegen dessen schwerer Knieverletzung und wegen des Eigenbedarfs der "Blues", die im Februar von der Fifa mit einer Transfersperre für zwei Perioden belegt worden waren. Der Grund: Chelsea habe in 29 Fällen gegen die Regeln zur Verpflichtung Minderjähriger verstoßen.

Neben seinen Bemühungen um erfolgshungrige Fußballer, soll der FC Bayern offenbar auch um einen neuen Co-Trainer werben. Hansi Flick sei als Nachfolger von Peter Hermann im Gespräch, berichtet der "Kicker". Nach Informationen der "Bild" soll der ehemalige Assistent von Joachim Löw - sie wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Meister - "nicht abgeneigt" sein. Als ehemaliger Bayern-Profi - von 1985 bis 1990 war er aktiv - hat er "Stallgeruch". Hermann will derweil aufhören und sich womöglich sogar zur Ruhe setzen, wenngleich Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg ihn als Technischen Direktor verpflichten möchte.

Quelle: n-tv.de

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